Der linksextreme Machthaber Maduro wurde während einer US-Spezialoperation verhaftet und außer Landes gebracht. Was über die Lage vor Ort bekannt ist.
In der dunklen Nacht von Caracas heulten ersten die Sirenen auf, dann folgte ein Einsatz der US-Luftwaffe. Nach und nach wurde die Tragweite der Operation des amerikanischen Militärs in Venezuela deutlich. Schließlich verkündete US-Präsident Donald Trump: „Die Vereinigten Staaten von Amerika haben erfolgreich einen groß angelegten Angriff auf Venezuela und dessen Staatschef Nicolás Maduro durchgeführt, der zusammen mit seiner Frau festgenommen und außer Landes gebracht wurde.“
Maduro soll nun vor ein US-Gericht gestellt werden. Vorwurf: Er ist der Kopf des Drogenkartells „Soles“, dass Drogen in die USA geschmuggelt haben soll. Die US-amerikanische Drogenfahndung DEA muss das nun beweisen. Anders als die Vorwürfe des Drogenhandels sind die schweren Menschenrechtsverletzungen des linksextremen Maduro-Regimes in unzähligen Berichten eindeutig dokumentiert. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte deshalb schon Ermittlungen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgenommen, musste sein Büro in Caracas aber jüngst schließen. UN-Berichterstatter hatten erst vor wenigen Tagen nochmals über außergerichtliche Hinrichtungen des venezolanischen Militärs berichtet. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch oder Amnesty hatten Folter, Mord und brutale Repression gegen die venezolanische Opposition belegt. Wegen der Gewalt der Sicherheitskräfte waren in den letzten zehn Jahren mehr als acht Millionen Menschen aus Venezuela geflohen, das entspricht einem Viertel der Bevölkerung.
Zudem fehlt Maduro die internationale Anerkennung seines selbst erklärten umstrittenen Wahlsieges aus dem Juli 2024. Unabhängige Wahlbeobachter hatten erhebliche Zweifel daran geäußert. Die Opposition konnte nach eigenen Angaben belegen, dass Oppositionskandidat Edmundo Gonzalez die Wahlen gewann. Das Maduro-Regime weigerte sich bis heute, die Wahlakten unabhängigen Untersuchungskommissionen zugänglich zu machen.
Wie es nun in dem krisengeschüttelten Land weitergeht ist unklar. Aus dem Umfeld von US-Außenminister Marco Rubio hieß es, dass erst einmal keine weiteren Militärschläge mehr geplant seien, da das Hauptziel der Operation gefasst worden sei.
Venezuela ist damit erst einmal führungslos. Vizepräsidentin Delcy Rodriguez forderte von den USA einen Beweis dafür, das Maduro noch lebe. US-Präsident Trump nannte die Operation, die zur Verhaftung Maduros führte, „brillant“. Offenbar diente der vorangegangene Militärschlag dazu, die Aktion aus der Luft abzusichern. Dass die Amerikaner praktisch ungestört und ohne Gegenwehr in die venezolanischen Luftraum eindringen und zum Aufenthaltsort Maduros vordringen konnten, deutet daraufhin, dass die US-Militärs Helfer im venezolanischen Verteidigungsministerium und im unmittelbaren Umfeld Maduros gehabt haben müssen. Der wird auch von Experten des kubanischen Geheimdienstes geschützt.
Die Lecks in Venezuelas Machtapparat stärken die Theorie, dass die Amerikaner hinter dem Rücken Maduros mit dessen engsten Zirkel verhandelt haben könnten. Trump hatte Maduro in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, von seinem Amt zurückzutreten. Es könne sich aussuchen, ob es auf die nette oder die harte Tour geschehe, hatte Trump Maduro zum Aufgeben aufgefordert.
Ob damit das linksextreme Regime tatsächlich entmachtet ist, bleibt abzuwarten. Die Situation in dem südamerikanischen Land bleibt unberechenbar. Venezuela ist Rückzugsgebiet der kampferprobten kolumbianischen Guerillabanden, die den Sozialisten ihre Loyalität versichert haben. Zudem verfügt der Machtapparat über paramilitärische Banden, die in der Vergangenheit Aufstände niedergeprügelt und niedergeschossen haben. Diese Banden als auch die mit Maduro eng verbandelten Militärs haben bei einem Machtwechsel viel zu verlieren.
Was über die mögliche Nachfolge bekannt ist
Eine potentielle Nachfolgerin steht auch schon in Startlöchern: Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado, die in den letzten Wochen stets betonte, dass Maduros Tage an der Macht gezählt seien, würde laut Umfragen Neuwahlen klar und deutlich gewinnen. Sie stellte sich in den vergangenen Wochen hinter die US-Militäroperation, die mit dem Abschuss von Drogenbooten in der Karibik begann. In Oslo antwortete sie auf die Frage, ob sie eine US-Invasion befürworte: „Es gibt schon längst eine Invasion in Venezuela. Es sind russische Militärberater da, kolumbianische Guerillabanden, die Hamas, die Hisbollah nutzen Venezuela als Drehscheibe für ihre Aktivitäten in ganz Lateinamerika.“
Zur Lösung der innenpolitischen Krise müsste es allerdings auch Unterstützung aus den Nachbarländern Venezuelas geben. Dort solidarisierte sich zuletzt Kolumbiens linksgerichteter Präsident Gustavo Petro mit Maduro und forderte eine Sondersitzung der internationalen Gremien. Brasiliens Präsident Lula da Silva verurteilte das amerikanische Vorgehen in der Vergangenheit ebenfalls scharf. Argentiniens libertärer Präsident Javier Milei begrüßte dagegen die Verhaftung Maduros als großen Sieg für die Freiheit in Lateinamerika.