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Hemdenhersteller übernimmt mit Münchner März AG den Mercedes unter den Strickern.

Bietigheim-Bissingen - Für den Hemdenhersteller Olymp aus Bietigheim-Bissingen gewinnt Freizeitmode immer mehr an Bedeutung. Deshalb hat der Mittelständler den Münchner Pulloverspezialisten März gekauft.

"Im Frühjahr hatten wir Polos und Freizeithemden, im Herbst und Winter eine Lücke", beschreibt Olymp-Chef Mark Bezner das Problem. Ab Herbst 2011 will Olymp nun auch mit Pullovern punkten - ein Wunsch, der von den Fachhändlern kam. Mit der Münchner März AG habe man eine "Perle" bzw. "den Mercedes unter den Strickern im Preissegment ab 99 Euro aufwärts" gekauft, sagt Bezner. Beide Marken - Olymp und März - werden auch künftig eigenständig geführt, doch will man vom gegenseitigen Know-how profitieren. Über den Kaufpreis, den Olymp ohne Fremdmittel stemmen konnte, wurde Stillschweigen vereinbart.

März stellt Pullover und Strickjacken für Damen und Herren her, beschäftigt rund 90 Mitarbeiter in München, weitere 380 im Produktionswerk in Ungarn und erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 23,6 Millionen Euro (Vorjahr: 24,2 Millionen Euro). Der bisherige März-Chef Stephan Gittel soll weiter von München aus die Fäden ziehen. Er steht seit 2004 an der Spitze des Mittelständlers.

Damas war der Strickspezialist, der unter anderem den legendären gelben Wollpullunder von Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher hergestellt und auch schon die deutsche Ski-Mannschaft bei Olympischen Winterspielen ausgestattet hat sowie mit seinen Pullis bei einer Himalaja-Expedition mit von der Partie war, in die Insolvenz geraten. 2008 wurde März vom damaligen Insolvenzverwalter Martin Prager in eine neue Gesellschaft ausgegliedert und nun an Olymp-Chef Mark Bezner verkauft, der jetzt alleiniger Inhaber ist. "In Olymp sehen wir einen finanzstarken und branchenerfahrenen Investor", so Prager. Für die Gläubiger hat sich die Restrukturierung ausgezahlt. Banken und Lieferanten wurden längst ausbezahlt, auch die restlichen Gläubiger werden mit deutlich über 50 Prozent ihrer Forderungen bedient.

Freizeitmode steuert bei Olymp rund 25 Prozent zum Umsatz bei, der 2009 bei 116,3 (Vorjahr: 109,4) Millionen Euro lag. Bei Hemden von 39 bis 59 Euro ist Olymp mit 25,8 Prozent Marktführer in Deutschland - vor Eterna und Seidensticker. Olymp beschäftigt gut 400 Mitarbeiter in Deutschland und lässt in Mazedonien, Kroatien und Indonesien fertigen, wo insgesamt rund 3000 Menschen dem Familienunternehmen zuarbeiten.

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