Maeckes kann auch Gitarre gut, wie er bei seiner One-Man-Show zeigt. Foto: Lichtgut - Ferdinando Iannone/Ferdinando Iannone

Lokalheld und Rapper „Maeckes“ gibt im Wizemann tiefere Einblicke in sein Innerstes, kritisiert das Stuttgarter Publikum und bringt dann doch noch Schwung in die Hüfte.

Stuttgart -

 

„Einfach gut“, die alte Melodie eines alten Werbesongs aus den 90ern, ist eingangs zu hören, als Rapper Maeckes am Dienstagabend schließlich zum zweiten Mal auf die Bühne kommt, nachdem er sein Intro erst nochmal selbst einstellen musste. Es ist eben eine One-Man-Show. Das Bühnenbild erinnert an das US-amerikanische Comedy-Talk-Format „Between two Ferns“, wobei es hier nur eine Pflanze gibt, dazu einen Sessel und ein Tischchen. Dann natürlich Maeckes‘ Elektronik, oder auch „Dose“ wie er es nennt, und schließlich seine Gitarre, im Sinne des Programms: „Maeckes & Die Gitarre“.

Die Liedermacherqualitäten des gebürtigen Kornwestheimers

Dass Maeckes neben dem Mic auch Gitarre kann, stellt er an diesem Abend unter Beweis, auch wenn er von sich selbst behauptet, er müsse manchmal noch üben. Im Wechsel sind Balladen und Hip-Hop-Songs zu hören, vieles von seinem im Juni erschienenen dritten Soloalbum „Pool“. Darunter Songs wie „1, 2, 3, 4“, „Swimmingpoolaugen“ oder „Stoik und Grandezza“. Es zeigen sich die Liedermacherqualitäten des gebürtigen Kornwestheimers, die gekonnt charmant von kleineren Schrägheiten durchsetzt sind. Etwa folgt auf den ruhigen, sanften Song „Mauern“, in dem es darum geht, seinem eigenen Gedankengefängnis nicht entfliehen zu können, ein 90er Jahre Techno-Einspieler, um zu zeigen, so der Künstler, „was bei diesem Song in meinem Kopf abgeht, ist nicht das, was ihr hört“. Entsprechend der Liedzeile: „Als hättest du hundertfünfzig Energiedrinks zu verdauen“. Ein Überraschungsgast ist auch am Start, nämlich Bartek Nikodemski, alias „Plan B“ und Bandmitglied bei den Orsons. Gemeinsam performen sie den Song „Jetzt“.

Maeckes ist unzufrieden mit dem Stuttgarter Publikum

Mit seinem schüchternen Publikum ist der Künstler bei diesem Sitzkonzert in der Wizemann-Halle nicht so ganz zufrieden: zu wenig Enthusiasmus sei da zu sehen, zu wenige Arme in der Luft, zu wenige Feuerzeuge an. So gibt es den ein oder anderen Diss auf die Stuttgarter Publikumsmentalität - Maeckes darf das - und der Künstler agiert zunehmend wie ein Dompteur, gibt Anweisungen zum Videos machen, zum Stehen und Tanzen, setzt sich dabei bequem in seinen Sessel und hat Spaß an der Partymenge, die dann doch gerne dem Aufruf folgt, die Hüften zu schwingen – und, da genug Platz vorhanden, auch den 2 macht.

Gegen Konzertende verwandelt sich der Raum dann doch noch, nach gleichnamigem Song, in eine „Partykirche“, Maeckes, ganz zufrieden, darf abgehen, das Publikum hätte gerne noch weiter getanzt.