Der Mops des Künstler Ottmar Hörl – ein Serienprodukt. Foto: Scheuermann

Mops rauf, Mops runter, Mops hin, Mops her – die Geschichte des Loriot- Denkmals am Eugensplatz nimmt kein Ende. Man könnte meinen, Loriot selbst führt vom Himmel aus Regie.

Mops rauf, Mops runter, Mops hin, Mops her – die Geschichte des Loriot- Denkmals am Eugensplatz nimmt kein Ende. Man könnte meinen, Loriot selbst führt vom Himmel aus Regie.

Stuttgart - Zugegeben, es gibt Wichtigeres als den Mops-Fall am Eugensplatz. Es gibt derzeit aber auch wenig Amüsanteres in Stuttgart-Mitte. Deshalb erreichen die Redaktion auch immer wieder sach- und lachdienliche Leserhinweise.

„Vielleicht interessiert es Sie, dass der güldne Mops selbst ein Kunstwerk ist. Urheber (aber sicher nicht der Auf- oder Draufsteller) ist allem Anschein nach Ottmar Hörl, Professor in Nürnberg“, schreibt Günter Baumann, Presse- und Ausstellungsleiter des Böblinger Kunstvereins. Er fügt hinzu: „Herr Hörl wäre sicher entzückt, von dieser Mopsiade zu hören . . .“

In der Tat, Herr Hörl ist entzückt – und zugleich verwundert. Bis Nürnberg hat sich die Stuttgarter Mops-Geschichte nämlich noch nicht herumgesprochen. Für alle Nürnberger und sonstigen Neueinsteiger deshalb in Kürze, was bisher geschah:

Feierliche Einweihung des Loriot-Denkmals am Eugensplatz war am 11. November. Neben dem Initiator Gerhard Raff und vielen Ehrengästen waren zwei leibhaftige Möpse anwesend – als Referenz an den 2011 gestorbenen Mops-Liebhaber Loriot. Das Denkmal selbst, eine ionische Säule, die auf die humanistische Bildung anspielt, welche Vicco von Bülow einst in Stuttgart genossen hatte, war vom Künstler Uli Gsell bewusst mopsfrei gehalten.

Wenige Tage später saß plötzlich ein goldener Mops auf der Säule. Wiederum einige Tage später war der Mops, von dem Anwohner irrtümlich annahmen, er gehöre unverbrüchlich dazu, wieder verschwunden. Kurz darauf tauchte im Internet ein Bekennervideo auf, in dem zu sehen ist, wie ein Team des Blogs Kessel.TV die 2,75 Meter hohe Säule erklimmt und darauf einen goldenen Mops platziert. Wer ihn wieder herunterholte? Niemand weiß es.

Künstler Ottmar Hörl, der auch Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg ist, macht solche Erfahrungen regelmäßig: „Was im öffentlichen Raum steht und nicht aus Stahl ist, wird geklaut.“ Zuletzt stellte Hörl 500 bunte Plastik-Wagner-Figuren in Bayreuth aus. Trotz Sicherheitsdienst fehlten am Ende 80 Figuren.

Aus einem Kunstprojekt im öffentlichen Raum ist auch der goldene Mops hervorgegangen. Anlass waren zwei Mops-Ausstellungen im Landesmuseum Mainz und in Crailsheim 2008. Wie seine anderen seriellen Kunststoffobjekte – Gartenzwerge, Erdmännchen oder Martin-Luther-Figuren – vertreibt Hörl die 42 mal 28 mal 38 Zentimeter großen Möpse weltweit. Zu 100 Euro das Stück.

In Stuttgart sind die Plastik-Möpse in der Kunstgalerie Schill zu finden. Nach Bekanntwerden der Mops-Geschichte glich Galeristin Dagmar K. Schill den in den Stuttgarter Nachrichten abgebildeten Mops vom Eugensplatz spaßeshalber mit dem Hörl-Mops in ihrer Galerie ab. Zu einem eindeutigen Ergebnis kam sie nicht. So geht es übrigens auch dem Künstler selbst: „Es könnte sein, dass der Mops aus der Serie ist, hundertprozentig sicher bin ich nicht.“ Dagegen spricht, dass die Macher von Kessel.TV erklären, sie hätten für ihre Aktion einen Steinmops gekauft (38,95 Euro). Im Film ist zu sehen, wie dieser mit Goldfarbe besprüht wird.

Wie dem auch sei. Ersatz steht auf Wunsch bereit. Galerie-Chefin Schill ist willens einen Mops für die verwaiste Säule zu stiften. Fortsetzung folgt.

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