Der Herrenberger Standort der Straßenmeisterei soll beibehalten werden. Das Gelände stellt der Bund auch künftig kostenlos zur Verfügung stellen. Foto: factum/Bach

Die Kreisräte bleiben dabei: bei Magstadt soll eine neue Straßenmeisterei gebaut werden. Allerdings ist der Streit mit einer Gärtnerei um ein Grundstück noch nicht beendet.

Magstadt - Die Kreisverwaltung will jetzt endlich Nägel mit Köpfen machen und den Neubau einer Straßenmeisterei bei Magstadt in Angriff nehmen. Fünf Millionen Euro hat das Landratsamt dafür vorgesehen. Die Kreisräte gaben in den jüngsten Ausschusssitzungen grünes Licht, der Grundsatzbeschluss für die neue Straßenmeisterei war aber bereits vor fast sieben Jahren gefällt worden. Allerdings war zum einen jahrelang nicht klar, ob das Land die Straßenmeistereien in seine Regie übernimmt, zum anderen musste der Kreis die nötigen Grundstücke erst erwerben.

60 Ar fehlen aber immer noch. Der Magstadter Gärtnermeister Klaus Winter hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich dagegen gewehrt, sie dem Kreis abzutreten. Tauschgrundstücke lehnte er bisher ab, ebenso den Verkauf seines Ackers. Nun soll mit dem Tauziehen aber Schluss sein. Wenn er die Angebote der Kreisverwaltung weiterhin ausschlägt, soll er über das Flurbereinigungsverfahren dazu gezwungen werden, das Grundstück herzugeben.

„Es war für mich keine Alternative dabei“

„Es geht nicht nur um das Finanzielle, für mich steht die Zukunft meines Betriebs auf dem Spiel“, erklärt Winter. Er benötige eine adäquate Ausgleichsfläche für den Acker, der sich durch eine sehr hohe Bodenqualität auszeichne. Auf diesem hat er bisher Heilpflanzen angebaut, etwa Johanniskraut, das er unter anderem für den Safthersteller Schoenenberger produzierte. „Wir haben ihm bereits im Jahr 2011 ein ganze Liste mit Grundstücken vorgelegt, die er haben kann“, berichtet Hans-Ulrich Merz, der Magstadter Bürgermeister. Doch Winter habe abgewunken. „Es war für mich keine Alternative dabei“, unterstreicht er. Das sei aber auch gar nicht so einfach, sagt Winter mit Verständnis für die Nöte der Kreisverwaltung, weil es rund um Magstadt keinen vergleichbaren Boden der ersten Güteklasse mehr gebe.

Doch macht sich Winter nichts vor, wenn es nun in die finalen Verhandlungen geht: „Es wird wohl über die Flurbereinigung laufen, da können die Herren doch machen, was sie wollen.“ Laut Merz hat darüber in dieser Woche ein weiteres Gespräch stattgefunden, an dem er und die Planer teilnahmen. Dusan Minic, der Sprecher des Landratsamts, sagte, dieses Gespräch habe noch kein endgültiges Ergebnis gebracht. Merz bekennt zudem, er habe keine neuen Grundstücksalternativen für Winter zu bieten. Zudem zeigt er sich skeptisch darüber, dass dem Gärtner mit dem Flurbereinigungsverfahren beizukommen ist. „Es wird doch im Zuge des Baus der B 464 durchgeführt. Die Frage ist, ob es auch für den Bau einer Straßenmeisterei angewendet werden kann.“

Der Standprt Herrenberg soll erhalten bleiben

Die Planer wollen aber auf jeden Fall an dem neuen Standort bei Magstadt festhalten. Zumal das Karlsruher Beratungsbüro Durth Roos Consulting in einem nun in den Ausschüssen vorgelegten Bericht den Standort als die Nummer eins auswies. Insgesamt waren 13 mögliche Flächen bei Renningen und Magstadt untersucht worden, manche Grundstücke in der engeren Wahl wurden von der Gemeinde Magstadt abgelehnt. Mit Ausnahme der etwa 1,75 Hektar großen Fläche am Knotenpunkt der B 464 und der Landesstraße. Sie bietet zudem die Möglichkeit, die Straßenmeisterei später bei Bedarf zu erweitern.

Der Neubau wird ins Auge gefasst, weil die bisherige zentrale Straßenmeisterei in Leonberg für moderne Fahrzeuge zu klein geworden ist und zudem manche Gebäude sanierungsbedürftig sind. Das Gelände in Leonberg und eine Außenstelle in Weil der Stadt gehören dem Land. Der Kreis zahlt dafür jährlich eine Miete von mehr als 50 000 Euro. Wenn beide Standorte in Magstadt zusammengeführt werden, werden Personalkosten in Höhe von 150 000 Euro im Jahr gespart.

Dem Bund gehört der zweite Straßenmeisterei-Standort in Herrenberg. Das zuständige Ministerium hat signalisiert, dass er bestehen bleiben soll und daher dem Kreis weiterhin kostenlos zur Verfügung steht. Der Standort ist für den südlichen Landkreis wichtig.

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