Malkurs in Stuttgart-Nord Wie ein Malurlaub – nur viel näher

Von Susanne Müller-Baji 

Die Teilnehmer des Kurses tauschen sich in der Ökostation über ihre Werke aus. Foto: Susanne Müller-Baji
Die Teilnehmer des Kurses tauschen sich in der Ökostation über ihre Werke aus. Foto: Susanne Müller-Baji

Eine Woche ungestört und in bildschöner Umgebung schöpferisch tätig sein: Bei der VHS-Ökostation liegen Kreativität und Naturerlebnis eng bei einander.

S-Nord - Eine Woche ungestört und in bildschöner Umgebung kreativ tätig sein – das klingt nach Malurlaub in der Toskana und liegt doch viel näher als gedacht: Bei einem Angebot der Ökostation der Volkshochschule (VHS) haben die Teilnehmer an fünf Tagen die Natur auf dem Wartbergpark erlebt und dabei neue Sichtweisen und Techniken erprobt. Und in der kommenden Woche legt ein weiterer Kurs den Schwerpunkt auf den Killesberg-Höhenpark – für Kurzentschlossene sind noch Plätze frei.

Wer Menschen für den Bootsbau interessieren will, sollte ihnen zunächst die Liebe zum Meer vermitteln, besagt ein Sprichwort. Das Kursprogramm der VHS-Ökostation tut genau das: Ob jemand Wildbienen-Hotels baut oder sich unter fachkundiger Anleitung seinen eigenen Kräutertee mischt – am Ende stehen neu gewonnene Einblicke in die Abläufe der Natur und in den Wechsel der Jahreszeiten. So wie jetzt beim Kreativkurs „Eine Woche im Freien – Zeichnen und Malen“.

Begleitet von der Dozentin und Künstlerin Gabriele Schreiner gehen Anfänger und Fortgeschrittene dabei an fünf Nachmittagen ans Werk: Erst suchte die Gruppe bei der ersten Malwoche rund um die Ökostation nach geeigneten Themen – und dann nach dem eigenen künstlerischen Ausdruck. Die Vorkenntnisse seien dabei ganz unterschiedlich, berichtet Schreiner: Manche belegen „ihren“ Kurs schon seit Jahren. Andere wollen zum allerersten Mal überhaupt in die Malerei hineinschnuppern.

Motive gibt es viele

Dabei gilt die Devise: Alles kann, nichts muss. Wer einfach die geschenkten Aquarellfarben ausprobieren will, ist ebenso richtig wie jemand, der Naturerfahrung und meditatives Malen miteinander verbinden möchte. Die Teilnehmerin Andrea Schoch erzählt, dass sie als Architektin zwar das akkurate Zeichnen gelernt habe, dass das aber dem künstlerischen Ausdruck nicht zuträglich sei. Sie habe sich für den Kurs angemeldet, um weniger akademisch und insgesamt lockerer und malerischer zu werden.

In den ersten Tagen sind draußen auf dem Wartberggelände Landschaftsskizzen entstanden. Motive gibt es hier viele: Lieber eine der künstlerischen Landmarken zeichnen, Überbleibsel der IGA ‘93, oder den umrankten Torbogen zum VHS-Gemeinschaftsgarten? „Und dann sind wir immer näher an unsere Objekte herangegangen“, so Schreiner: Zuerst haben wir zum Beispiel einen Baum herausgegriffen aus der Reihe der Kopfweiden, dann die Rinde gezeichnet und sie schließlich in einem weiteren Schritt farblich abgewandelt. Spätestens jetzt wird klar: Hier geht es auch um den Weg hin zur Abstraktion und darum, wie Künstler sich ein Thema erarbeiten und weiterentwickeln.

An diesem Freitagnachmittag mit seinem Nieselregen verklingt eine lehrreiche Woche und die Kursteilnehmer sind ganz zu recht stolz auf ihre Fortschritte. Gabriele Schreiner wird ab dem heutigen Montag, 3. September, noch einen ähnlichen, ebenfalls auf fünf Tage angelegten Kurs leiten: „Eine Woche Zeichnen und Malen – draußen/drinnen“, verlegt seinen Schwerpunkt aber auf die pittoresken Motive im Rosengarten des Höhenparks Killesberg sowie auf Eliszis Jahrmarkt.

Redaktion Stuttgart-Nord

Ansprechpartnerin
Dr. Eva Funke
s-nord@stz.zgs.de

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