Männern wird es immer wichtiger, schön zu sein. Bei Breuninger gab es am Freitag Tipps von Experten des Magazins „GQ“. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Wie werden Männer schön oder noch schöner? Das Magazin „GQ“ hat am Freitagnachmittag bei Breuninger in Stuttgart Styling-Tipps rund um Outfit, Bartwuchs und Selfies gegeben. Gürtel, so lernten die Teilnehmer, sind out.

Stuttgart - Große Ereignisse werfen ihre Schatten unter die Augen. Der Autor Constantin Herrmann, der beim Herren-Lifestyle-Magazin „GQ“ das Berufsbild „Beauty-Director“ erfüllt, weiß, was Männer am Morgen nach dem Wasenbesuch tun sollten. „Einen Esslöffel aus dem Kühlschrank aufs Auge drücken, das hilft, um rasch besser auszusehen “, sagt der aus München angereiste Experte fürs moderne Mannsein.

Bei der dritten „GQ“-Style-Academy ist Herrmann einer von vier Referenten, die 30 Gewinnern aus dem gesamten Bundesgebiet bei Breuninger in Stuttgart Tipps geben, wie man als Mann seinen Stil findet, wie man besser und vor allem so fit aussieht, wie man sich manchmal sogar fühlt. Das mit dem Stil ist eine sehr individuelle Angelegenheit, versichert „GQ“-Chefredakteur Tom Junkersdorf in seiner Begrüßung. Der klassische Anzug stehe schon lange nicht mehr für den beruflichen Erfolg. Die Millionäre von Silicon Valley gäben mit Jeans und Sneakers einen ganz anderen Weg vor. „Aber auch das ist eine Uniform, die nicht jeder Mann tragen will“, sagt der 50-Jährige, der sich über die heutige Vielfalt des Anziehens freut.

Flanking ist doch noch nicht out

Besonders lobt Junkersdorf das Outfit von Breuninger-Geschäftsführer Joachim Aisenbrey: „Wenn ich ihn so wie heute in Mailand gesehen hätte, hätte ich gesagt, Mann, in Italien arbeiten coole Typen – aber er arbeitet in Stuttgart.“ Der Kaufhaus-Chef trägt einen eng anliegenden Anzug mit einer Hose, die so kurz ist, dass man den nackten Knöchel sieht. Flanking ist doch noch nicht out. Was hingegen out ist, stellt der Chefredakteur klar: „Gürtel trägt man nicht mehr.“ Leichter fühle man sich gürtellos und damit viel besser, weil nichts aufträgt.

Bei den Workshops lernen die Gewinner von Peter Lang vom Breuninger-Massatelier, wie man eine Fliege bindet. Herbert Grönemeyer, verrät Junkersdorf, werde zur „GQ“-Gala zum Mann des Jahres mit Fliege kommen – bewusst mit einer, die er bindet. „Nichts ist schöner“, findet der Chefredakteur, „als zur späten Stunde die Fliege aufzumachen und um den Hals zu hängen.“

Simon Lohmeyer fotografiert ganz normale Menschen nackt

Der Berliner Fotograf Simon Lohmeyer, Model und Styleblogger bei „GQ“, gibt Tipps für Selfies. Gutes Licht sollte man suchen und sich von oben fotografieren. Als „Hippie des 21. Jahrhunderts“ sieht er sich und fotografiert für eine Kunstserie Menschen nackt. In Stuttgart muss sich keiner bei ihm ausziehen. Es gibt so viele Teile, die einen Mann schmücken. Man muss nur finden, was passt. „Beauty-Director“ Constantin Herrmann empfiehlt Männern, den Bart v-förmig zu schneiden oder zu trimmen, damit sehe die Kopfform besser aus. Auf die tägliche Belastung durch UV-Strahlen müsse man mit Cremes reagieren. Ganz wichtig für ein gutes Aussehen seien Sport und die optimale Ernährung. Wenn das alles nicht reicht, dürfe man sich auch als Mann zur Hautstraffung eine Spritze vom Hautarzt gönnen. Herrmann macht dies einmal im Jahr. „Das tut nicht weh“, sagt er, „weil der Wirkstoff schon beim Spritzen betäubt.“ Bei Männern ist heutzutage vieles anderes als früher. Männer kennen keinen Schmerz? Sie dürfen sogar darüber reden!

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