Im Schotterwerk Böttinger werden jährlich 300 000 Tonnen Muschelkalk abgebaut. Foto: factum/Granville

Es ist unverantwortlich, dass sich das Landratsamt bisher wenig darum geschert hat, was bei den Sprengungen im Schotterwerk Böttinger in Herrenberg freigesetzt wird.

Herrenberg - Die Baubranche benötigt genügend Baumaterial, wenn der Bauboom weiter anhalten soll. Das Schotterwerk Böttinger ist ein wichtiger Lieferant, bis jetzt konnte es genügend Gestein abbauen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, muss das Gelände bald erweitert werden. So viel steht fest. Einerseits. Andererseits aber sind der Betreiber und die Aufsichtsbehörde – das Landratsamt – verpflichtet, für den Schutz der Bevölkerung zu sorgen.

Wenn das letzte Gutachten über die Belastung für Mensch und Natur tatsächlich schon zehn Jahre alt ist, lediglich alle drei Jahre der Staub gemessen wird und wenn bei Sprengungen noch nie Kontrollen durchgeführt wurden, dann ist das ein durch nichts zu verzeihendes Versäumnis. Es ist unverantwortlich gegenüber den Bürgern, die schon lange darüber klagen, dass sich der Himmel über Haslach verdunkelt, eine Staubwolke über dem Teilort Herrenbergs schwebt und sie diese womöglich mit giftigen Substanzen geschwängerte Luft einatmen, wenn im Schotterwerk Gestein abgebaut wird.

Die Aufsichtsbehörde sollte die Bedenken der Bürger ernst nehmen, auch wenn die wenigen Messungen bisher ergaben, dass die Grenzwerte eingehalten werden. So teuer wird eine konsequente Überwachung der Luftschadstoffe nicht sein. Die Kosten könnten dem Betreiber in Rechnung gestellt werden. Die Gesundheit ist schließlich das höchste Gut, und auch das Vertrauen der Bürger wäre das Geld wert.

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