Bei den Senioren im Ludwigstift sind auch mal Clowns zu Gast. Foto: z

Das Ludwigstift lässt sich regelmäßig von einem Institut prüfen und ist jüngst ausgezeichnet worden.

S-West - Seit 2001, im Zuge der Generalsanierung des Pflegeheims, beherbergt das Ludwigstift auch die Domus-Gruppe. Zwölf Zimmer gibt es in diesem Wohnbereich. Wer hier lebt, ist hoch-demenziell. Die Erkrankten erfahren eine besondere Form der Betreuung, die über die reguläre Pflege hinaus geht. Vier Pflegekräfte kümmern sich vormittags um die Bewohner, zwei am Nachmittag sowie Betreuungsassistentinnen. „Das ist etwa 20 Prozent mehr Personal als in einer herkömmlichen Gruppe mit Demenzerkrankten“, sagt Günter Kassühlke, seit Januar 2012 Leiter des Ludwigstifts. Dafür haben die Hoch-Dementen die Rundum-Betreuung, die sie brauchen.

„Demente müssen ständig betreut und beschäftigt werden“, sagt Gerlinde Schürpf-Mezger, Leiterin des Sozialen Dienstes. „Die Menschen sind sehr unruhig, kommen schwer zur Ruhe, haben teils einen verdrehten Tag-Nacht-Rhythmus und häufiger Angstzustände.“ Feste Strukturen auf der einen und Ablenkung auf der anderen Seite sei wichtig. Für die Gruppe und alle Bewohner des Pflegeheims und des betreuten Wohnens gebe es deshalb zahlreiche Angebote wie Basteln, Gymnastik, Clownsbesuche, Konzerte, Tanzen und Singen. Vor allem beim Singen und Tanzen würden die älteren Menschen aufblühen. Ebenso beim Besuch von Kindern, weshalb das Ludwigstift Kooperationen zur Schule im Sonnigen Winkel, dem Dillmann-Gymnasium, der Falkertschule und der Musikhochschule pflege.

„Es kommt alles aus einer Hand“

Speziell für die Domus-Gruppe, die bei der Gründung die erste ihrer Art in Baden-Württemberg war, hat das Ludwigstift ein Zertifikat für „Besondere Betreuung von Menschen mit Demenz“ erhalten. Zudem noch das Qualitätssiegel für Tagespflege und allgemein das Qualitätssiegel für Pflegeheime. Geprüft hat das Institut für Qualitätskennzeichnung von sozialen Dienstleistungen (IQD). Bei allen drei Auszeichnungen handelt es sich um Rezertifizierungen.

Die Prüfung veranlasst das Wohlfahrtswerk, Träger des Ludwigstifts, von sich aus und bezahlt dafür auch. Auch die Eduard-Mörike-Anlage in Süd lässt der Träger 2013 noch prüfen. Bei einer Größe wie dem Ludwigstift mit 80 Pflegeplätzen und 103 betreuten Wohnungen, kostet dies circa 4000 Euro. „Auf diesem Weg erfahre ich alle zwei Jahre, wie die Bewohner und auch die Mitarbeiter das Haus sehen“, sagt Kassühlke, „das Wohlfahrtswerk macht auch eigene Befragungen, aber eine Auswertung eines externen Instituts hat das einen anderen Wert.“ Kassühlke sieht dies als sinnvolle Ergänzung zur jährlichen Prüfung durch die Heimaufsicht und durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK).

„Wir haben circa 370 Punkte in unserem Prüfkatalog unterteilt in die Kategorien Gebäude, Organisation, Soziale Betreuung, Hauswirtschaft und natürlich Pflege“, sagt Siegfried Wolff, Geschäftsführer des IQD. Die Einrichtungen müssen den Katalog durcharbeiten. Zudem füllen Mitarbeiter und Bewohner sowie Angehörige anonym Fragebogen aus. „Bei der Auszeichnung erfahren wir, was besonders gut war, aber auch, wo nachgebessert werden muss“, sagt Kassühlke. Dem Leiter selbst gefällt am besten, dass das Ludwigstift jeden Dienst anbiete, der im Alter vonnöten ist. „Es kommt alles aus einer Hand“. Dazu zählen der Mobile Dienst, die Tagespflege, die Kurzzeitpflege, die stationäre Pflege, das betreute Wohnen und die Domus-Gruppe. Zumindest auf den Westen bezogen, könne dies sonst kein Pflegeheim bieten. „Viele Kunden, die einst den Mobilen Dienst in Anspruch genommen haben, später dann die Tagespflege sind jetzt dauerhaft hier“, sagt er. Den älteren Menschen würde dies den Einzug ins Pflegeheim oft leichter machen. „Wir begleiten die Menschen durchs Alter“, sagt er. Und das seit mittlerweile 58 Jahren an der Silberburgstraße.

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