Imposanter Anblick: Die 55 Jahre alte, derzeit freigelegte Holzkonstruktion wird auch weiterhin genutzt. Foto: Patricia Sigerist

Statt eines zwischenzeitlich angedachten Neubaus wird die Maickler-Turnhalle derzeit für 1,8 Millionen Euro grundlegend auf Vordermann gebracht. Die gesamte Haustechnik galt zuletzt als marode und entsprach nicht mehr den Vorschriften.

Fellbach - In dem 55 Jahre alten Gebäude sind die Handwerker derzeit fleißig am Werkeln. Allerdings besteht auch eine gewisse Dringlichkeit. Schließlich steht die üppige Mängelliste in der Maickler-Turnhalle schon seit einiger Zeit fest: „Das Dach der Halle ist undicht, die Wärmedämmung nicht mehr zeitgemäß. Die gesamte Haustechnik ist marode und entspricht nicht mehr den Vorschriften.

Insbesondere aus Kostengründen verzichteten Verwaltung und Gemeinderat allerdings auf einen Neubau

Die Sportböden der Halle und des Gymnastikraums sind gebrochen und stellen ein nicht länger tragbares Verletzungsrisiko dar.“ Mit diesen drastischen Worten beschrieb das Amt für Hochbau und Gebäudemanagement vor gut einem halben Jahr die Situation in der Maickler-Turnhalle. Insbesondere aus Kostengründen verzichteten Verwaltung und Gemeinderat allerdings auf einen Neubau und plädierten stattdessen für die 1,8 Millionen Euro teure grundlegende Sanierung. „Mit überschaubarem Mitteleinsatz“ könne die Halle mit ihren Ausmaßen von 28 auf 14 Meter „auf einen annähernd so guten Stand gebracht werden wie bei einem Neubau“. So sei die tragende Bausubstanz noch als gut einzustufen.

Auch der Gymnastikraum der Turnhalle muss saniert werden. Foto: Patricia Sigerist

Dies trifft überraschenderweise auch auf die Dachkonstruktion zu. Der Blick nach oben beim Baustellenbesuch dieser Tage lässt eine Unmenge von Holz erkennen – „das sind Nagelbinder, wie es beim Bau der Halle 1964 üblich war“, erläutert Michael Immler, Bautechniker und zuständiger Bauleiter im Hochbauamt. Eine arbeitsintensive Methode, die seinerzeit mit deutlich günstigeren Arbeitskräften möglich war. Doch die Konstruktion ist weiterhin in einem gutem Zustand. Die alten Brettschichtträger, also die Vielzahl an Holzgestängen aus zusammengenagelten Brettern, „hält nach wie vor, der Statiker hat das geprüft“. Allerdings gibt es an der sogenannten Außenhaut direkt auf dem Dach eine neue Bekleidung aus Blech, um die Regenmengen künftig besser abzuhalten. Ein komplett neues Dach samt Unterkonstruktion hätte die Kosten erheblich in die Höhe getrieben.

Die Klinkerwand im Gymnastikraum bleibt erhalten

Auch die Klinkerwände in der Halle können großteils weiter genutzt werden,. Dafür ist der Boden komplett herausgerissen – witzigerweise bis auf die Betonröhren für die Reckstangen, die wie Minivulkane circa 20 Zentimeter aus dem Boden ragen und auch künftig den Turngeräten sicheren Halt geben werden. Der neue misch-elastische Boden hat eine Dämmschicht unten und darüber Sperrholzplatten plus Linoleumboden.

Einen ähnlichen Anblick bietet auch der Gymnastikraum, der auch weiterhin nicht über den Aufzug, sondern nur über die bestehende Treppe erreichbar sein wird. Hier bleibt beispielsweise die löchrige Klinkerwand, durch die man beim Treppablauflaufen in die Gymnastikhalle schauen kann, erhalten.

Direkt neben dem Lehrereingang an der Westseite des Gebäudes laufen die vorbereitenden Arbeiten für den Einbau eines Aufzugs für die Halle – in Zeiten von Barrierefreiheit ein Muss, wenn eine Schule modernisiert wird. Ebenfalls erneuert werden die Sanitärräume, die Elektroinstallationen, die Beleuchtung und die Lüftung über neue Kanäle.

Sommerliche Bauarbeiten in den Fellbacher Schulen

Auch heuer werden die Sommerferien für Renovierungen in den Schulen, Sportstätten und Kindertagesstätten genutzt. Nach Auskunft des Amts für Hochbau und Gebäudemanagement sind in acht Einrichtungen Bauarbeiter zugange. Gesamtkosten: viereinhalb Millionen Euro.

Friedrich-Schiller-Gymnasium

Die Renovierung diverser Klassenzimmer kostet 40 000 Euro.

Maickler-Turnhalle

Die noch bis ins kommende Jahr reichende Generalsanierung der Sporthalle und des Gymnastiksaals kommt auf 1,8 Millionen Euro.

Zeppelinschule

Hier geht es um die Erneuerung der Garderoben und um Malerarbeiten. Die Kosten haben eine Gesamthöhe von 25 000 Euro.

Silcherschule

Die Sanierung der Küche und der Toilettenanlagen kommt auf 1,23 Millionen Euro.

Gustav-Stresemann-Gymnasium

Hier geht es um die Akustikdecke und die Beleuchtung des Flurs im Erdgeschoss. Kosten 135 000 Euro.

Sporthalle I Schmiden

Im Umkleidebereich geht es um die Sanierung von Dach, Fassaden und Fenstern für 450 000 Euro.

Anne-Frank-Schule

Die Renovierung des Verwaltungsbereichs wird auf 80 000 Euro taxiert.

Alt- und Erweiterungsbau Rhythmische Sportgymnastik

Noch völlig offen sind die Kosten sowie der weitere Zeitplan für die Beseitigung der Wasserschäden im Alt- und Erweiterungsbau. Die aktuell bis Mitte September laufende Sanierung von Dach, Fassaden und Fenstern im Altbau kommt auf 650 000 Euro

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