Die Stadt wollte die Sanierung der B 27 in Eglosheim erneut verschieben – jetzt haben die Stadträte ein Machtwort gesprochen. Foto: Archiv factum/Granville

Staatsarchiv, Stadtbahn – das Ludwigsburger Rathaus versucht derzeit bei vielen Themen, aggressiv die eigene Agenda durchzudrücken. Dass die Stadträte der Verwaltung beim Lärmschutz nun die Grenzen aufzeigen, ist wichtig, meint unser Redakteur Tim Höhn.

Ludwigsburg - Man muss nicht der Meinung sein, dass Stadträte immer richtig liegen. Man muss aber, auch als Verwaltung, akzeptieren, dass der Gemeinderat bei fast allen Themen das letzte Wort hat – so ist das nun einmal geregelt. Aber offenbar macht in Ludwigsburg ein Beispiel Schule, das bedenklich ist. Wenn das Rathaus mit etwas nicht einverstanden ist, wird so lange verzögert, gestritten oder genervt, bis die Gegenseite einknickt. So geschehen in der Debatte um den Bau der Stadtbahn oder um den Wegzug des Staatsarchivs. Wenn der Landrat, das Land, die Nachbarkommunen nicht mitziehen, geht die Stadt in die Offensive.

Diese Strategie scheint nun auch auf den Umgang mit dem Gemeinderat überzugreifen. Wenn der Verwaltung ein Beschluss nicht passt, wird er passend gemacht. Man könnte dafür Verständnis haben, wenn das Rathaus sinnvolle Gegenvorschläge vorlegen würde. Aber in Eglosheim zeigt sich: Darum geht es nicht. Die Menschen dort werden seit Ewigkeiten vertröstet, und die Lärmproblematik wurde in dieser Zeit immer schlimmer. Dass die Stadträte jetzt unmissverständlich bei ihrer Position geblieben sind, ist richtig. Der lärmoptimierte Asphalt mag nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Aber er ist ein Fortschritt. Der erste seit langer Zeit.

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