Lukas Kling: Chef im zentralen Mittelfeld der Stuttgarter Kickers. Foto: Baumann

Lukas Kling ist im Mittelfeld der Stuttgarter Kickers die zentrale Figur. Im Interview vor dem Heimspiel gegen Germania Friedrichstal spricht der 29-Jährige über seine Fitness, sein Leben neben dem Fußball und die Aufstiegschancen.

Stuttgart - Lukas Kling steuert beim Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers neben Neuzugang Pedro Astray das Spiel im zentralen Mittelfeld. Vor dem Heimspiel gegen den FC Germania Friedrichstal (Samstag, 14 Uhr/Gazistadion) warnt der 29-Jährige davor, den Tabellenvorletzten zu unterschätzen, dennoch ist er mit Blick auf die Meisterschaft sicher: „Wir können uns nur selbst stoppen.“

Herr Kling, kommen die Kickers langsam ins Rollen?

Ja, das ist so. Unsere Punktausbeute stimmt und was das Spielerische betrifft, sehe ich auch eine positive aufsteigende Tendenz.

Würden Sie sagen, die Kickers sind aufstiegsreif?

Ja, definitiv sind die Stuttgarter Kickers aufstiegsreif. Die Infrastruktur des Vereins genügt Drittligaansprüchen, die Fans sind erstklassig, und unsere Mannschaft hat das Potenzial für die Regionalliga. Aber völlig klar ist: Wir haben noch einen weiten Weg vor uns und müssen einen Schritt nach dem anderen machen.

Wie ordnen Sie den Verein Stuttgarter Kickers in Ihrer persönlichen Rangliste ein?

Die Stuttgarter Kickers sind nach dem 1. FC Nürnberg der beste Verein, für den ich gespielt habe.

Schildern Sie doch mal bitte Ihren Karriereverlauf.

Ich spielte bis zur C-Jugend für den VSC Donauwörth, dann ging es zum FC Augsburg, wo ich dann auch in der zweiten Mannschaft am Ball war. Über den TSV Aindling, den TSV Gersthofen, den FV Illertissen und Schweinfurt 05 ging es dann zu den Blauen.

Welche Trainer haben Sie am meisten geprägt?

Schwer zu sagen. Am ehesten Ilija Aracic (Anm. d. Red.: früher VfB Stuttgart U19) und Holger Bachthaler (Anm. d. Red.: aktuell Trainer des Regionalligisten SSV Ulm 1846) den ich viereinhalb Jahre als Trainer beim FV Illertissen hatte.

Wer waren Ihre bekanntesten Mitspieler?

Beim 1. FC Nürnberg waren das zum Beispiel Enrico Valentini, Kai Gehring (jetzt SG Sonnenhof Großaspach und Manuel Stiefler (jetzt KSC).

Warum hat es für Sie nicht weiter nach oben gereicht?

Wie auch in anderen Lebensbereichen gehört auch im Fussball ein bisschen Glück dazu. Vielleicht war ich auch zur falschen Zeit am falschen Ort. In Nürnberg war es dann kein Vorteil, dass wir eine enorme Fluktuation an Trainern hatten. Außerdem habe ich frühzeitig auch den Fokus auf einen parallelen Bildungsweg gelegt.

Lesen Sie hier fünf Gründe, warum die Kickers aufstiegsreif sind

Wie genau?

Ich habe den Bachelor in Sport und angewandte Trainingswissenschaften gemacht. Dazu im Fernstudium den Master in Leistungssport an der Hochschule für Gesundheit und Sport. Nebenbei habe ich auch die Trainerlizenzen bis zur A-Lizenz erworben. Da sehe ich auch meine Zukunft nach der Karriere.

Technik, Übersicht und Zweikampfstärke bringen Sie mit, fehlt es in ihrer aktiven Karriere an der nötigen Athletik für höhere Ansprüche?

Vielleicht habe ich nicht den Astralkörper, und ich werde auch nie einen ausgeprägten Six-Pack haben. Aber das liegt auch an einem Darmdurchbruch, den ich im Alter von neun Jahren hatte. Das soll aber keine Ausrede sein. Ich denke für meine körperbetonte Spielweise bin ich derzeit gut in Schuss.

Wie würden Sie denn Ihren aktuellen Fitnesszustand beschreiben?

Im Moment würde ich sagen, bin ich so fit wie noch nie in den vergangenen sechs Jahren. Die Winter-Vorbereitung unter Trainer Tobias Flitsch hat mich noch einmal einen weiteren Schritt nach vorne gebracht.

Derzeit spielen Sie mit Neuzugang Pedro Astray auf der Doppel-Sechs. Wie passt das aus Ihrer Sicht?

Gut. Mit der Sprache wir es immer besser und Pedro ist ohnehin einfach ein guter Kicker. Wir denken ähnlich, er übernimmt den etwas offensiveren Part.

Und hinten steht die Null. 14 Mal haben die Kickers in dieser Saison kein Gegentor erhalten.

Darauf können wir stolz sein. Selbst in unseren Trainingsspielen fallen ganz wenig Tore. Und vorne können wir uns auf die Qualität unserer Stürmer insbesondere unseres Torjägers Mijo Tunjic verlassen.

Wer kann die Kickers auf dem Weg in die Regionalliga stoppen?

Eigentlich können wir uns nur selbst stoppen. Wir dürfen keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen. Sonst kann es schnell in die andere Richtung gehen.

Schon am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazistadion) können Sie gegen den Tabellen-Vorletzten FC Germania Friedrichstal zeigen, dass Sie keinen Gegner unterschätzen.

Genau das müssen wir weiter beherzigen. Das wird ein Gegner sein, der sicher ganz tief stehen wird. Wir müssen geduldig bleiben und uns an unseren Plan halten.

Wie lautet Ihr Tipp?

Wir gewinnen, wie genau ist nicht so wichtig. Wenn hinten die Null wieder steht, wäre das natürlich eine schöne Sache.

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