Machete Kills Gedärme um Rotorblätter

Von Wolfram Hannemann 

Danny Trejo als Machete und Michelle Rodriguez als Luz in Machete Kills. Foto: Universum
Danny Trejo als Machete und Michelle Rodriguez als Luz in "Machete Kills". Foto: Universum

Robert Rodriguez treibt das Spiel mit dem Trash in dem Action-Thriller „Machete Kills“ auf die Spitze.

Filmkritik und Trailer zum Kinofilm "Machete Kills"

Stuttgart - Alles geht blitzschnell. Ein Hieb mit der Machete, schon ist der Bauch des Angreifers geöffnet. Dann ein gekonnter Griff ins Innere, die Gedärme herauszuziehen und über die Rotorblätter eines startenden Helikopters zu werfen. Wie auf ein Wollknäuel werden die Innereien jetzt fein säuberlich aufgewickelt. Der Mann, den sie Machete nennen, hat wieder ganze Arbeit geleistet. Und das Publikum wird es ihm mit frenetischem ­Applaus danken. Denn darauf hat die Fangemeinde schon lange gewartet: die Fortsetzung des von Robert Rodriguez’ („Desperado“, „Sin City“) Kult gewordenen Trash-Films „Machete“. Genau so, wie er es damals im Abspann bereits versprochen hatte.

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Im Auftrag der US-amerikanischen ­Regierung soll Machete dieses Mal einen schizophrenen Mexikaner ausschalten, der eine Rakete auf Washington abfeuern will. Doch der Auftrag hat einen Haken: Der Auslösemechanismus für die Rakete ist dank chirurgischen Eingriffs an das Herz des ­Bösen gekoppelt. Stirbt er, geht die Rakete los. War da eben die Rede von einem Haken? Keine Sorge: Machete lässt sich von ­Haken nicht aufhalten! Und so darf sich der Buschmesser schwingende Kerl wieder durch ganze Armeen von Gangstern schlagen, ohne natürlich auf das eine oder andere Schäferstündchen zu verzichten.

Der Regisseur ist seinem Stil treu geblieben und zelebriert genüsslich eine Hommage an das Trivialkino der 1970er und 1980er Jahre. Wer sich aus Versehen in diesen niederen Instinkten verschriebenen Film verirrt, der ist dort fehl am Platz. In einen „Machete“-Film geht man nicht versehentlich, sondern mit ganz klaren Absichten: Splatter-Fun ist angesagt! Hier wird nicht nur die Zahl der Dahinscheidenden in die Höhe ­geschraubt, auch die Präsenz leicht bekleideter junger Frauen mit reichlich Oberweite hat merklich zugenommen.

Derart pralle Tatsachen schreien förmlich nach 3-D. Ein Schrei, den Filmfan Rodriguez nicht ungehört verstummen lässt und so den 3-D-Hype gekonnt persifliert – in 2-D ­natürlich. Fazit: Rodriguez liefert exakt das, was auf der Verpackung steht. Seine Anhänger dürfen sich freuen.

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