Experten aus dem Naturkundemuseum sind derzeit damit beschäftigt, die Funde aus der Lautenschlager Straße zu reinigen, zu sichten und zeitlich einzuordnen. Foto: Palmer

Bei Bauarbeiten in der Stadt sind Zähne und Knochen entdeckt worden - Alter noch ungewiss.

Stuttgart - Zähne und Knochenfragmente von längst ausgestorbenen Mammuts, Waldelefanten und Nashörnern sind am Dienstag und Mittwoch bei den Bauarbeiten für das Bülow Carré in der Stuttgarter Innenstadt gefunden worden. Das bestätigte die Bülow AG, die Bauherrin des Bürokomplexes an der Lautenschlager Straße.

Noch seien die Paläontologen des Naturkundemuseums damit beschäftigt, das genaue Alter der Fundstücke aus dem Quartär zu datieren, so Dr. Bernd Gaukler. Ist das Alter erst bestimmt, wird sich auch herausstellen, ob es sich bei den Funden um Überreste eines Mammuts oder eines Waldelefanten handelt. Momentan gehen die Experten von einem Alter zwischen 80.000 und 100.000 Jahren aus.

Kein spektakulärer Fund

Als spektakulär würde der Diplom-Geologe, der für die Bülow AG auf der Baustelle aktiv ist, die Fundstücke aber nicht bezeichnen. "Zähne aus der Eiszeit sind als Fund nicht unüblich", so Gaukler. Allerdings wäre die Art der Einbettung im Erdreich besonders. Da es sich wohl um ein ehemaliges Sumpfgebiet oder einen Wasserlauf handele, seien zumindest die Knochen relativ gut erhalten. Die gefundenen Zähne seien allerdings zerdrückt.

Zurzeit werden in einer Profilgrube neben der eigentlichen Baugrube von Hand Schicht um Schicht abgetragen und nach weiteren Funden Ausschau gehalten. Laut Gaukler sollen diese Arbeiten noch zwei bis drei Tage gehen. Der Betrieb auf der Baustelle sei durch die Funde nicht beeinträchtigt und laufe normal weiter.

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