Die Schule ist in die Jahre gekommen – sie muss saniert werden.Foto: factum/Simon Granville Foto:  

Der Ausbau der Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule soll zwölf Millionen Euro weniger kosten. Wo gespart werden soll, ist noch weitgehend unklar.

Magstadt - Florian Glock möchte aus der Not eine Tugend machen. Wie soll die Gemeinde die zuletzt veranschlagten 30 Millionen Euro bezahlen, die die Renovierungsarbeiten und die geplanten Neubauten an der Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule verschlingen würden?

Alles kommt auf den Prüfstand

Bei dieser Summe musste zuletzt nicht nur der Magstadter Bürgermeister die Luft anhalten. Auch die Verantwortlichen in der Bauverwaltung und der Gemeinderat verfielen angesichts dieser Kosten fast in eine Schockstarre. Der Stein der Weisen ist nun aber gefunden: Die ursprünglichen Baupläne werden nochmals genau überprüft. „Wir haben Fachingenieure damit beauftragt, nach Einsparmöglichkeiten bei diesem Megaprojekt zu suchen“, erklärt Florian Glock.

Auch ein Kostenlimit wurde gefunden: Für die Baumaßnahmen sollen höchstens 18 Millionen Euro aufgewendet werden. Der Gemeinderat bewilligte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig sechs Aufträge an einschlägige Büros, die noch einmal die Planung der Tragwerke für die neuen Gebäude unter die Lupe nehmen, die Installation neuer Heizungen, der Sanitär- und Lüftungsanlagen, die Elektrotechnik, den Brandschutz und nicht zuletzt die Ausstattung einer Küche.

Die Schüler speisen in der Festhalle

Das Schulhaus muss vergrößert werden, weil für den Ganztagesbetrieb an der Schule Klassenzimmer fehlen. Außerdem gibt es keinen Mittagstisch – der Bau einer Mensa ist überfällig. Bisher weichen die Schüler in die Festhalle aus, um sich dort verköstigen zu lassen. Neben 330 Grundschülern besuchen weitere 180 Kinder und Jugendliche die Gemeinschaftsschule. Zum Start des neuen Schuljahres hatte es zudem 36 Anmeldungen für die Klasse fünf gegeben. Eine zweite Einstiegsklasse musste gebildet werden. Die Rektorin Irene Wilfinger hat ihre liebe Mühe, die Schüler im bestehenden Gebäude unterzubringen.

Die Schüler müssen sich oft mit ihren Lerngruppen in die Nischen im Schulgebäude begeben oder sich in den Klassenzimmern verteilen, wenn sie an Projekten arbeiten. Und weil in Magstadt – wie fast überall im Landkreis – das Angebot des altersgemischten Lernens immer mehr gefragt ist, rechnet die Kepler-Schulleitung in den nächsten Jahren damit, dass 220 bis 230 Schüler die Gemeinschaftsschule besuchen werden. Deshalb sind sich alle einig: Rasches Handelns ist gefragt.

Weniger Förderung als erhofft

Enttäuscht ist man indes, dass es weniger finanzielle Unterstützung gibt als bisher angenommen. Im Prinzip werden bis zu 33 Prozent der Ausgaben für Schulsanierungen und Neubauten bezuschusst. „Nach Abzug der nicht förderfähigen Kosten kommen wir jedoch wohl nur auf zehn bis 15 Prozent, die wir vom Bund und Land erwarten können“, stellt Glock fest. Sämtliche bisher ermittelten Kosten müssten deshalb auf den Prüfstand. Schließlich habe die Gemeinde auch noch andere Bauprojekte zu schultern. Dazu zählt die Sanierung des unteren Marktplatzes, für welche die Gemeinde mehr als zwei Millionen Euro selbst aufbringen muss. Zudem steht der Bau der Osttangente an – und nicht zuletzt die Errichtung eines Regenrückhaltebeckens. „Zwar haben wir derzeit noch 18 Millionen Euro an Rücklagen“, sagt Glock. Doch das Geld reiche mittelfristig nicht für alles aus.

Die Fachingenieure sollen in der nächsten Gemeinderatssitzung ihre Vorschläge unterbreiten. „Wir werden die Schule nicht komplett sanieren können“, sagt Glock. Es müssten deutliche Abstriche gemacht werden. Ob man freilich das gesetzte Kostenlimit erreiche, sei offen. „Auf jeden Fall wollen wir die Qualität der Schule steigern“, betont der Rathauschef.

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