Lounge-Combo zu Gast im Bix DePhazz zeigen sich runderneuert

Von Thomas Staiber 

DePhazz um Sängerin Pat Appleton Foto: Veranstalter
DePhazz um Sängerin Pat Appleton Foto: Veranstalter

DePhazz sind wieder angesagt, seit sich die exzellenten Musiker als analoge Band präsentieren. Wie das akustische Facelift aussieht, haben sie beim ausverkauften Konzert im Stuttgarter Jazzclub Bix gezeigt.

Stuttgart - Pit Baumgärtner, der Band-Leader von Destination Phuture Jazz, kurz: DePhazz, zeigt beim Intro noch einmal, was er als Sound-Designer am PC so alles drauf hat: Er lagert elektronische Schichten übereinander, entwirft spannende Sound-Collagen und lässt Klangwolken durch den Raum schweben. Das war einmal das ­Erfolgsrezept der Lounge-Combo ­DePhazz im Jahr 2000, das zehn Jahre später allerdings aus der Mode kam, sodass die Band vor allem in früheren Ostblockstaaten auftrat, wo der Musikgeschmack gelegentlich ein wenig hinterherhinkt.

Eine Modellpflege, eine Auffrischung wurde notwendig, um hierzulande wieder den Anschluss zu schaffen. Wie das akustische Facelift aussieht, zeigte das ausverkaufte Konzert im Stuttgarter Jazzclub Bix: DePhazz sind wieder angesagt, seit sich die exzellenten Musiker als analoge Band präsentieren. Allen voran Pat Appleton, die mit kraftvoll-sinnlicher Stimme und charmanten Entertainer-Qualitäten die Seele des Sextetts darstellt.

Die Soul-Sängerin findet in der Bassklarinette eine tiefe Gegenstimme

Pit Baumgärtner spielt im Hintergrund inzwischen weniger auf seinem Synthesizer als vielmehr zurückhaltend die kleine Ukulele. Über druckvollen und stets tänzerischen Rhythmen von Markus Bodenseh am Kontrabass und Oli Rubow am Schlagzeug, die geradewegs ins Wohlfühlzentrum der Besucher zielen, glänzt Keyboarder Matti Klein am Fender Rhodes mit elaborierten Chorussen, während die strahlende Soul-Sängerin in Marcus Bartelts Bassklarinette und Baritonsaxofon eine tiefe Gegenstimme findet.

So fließt die Musik und nimmt Ambient, Latin, Trip Hop und auch Jazz-Elemente in sich auf, ohne je an stacheligen Dissonanzen hängenzubleiben. Nichts soll das Harmoniebedürfnis des Party-Volks stören, und mit ihren bekannten Hits im neuen, analogen Gewand wie „Jeunesse ­Dorée“ oder „The Mambo Craze“ breiten sich schon bald karibische Temperaturen im Club aus, denen mit frischem Bier, Weißwein und eiskalten Cocktails begegnet wird.

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