Das neue Grundstück direkt an der A 81 bietet 2,7 Hektar Fläche. Foto: Mädler

Der Maschinenbau-Zulieferer Mädler zieht von Stuttgart-Degerloch nach Gärtringen. Damit kommen 200 Arbeitsplätze und Gewerbesteuer aus etwa 80 Millionen Euro Umsatz in die Gemeinde

Viele Autofahrer kennen das gelbe Schild der Firma Mädler direkt an der B 27 in Stuttgart/Degerloch. Doch dort ist es dem Maschinenbau-Zulieferer Mädler zu eng geworden. Von 2029 an wird dieses Schild direkt an der A 81 in Gärtringen zu sehen sein, auf einem etwa doppelt so großen Grundstück.

 
Der bisherige Firmensitz von Mädler in der Stuttgarter Tränkestraße Foto: Mädler

Die beiden Geschäftsführer Antje Michel und Steffen Krotz sind froh, dass sie in der Nähe von Stuttgart einen neuen Hauptsitz gefunden haben. Er ist nicht allzu weit weg von Degerloch, und es gibt einen S-Bahn Anschluss. Mit diesen Vorteilen, so hoffen die Geschäftsführer, werden sie es schaffen, die Belegschaft zu halten, denn auch bei Mädler tut man sich schwer, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Ansonsten freuen sich die Geschäftsführer, ihre Produktion und ihre Logistik auf dem neuen Grundstück maßgerecht auf die Bedürfnisse des Unternehmens zuschneiden zu können. Mädler liefert Bauteile für Maschinen, knapp 40 000 verschiedene sind zur Zeit im Sortiment und bald auch in ihrem vollautomatischen Hochlager am neuen Gärtringer Standort. „Unsere Philosophie ist, dass wir noch am gleichen Tag unsere Produkte ausliefern“, erklärt der Geschäftsführer Steffen Krotz. Mit diesem Geschäftsmodell gelang es der Firma, in den letzten Jahrzehnten zu expandieren. Schließlich kostet es jeden Kunde viel Geld, wenn die teuren Maschinen stehen bleiben.

Gemeinde schafft die Infrastruktur

Die Firma Mädler wurde 1882 gegründet und ist eine Holding mit mehreren Standorten in Europa und Übersee. Der Umzug betrifft den Hauptsitz von Mädler in Stuttgart, wo man hauptsächlich Handel betreibt. Dabei geht es um Gewindetechnik, Verzahnungen, Getriebe und Motoren oder Pneumatik. In Gärtringen wird es auch eine eigene Produktion geben, denn manche Teile, die Mädler anbietet, werden selbst gefertigt.

Das etwa 2,7 Hektar große Grundstück liegt im Flurstück Riedbrunnen, direkt neben der A 81 und der B 14, ein Nachbar ist die Firma Nordfrost. Von der S-Bahn-Haltestelle sind es sieben Minuten mit dem Fahrrad und 19 Minuten zu Fuß. Damit die Anbindung noch besser wird, hat die Gemeinde bereits vorgeplant: Mit einer neuen Fußgängerinsel und einer Asphaltdecke über einen Grasweg soll das gesamte Gewerbegebiet Riedbrunnen besser mit dem Fahrrad erreichbar werden.

Nachdem der Gemeinderat dem Verkauf zugestimmt hat, wird Mädler 2025 den Bauantrag einreichen. Im ersten Halbjahr 2026 ist der Spatenstich geplant, in dreieinhalb Jahren, im ersten Halbjahr 2028, soll das Gebäude fertig sein und die Verwaltung und die Logistik aus Stuttgart wegziehen. Von 2029 an wird dann die Produktion schrittweise verlagert, anschließend, so der Plan der Geschäftsleitung, soll das alte Grundstück in Stuttgart Degerloch verpachtet oder verkauft werden.

Am neuen Standort sollen dann 200 Mitarbeiter tätig sein. Für den Gärtringer Bürgermeister Thomas Riesch bedeutet der Umzug von Mädler einen großen Erfolg seiner Ansiedlungspolitik. Mit ihren 80 Millionen Euro Umsatz dürfte die Firma künftig zu den Top-Gewerbesteuerzahlern in der Kommune gehören.