Der nächste Ausstand der Lufthansa kommt schneller als erwartet Foto: dpa

Der nächste Streik bei der Lufthansa kommt schneller als erwartet. Die Flugbegleiter schlagen den Jobgipfel aus und lassen zum ersten Advent die Arbeit liegen. Das könnte bis Weihnachten so weitergehen.

Frankfurt - Der nächste Streik bei der Lufthansa kommt schneller als erwartet. Die Flugbegleiter schlagen den Jobgipfel aus und lassen zum ersten Advent die Arbeit liegen. Das könnte bis Weihnachten so weitergehen.

 

Die Stewardessen und Stewards der Lufthansa werden am diesem Donnerstag und Freitag und möglicherweise am darauffolgenden Montag wieder streiken. Das erste Advents-Wochenende soll streikfrei bleiben. Weitere Streiks im Dezember seien aber möglich. Dies kündigte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Montag an. Sie wartet auf ein verbessertes Angebot der Lufthansa für die Alters- und Übergangsversorgung. Den von Lufthansa-Chef Carsten Spohr vorgeschlagenen „Job-Gipfel“ mit allen drei bei der Lufthansa aktiven Gewerkschaften begrüßt Ufo-Chef Nicoley Baublies zwar ausdrücklich, allerdings solle er ohne Vorbehalte und ohne ein „Diktat der Themen“ durch Lufthansa staatfinden. Er wirft der Airline vor, falsche Behauptungen aufzustellen und mit Provokationen zu arbeiten. „Wir sind daher gezwungen weitere Streiks durchzuführen.“

Der Lufthansa-Vorstand reagierte bestürzt. Man sei enttäuscht, das es seitens der Gewerkschaft offenbar keine Bereitschaft zum Dialog gebe, obwohl allen klar sei, dass eine Lösung nur in Gesprächen gefunden werden könne, sagte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens am Montag.

Gewerkschaft Ufo schlägt Einsparungen in Höhe von 70 Millionen Euro vor

Den für den 2. Dezember von Spohr geplanten Job-Gipfel sagte die Ufo noch nicht ab. Die Gewerkschaft will aber nach Angaben von Ufo-Chef Baublies nur teilnehmen wenn dazu direkt und ohne Einbindung der Öffentlichkeit eingeladen werde. „Wir werden uns weiterhin bemühen, einen solchen Gipfel stattfinden zu lassen, der wirklich eine Chance für einen Neuanfang ermöglicht“, sagte Ufo-Vorstandsmitglied Birgit Weinreich. „Wir sind bereit, die Bedürfnisse des Unternehmens zu akzeptieren, dies war auch in den Verhandlungen der vergangenen zwei Jahre schon so“, ergänzte Baublies. Pro Jahr habe die Gewerkschaft Einsparungen von mindestens 70 Millionen Euro vorgeschlagen.

Allerdings scheint ein Job-Gipfel derzeit schwierig. Die Vorzeichen dafür, so Baublies, seien „derzeit leider nicht allzu gut“. Die Gewerkschaft war verärgert, weil Spohr am vergangenen Mittwoch öffentlich dazu eingeladen hatte, ohne vorher die Gewerkschaften zu informieren. Die Vereinigung Cockpit (VC) lehnte deshalb und auch wegen der nach wie anhängigen Schadensersatzklage der Lufthansa und dem von der Airline im September erzwungenen Streikverbot die Teilnahme ab. Erst wenn diese Hürden beseitigt sind, will VC teilnehmen.

Generell ist die Situation in dem seit Jahren andauernden Konflikt der Lufthansa mit den Gewerkschaften verfahren. Nach dem siebentägigen Streik der 19 000 Flugbegleiter Anfang November schienen die Parteien wieder aufeinander zugehen zu wollen. Allerdings sorgte der Lufthansa-Vorstand auch danach für Verstimmung bei der Ufo.