Zwei Werbeplakate in einer Mannheimer McDonalds-Filiale haben eine Diskriminierungs-Debatte ausgelöst (Symbolbild). Foto: AFP

In Mannheim schließt eine McDonalds-Filiale. Der Inhaber hängt deshalb Schilder zu den nächstgelegenen Restaurants auf Deutsch und auf Türkisch auf. Daraufhin entbrennt auf Facebook eine Diskriminierungs-Debatte.

Mannheim - Dass in Mannheim die McDonalds-Filiale am Marktplatz nach 40 Jahre schließt, ist keine große Nachricht. Doch die Schließung ist indirekt Anlass für eine Diskriminierungs-Debatte auf Facebook: Will der Eigentümer der Schnellrestaurants seine deutschen Kunden in der „besseren“ Gegend und seine türkischen Kunden in der „schlechteren“ haben?

Ausgelöst wurde die Diskussion durch zwei Schilder in den Fenstern der Filiale. Dort steht auf dem einen auf Deutsch: „Wir ziehen um zum Wasserturm“ und auf dem anderen auf Türkisch „Biz taşınıyoruz Mittelstraße 10“ – auf Deutsch: „Wir ziehen um in die Mittelstraße 10“. Dazu muss erklärt werden, dass der Wasserturm gegenüber der Mannheimer Einkaufsstraße, den Planken, und die Mittelstraße in der Neckarstadt-West, einem ehemaligen Problemviertel mit vielen Bürgern mit Migrationshintergrund liegen.

Franchisenehmer wird als „Nazi“ beschmipft

Das Bild von den ausgehängten Schildern verbreitete sich schnell auf Facebook. Ein türkischstämmiger Bürger schrieb dazu: „Deutsche Kunden werden an den Wasserturm (bessere Gegend) geschickt und türkische Kunden in die Mittelstraße (schlechtere Gegend)“. Weitere Nutzer äußern sich kritisch zu den Plakaten, werfen dem Eigentürmer Rassismus vor. Andere verstehen die Diskussion wiederum nicht.

Manfred Büch, Franchisenehmer der Mannheimer Schnellrestaurants, wird deswegen verbal hart angriffen und als „Nazi“ beschimpft, wie er im Gespräch erzählt. Er fühlt sich komplett missverstanden. Eigentlich wollte er mit den Schildern nur darauf hinweisen, dass jeweils links und rechts von der Filiale am Marktplatz in zehn Minuten Entfernung weitere McDonalds zu finden sind. „Aus Respekt gegenüber unseren türkischen Mitarbeiten und Gästen hatten wir beschlossen, die Information auch auf Türkisch zu kommunizieren“, schreibt Büch in einer Stellungnahme. Man habe aus Platzgründen dann darauf verzichtet, die Schilder in beiden Sprachen zu beschriften sondern diese aufzuteilen.

„Fassungslos und traurig“

Dem Franchisenehmer tut das Missverständnis leid. Gleichzeitig sei er wegen der Diskriminierungsvorwürfe aber auch „fassungslos und traurig“. Bereits wenige Stunden nachdem es aufgehängt wurde, verschwand das Plakat mit der türkischen Aufschrift wieder aus dem Fenster. „Der Filialleiter, ebenfalls ein Türke, hatte mich angerufen und gesagt, dass es deshalb Probleme gäbe, erklärt Buch. „Dann habe ich gesagt: ‚Wenn es Probleme damit gibt, dann nehmt es wieder ab.’“ Der Franchisenehmer betont, dass Gäste jeglicher Herkunft in seinen Restaurants willkommen seien.

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