Er will den Weg der Landeshauptstadt auch in den nächsten Jahren mitbestimmen: OB Fritz Kuhn von den Grünen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart ist bei der Luftreinhaltung auf einem gutem Weg, sagt der Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Auch in vier Jahren will er noch in seinem Dienstzimmer am Marktplatz sitzen – die Kandidatur 2020 ist damit Pflicht.

Stuttgart - Der in den vergangenen Wochen mehrfach ausgerufene Feinstaubalarm wird bald Geschichte sein. „Die Zahlen sehen im Moment so aus, dass wir die Grenzwerte auch 2019 einhalten“, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) unserer Zeitung.

Bisher gab es am Stuttgarter Neckartor 20 Tage mit mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, drei weitere sind anhand vorläufiger Messungen für 2019 absehbar, 35 pro Jahr zulässig. Wird die Marke nicht überschritten, habe sich der Alarm nach dem 15. April erledigt. „Es war richtig, sich dieses Themas offensiv anzunehmen und von Alarm zu sprechen“, verteidigt sich der Rathauschef gegen Kritik.

Fahrverbot für Euro 5 verzichtbar?

Auch beim Stickstoffdioxid wiesen die Werte nach unten. „Ich glaube, dass wir dieses Problem 2021 im Griff haben, die Werte gehen massiv zurück, von 70 auf 50 Mikrogramm im Jahresmittel“, so Kuhn. Die für Mitte 2020 geplanten zonalen Fahrverbote für Euro-5-Diesel in der Innenstadt hält Kuhn „mit Blick auf die Verhältnismäßigkeit“ für nicht mehr geboten, wenn bis dahin 45 Mikrogramm erreicht werden. Der Grenzwert liegt bei 40. „Die Entscheidung über das Fahrverbot liegt beim Land“, sagt Kuhn. Er plädiert für „vorsorgenden Umweltschutz, also Motorentechnik oder den Umstieg auf Nahverkehr.“ Mit dem von ihm vorgeschlagenen Klimaschutzpaket für 200 Millionen Euro werde die Stadt die Kohlendioxid-Einsparung forcieren.

Beim Thema Staatsoper verteidigt Kuhn die Sanierungspläne trotz Kosten von bis zu einer Milliarde Euro. Das Haus sei „eine Perle, die 100 Jahre glänzen wird“, die Sanierung solle rasch beschlossen werden. Indirekt bestätigt er seine erneute Kandidatur: Wenn nicht in vier Jahren alle Schuldächer mit Fotovoltaikanlagen ausgerüstet seien, „muss das in meinem Büro begründet werden“, sagte Kuhn. Offiziell will er sich am 7. Januar erklären, die Wahl ist im November.

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