Die Lufthansa hat 2016 trotz Terrorangst und Pilotenstreiks erneut einen Rekordgewinn eingeflogen. Foto: dpa

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat das Unternehmen kräftig umgebaut, diese Strategie scheint aufzugehen, meint unser Korrespondent Klaus Dieter Oehler.

Carsten Spohr war in Feierlaune. Bei „Kaiserwetter“ hatte die Lufthansa ausnahmsweise zur Bilanzpressekonferenz nach München eingeladen. Es gebe drei gute Gründe dafür, sagte der Vorstandschef: das neue Terminal am Münchner Flughafen, das zu 40 Prozent der Lufthansa gehört, sei als bestes Abfluggebäude der Welt ausgezeichnet worden, auf dem Vorfeld stand die erste Air-Berlin-Maschine, die jetzt in Eurowings-Lackierung fliegen wird und Spohr konnte seinen neuen Finanzchef Ulrik Svensson präsentieren. Die zwei wichtigsten Gründe aber für Spohrs gute Laune dürften andere gewesen sein: Nach jahrelangem Kampf, mit unzähligen Streiks, acht Millionen verprellten Passagieren und 500 Millionen Euro Kosten scheint die Streikwelle bei der Lufthansa – zumindest bis 2022 – endlich beendet zu sein. Und dann auch noch gute Zahlen, besser als noch vor Monaten erwartet.

Die Lufthansa geht wieder in die Offensive, da hat Spohr Recht. Ihr bleibt auch gar nichts anderes übrig, wenn sie die Position als führende Fluggesellschaft Europas halten will. Die Strategie des auch noch relativ neuen Vorstandschefs scheint sich auszuzahlen. Bisher jedenfalls ist es der Lufthansa gelungen, sowohl als „Premiumanbieter“ die Kunden halten zu können, als auch als „Billiganbieter“ diejenigen Passagiere gewinnen zu können, die nur von Punkt zu Punkt fliegen wollen für möglichst wenig Geld.

Wie nachhaltig dieser Erfolg sein wird, wird sich zeigen müssen, denn die Konkurrenz wird härter und auch das Umfeld verbessert sich nicht wirklich. Spohr kann dabei auf einem starken Fundament aufbauen, die Lufthansa hat nicht nur eine große und moderne Flotte, gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch mit der Technik und der Cateringgesellschaft LSG zwei „Standbeine“, die in ihren Märkten Weltmarktführer sind. Zudem ist sie gut „vernetzt“ mit ihren Partnern. Die Neuausrichtung war hart, aber nun, so scheint es, hat die Lufthansa wieder Aufwind in diesem Wettbewerb.

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