Till Brodbeck und Janek Vollert mitten im Mais. Derzeit wachsen ihnen die Pflanzen schon über den Kopf. Foto: privat

Beim Freibad hinter dem Parkplatz des SV Möhringen eröffnet am Samstag, 19. Juli, wieder ein Maislabyrinth mit buchbaren Programmen für Gruppen. Die beiden 16-jährigen Organisatoren hoffen besonders an den Wochenenden auf regen Betrieb.

Möhringen - Irrgärten gibt es seit dem 16. Jahrhundert; schon damals waren die Menschen von den verzweigten Gängen fasziniert. Till Brodbeck und Janek Vollert, den beiden 16-jährigen Organisatoren des neuen Möhringer Maislabyrinths, ging es in ihrer Kindheit nicht anders. „So ein Labyrinth hat etwas, es ist wie eine kleine eigene Welt“, sagt Till lächelnd.

Die beiden Freunde sind nicht die ersten, die auf die Idee gekommen sind, auf den Feldern ein solches Projekt zu starten. „Mein Vater ist Landwirt und hat schon öfter eines seiner Maisfelder für ein Labyrinth zur Verfügung gestellt“, erklärt Till. Diesmal sind es der Sohn selbst und dessen Freund, die ihren eigenen Irrgarten gemacht haben.

Die letzte Rettung: ein verschlossener Lösungszettel

Der Hauptweg ist etwa 400 Meter lang, alle Wege des Labyrinths umfassen zusammen etwa einen Kilometer. Das ist mehr als genug, um sich zu verlaufen. „Selbst ich als Macher musste schon überlegen, wie ich wieder rauskomme“, erklärt Janek.

Für ebenfalls ratlose Besucher gibt es eine letzte Rettung: einen verschlossenen Lösungszettel. „Wer gar nicht mehr weiß, wo er ist, kann ihn öffnen“, sagt Till. Auf dem Zettel ist eine Darstellung des Irrgartens aus der Vogelperspektive. Darin sind einige Stellen mit Zahlen versehen. Diese Nummern finden sich im Labyrinth wieder. An den nummerierten Orten kann der Suchende erkennen, wo sich seine Ziffer auf dem Zettel befindet und den Weg nach draußen finden.

Dieses Hilfsmittel werden einige Besucher brauchen. Mittlerweile ist der Mais so hoch, dass er Janek und Till über die Köpfe wächst. „Als wir angefangen haben, die Wege zu mähen, waren die Pflanzen noch kniehoch. Es ist einfach ein cooles Gefühl, wenn der Mais um einen rum so schnell wächst“, sagt Janek und schaut zu den Spitzen der Pflanzen hinauf.

Programme werden individuell zugeschneidert

Einen halben Tag haben die beiden gebraucht, um den Hauptweg in den Mais zu mähen und noch mal einen für die Sackgassen. Vorher haben sie die Wege abgesteckt, dann wurde gemäht. „Ein fester Zeitplan ist unglaublich wichtig. Hätten wir zu früh gemäht, wären die Pflanzen zu schnell nachgewachsen“, sagt Till. „Und bei dem schlechten Wetter wie derzeit wären wir überhaupt nicht vorangekommen“, fügt Janek hinzu und schaut durch den Regen zum Eingang des Labyrinths. Sie wollen vor allem Erfahrungen sammeln, damit sie im nächsten Jahr schon wissen, wie es läuft. Mit den Einnahmen wollen sie das Angebot weiter ausbauen.

Bei gutem Wetter hoffen die beiden nach der Eröffnung am 19. Juli auf Gruppen, die ein Programm buchen wollen. Das Labyrinth hat jeden Tag geöffnet; doch gerade an den Wochenenden soll richtig was los sein: Vom Kindergeburtstag bis zur Jugendgruppe, die beiden Organisatoren bieten für jeden etwas. „Es gibt eine große Auswahl an Programmen, wir schneidern diese individuell auf die jeweilige Gruppe zu“, sagt Janek.

Die Arbeit für das Labyrinth war für die beiden 16-Jährigen zum Teil stressig. „Als Janek zum Beispiel seine Prüfungsphase in der Schule hatte, habe ich mehr gemacht“, sagt Till. Die beiden sind ein eingeschworenes Team und kennen sich schon seit Jahren durch die Arbeit bei der Jungschar. Mittlerweile sind sie Leiter beim CVJM, Maislabyrinth-Organisatoren und natürlich gute Freunde.

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