Im Verfahren um die strafrechtliche Aufarbeitung des Loveparade-Unglücks hat die Staatsanwaltschaft Duisburg wie angekündigt einen weiteren Gutachter beauftragt. Foto: dpa

Im Verfahren um die strafrechtliche Aufarbeitung des Loveparade-Unglücks hat die Staatsanwaltschaft Duisburg wie angekündigt einen weiteren Gutachter beauftragt. Die Ursachen der tragischen Geschehnisse sollen ermittelt werden.

Duisburg - Bei dem weiteren Gutachter zur Loveparade handelt es sich um Prof. Jürgen Gerlach von der Bergischen Universität Wuppertal. Er sei ein ausgewiesener Experte für Verkehrssicherheit und die Sicherheit bei Großveranstaltungen, teilte die Staatsanwaltschaft Duisburg am Mittwoch mit.

Tragische Geschehnisse

Thema des Gutachtens seien die „Ursachen der tragischen Geschehnisse“ während der Loveparade. Die Behörde bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Bei dem Techno-Festival in Duisburg war es am 24. Juli 2010 an einer Engstelle zu einer Massenpanik gekommen. 21 Menschen kamen ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

Mit dem Gutachten will die Behörde ihre Anklage gegen zehn Beteiligte der Loveparade untermauern. Das Landgericht Duisburg hatte die Anklage Anfang April nicht zum Hauptverfahren zugelassen. Zentrales Beweismittel der Anklage war ein Gutachten des britischen Panikforscher Keith Still. Es litt nach Auffassung des Landgerichts „unter gravierenden inhaltlichen und methodischen Mängeln“ und war „nicht verwertbar“.

Beweismittel noch einmal bewertet

Die Staatsanwaltschaft hält die Kritik für unberechtigt. Gegen den sogenannten Nichteröffnungsbeschluss hatten Staatsanwaltschaft und mehrere Nebenkläger daher „sofortige Beschwerde“ eingelegt. Die Entscheidung darüber muss das Oberlandesgericht Düsseldorf treffen - bis dahin wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Das Gericht muss sämtliche Unterlagen und Beweismittel nochmals bewerten.

Der neue Gutachter Gerlach leitet seit 1999 das Forschungsgebiet Straßenverkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik an der Universität Wuppertal. Seine Fachgebiete sind nach eigenen Angaben unter anderem die Sicherheit bei (Groß-)Veranstaltungen sowie der fließende und ruhende Verkehr. Der Forscher wurde mehrfach ausgezeichnet.

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