Auf dem Schlossplatz wurden viele Raketen abgeschossen – und das blieb nicht ohne Folgen für die Luftbelastung. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Böller und Raketen erzeugen Feinstaub. Deshalb sind die Werte in der Neujahrsnacht in Stuttgart wiederholt deutlich gestiegen. Allerdings waren sie nicht so hoch wie in vielen Jahren zuvor.

Stuttgart - Mit dem Jahreswechsel ist in Stuttgart das umstrittene Fahrverbot für Dieselfahrzeuge der Euro-Norm 4 und schlechter in Kraft getreten. Mit diesen Autos darf in der Umweltzone, die das gesamte Stadtgebiet umfasst, nicht mehr gefahren werden. Es handelt sich um das bundesweit erste flächenhafte Fahrverbot, mit dem die zu hohen Stickstoffdioxidwerte in Stuttgart vermindert werden sollen. Für Stuttgarter Autobesitzer tritt das Fahrverbot erst zum 1. April in Kraft.

Höchster Wert in Bad Cannstatt

Während die im Jahresverlauf zu hohen, am Neujahrstag aber geringen Stickstoffdioxidwerte der Grund für das Fahrverbot sind, rückte ein anderer Luftschadstoff am Jahreswechsel in den Blick: Feinstaub. Das Silvesterfeuerwerk hat für einen deutlichen Anstieg der Werte am Neujahrstag gesorgt. Der Rauch von Böllern und Raketen besteht zum großen Teil aus Feinstaub und führt häufig zu einer erhöhten Belastung in der Luft. Sie ist aber nicht so stark gewachsen wie es angesichts des nebeligen Wetters befürchtet worden war. In Stuttgart lagen sie an der wohnort- und damit feuerwerknahen Messstelle in der Gnesener Straße in Bad Cannstatt, wo normalerweise nur geringe Werte ermittelt werden, mit 76 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Tagesmittel am höchsten, an den beiden anderen Standorten Neckartor und Arnulf-Klett-Platz erreichte der Messwert 66 und 63 Mikrogramm. Den höchsten Wert im Land gab es in Reutlingen-Lederstraße Ost, wo 86 Mikrogramm gemessen wurden. An einer anderen Messstelle in Reutlingen lag der Wert bei 52 Mikrogramm, in Ludwigsburg bei 50 Mikrogramm. Sonst kam es an den mehr als 40 Messstellen in Baden-Württemberg zu keinen Überschreitungen des Tagesgrenzwerts von 50 Mikrogramm.

Spitzenwerte direkt nach Mitternacht

Auch der Feinstaubradar unserer Zeitunghat in der gesamten Region in den ersten Stunden des Neujahrstag erhöhte Werte festgestellt. Vor allem direkt nach Mitternacht stiegen einzelne Werte auf über 150 oder sogar 200 Mikrogramm an. Am Stuttgarter Schwabenzentrum maß das städtische Amt für Umwelt zum Jahresanfang zeitweise den Maximalwert von 365 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der Wert lag damit deutlich niedriger als in den Vorjahren. „Die großen Unterschiede sind hauptsächlich bedingt durch die jeweilige Wettersituation, vor allem Wind und Niederschlag“, sagt der Klimaexperte Jürgen Baumüller, „die Belastung war diesmal relativ gering und wurde rasch abgebaut.“

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