Hereinspaziert: Herzogin Kate betritt durch den neuen Seiteneingang den Licht durchfluteten Innenhof. Foto: Getty Images Europe

Das Londoner Victoria und Albert Museum hat sich rechtzeitig zu seinem 165. Geburtstag mit einer imposanten Erweiterung selbst beschenkt. Auch Herzogin Kate zeigte sich bei der Eröffnung beeindruckt.

London - Das Victoria und Albert Museum in London zeigt sich von einer neuen Seite. Unter Kolonnaden, die bisher halbhoch zugemauert waren, können Besucher das 165 Jahre alte Museum jetzt durch einen neuen Seiteneingang betreten und in einem Licht durchfluteten Innenhof verweilen, bevor sie über eine großzügige Lobby und edle Holztreppen in eine neue unterirdische Galerie von mehr als 1000 Quadratmetern hinabsteigen.

Das größte Umbauprojekt des Museums seit 100 Jahren wurde am Donnerstag von Herzogin Kate eingeweiht. Die Öffentlichkeit hat ab Freitag Zugang, bevor die Eröffnung mit einem wochenlangen Festival gefeiert wird. Im Herbst wird in den neuen Hallen die erste große Ausstellung gezeigt.

57 Millionen Euro Kosten

Das weitgehend aus Privatspenden und Lotteriegeldern finanzierte Projekt „Exhibition Road Quarter“ - mit Kosten von rund 50 Millionen Pfund (57 Millionen Euro) - rückt das V&A durch den neuen Eingang an der Exhibition Road mitten in das Herz des Museumsviertels im Stadtteil South Kensington. Direkt von der Straße kann der Besucher unter erstmals seit ihrer Erbauung 1909 freigelegten Kolonnaden in den großen Innenhof schlendern. Die neue Sainsbury-Galerie im Untergrund, bis zu 18 Meter tief, soll mit 1100 Quadratmetern Fläche künftig die großen Wechselausstellungen des V&A beherbergen. Der mit handgefertigten Keramik-Kacheln ausgelegte helle Innenhof mit Café lädt zum Verweilen ein.

2016 „Museum des Jahres“

„Wir wollten einen Treffpunkt zwischen Museum und der Straße schaffen“, sagte V&A Direktor Tristam Hunt vor der Eröffnung. Durch den neuen Zugang werde eine „tiefe Verbindung“ mit den benachbarten Museen geschaffen. Damit, so Hunt, wurde die „Vision“ von Prinz Albert, die Museen in dem Viertel als eine Art Campus für jeden zugänglich zu machen, verwirklicht. Das V&A war zur Blütezeit des britischen Empires Mitte des 19. Jahrhunderts unter der Herrschaft von Queen Victoria, nach den Plänen und Ideen von Prinz Albert, erbaut worden, die als „Albertopolis“ in die Geschichte eingingen.

Stararchitektin Amanda Levete sprach von einem „städteplanerischen Projekt für das 21. Jahrhundert, das Menschen und Museum zusammenführt“. Das V&A, das im vergangenen Jahr unter Hunts Vorgänger Martin Roth als „Museum des Jahres“ ausgezeichnet wurde, erhofft sich von der Modernisierung, dass die Besucherzahlen von gegenwärtig rund drei Millionen pro Jahr weiter steigen.

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