Der Ballermann-Sänger bringt den umstrittenen Nummer-Eins-Hit am Montag zum Internationalen Musikfest in Markgröningen mit.
Geht man vom Gast mit dem größten Aufmerksamkeitsfaktor aus, dann muss man beim Internationalen Musikfest des Musikvereins Stadtkapelle Markgröningen von hinten anfangen: Am letzten Abend, kommenden Montag, ist Mallorca-Party im 1500-Personen-Zelt auf dem Festplatz angesagt, mit einschlägigem musikalischem Personal wie Ingo ohne Flamingo, DJ Biene oder Kessy Blue – und mit Schürze. Zwar ohne DJ Robin, aber mit dem Skandal-Hit „Layla“ im Gepäck.
„Wir haben das vorher diskutiert“, sagen Musikvereins-Vorsitzender Alexander Mandel und Pressesprecherin Christiane Liebing. „Wir selbst als Musikverein spielen den Song aus Rücksicht auf verschiedene Meinungen dazu nicht.“ Aber wenn Schürze den Song auf einer Mallorca-Party vor einem Publikum performe, das dort gezielt hinkomme, dann sei das in Ordnung. Um den Ballermann-Hit „Layla“ hatte es in den vergangenen Wochen wegen Sexismus-Vorwürfen immer wieder kontroverse Diskussionen gegeben, auf manchen großen Volksfesten ist es untersagt worden, den Song zu spielen. Alexander Mandel freut sich aber, den Interpreten des Charts-Stürmer-Songs bei der Mallorca-Party im Programm zu haben, „die Markgröningen zum Beben bringen wird“ – und das sogar eher per Zufall, denn eigentlich war Lorenz Büffel der Haupt-Act für das zweimal verschobene Event gewesen. Das zerschlug sich durch einen Management-Wechsel – und dem Verein wurde Schürze als Alternative offeriert.
200 Menschen helfen, damit das Fest über die Bühne gehen kann
Mit dem Fest, das natürlich nicht nur den Party-Abend beinhaltet, feiert der Musikverein Stadtkapelle auch sein 100-jähriges Bestehen nach und bekommt zu diesem Anlass auch die Pro-Musica-Plakette des Bundespräsidenten verliehen. Das Jahrhundert hatte der Verein schon 2020 voll, aber wegen Corona fielen Großfeierlichkeiten flach. Zwei Jahre später werden sie nachgeholt, und auch 2022 hat der einst von 17 Männern gegründeten Verein, der heute vier Abteilungen mit rund 250 aktiven und 200 fördernden Mitgliedern unterhält, Grund zum Feiern: Als der Schäferlauf vor hundert Jahren 1922 erstmals nach dem Ersten Weltkrieg wieder stattfand, übernahm der junge Verein die Festmusik wie das Anführen des Festzugs oder die Tanzmusik – was sich bis heute fortsetzt. Und vor 50 Jahren, 1972, gründete der Musikverein einen Fanfarenzug. Zu diesem Jubiläum gründete sich nun sogar ein eigener Jubiläumszug – nur aus ehemaligen Fanfarenzug-Musikerinnen und Musikern. „Das hat eine ganz eigene Dynamik entwickelt, sie haben sich sogar extra T-Shirts machen lassen“, erzählt Alexander Mandel.
Auch für das Jugendorchester sei das Musikfest, aber auch der Schäferlauf, wichtig, sagt Christiane Liebing. Gerade nach Corona. Die Kinder und Jugendlichen während der Pandemie bei der Stange zu halten, sei ein Kraftakt gewesen, und jeder Auftritt sei jetzt ein Motivationsschub für die Nachwuchsmusikerinnen und -musiker.
Jens Hübner muss auch als Dirigent ran
Über die Bühne geht das Internationale Musikfest vom Freitag, 19., bis Montag, 22. August, mit Blas- und anderer Musik im Zelt und auf dem Marktplatz. Zur Eröffnung muss auch der neue Bürgermeister Jens Hübner als Dirigent ran, dafür gibt es noch eine subversive Probe. Das Versprechen „Internationalität“ erfüllen die Bürgerkapelle Untermais aus Südtirol und die United States Army Europe Band & Chorus, die am Sonntagabend um 20.30 Uhr loslegen. Rund 200 Menschen helfen die vier Tage über im Zelt: Dass der Musikverein es schafft, das Fest komplett selbst zu bewirtschaften, freut die Organisatoren gehörig.
Mehr Infos gibt es unter: www .musikverein-markgroeningen.de.