Zum Jahresende finden viele Beschäftigte auf ihren Gehaltszettel einen Extra-Posten: das Weihnachtsgeld. Foto: dpa

Viele Unternehmen zahlen Weihnachtsgeld – aber nicht alle. Und wenn, dann gibt es noch immer Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Stuttgart - Mehr als jeder zweite Beschäftigte in Deutschland bekommt Weihnachtsgeld. Nach der jüngsten Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung profitieren 55 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland von der Sonderzahlung. Weit über diesem Durchschnitt liegen die Beschäftigten, für die ein Tarifvertrag gilt. In dieser Gruppe wird an 77 Prozent aller Mitarbeiter Weihnachtsgeld gezahlt.

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Anders sieht es in tariflosen Bereichen aus: Dort erhalten dieses nur 42 Prozent der Beschäftigten. „Der Tarifvertrag ist der Dreh- und Angelpunkt“, meint auch Thorsten Schulten, Referent für Arbeits- und Tarifpolitik beim WSI. Es gibt aber auch noch weitere Unterschiede: So erhalten Männer mehr als Frauen, weil diese oft in tariflosen Unternehmen tätig sind. Nach Ansicht von Schulten ist das Weihnachtsgeld für Unternehmen eine Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber darzustellen.

Handel hofft auf große Kaufkraft

„Gute Fachkräfte gehen dort hin, wo es gute Arbeitsbedingungen gibt. Dazu trägt auch das Weihnachtsgeld bei“, sagte Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, unserer Zeitung.

Allein in der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten sind in den tarifgebundenen Unternehmen „520 000 Beschäftigte eingesetzt, denen in aller Regel das tariflich vorgesehene Weihnachtsgeld zusteht“, sagt Gabriel Berger, Geschäftsführer Tarifpolitik und Tarifrecht beim Arbeitgeberverband Südwestmetall.

Was für die Beschäftigten erfreulich ist, ist auch für den Handel wichtig: „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Kaufkraft möglichst hoch ist“, sagt Sabine Hagmann, die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg.

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