Unter den Demonstrierenden waren auch rechte Aktivisten. Foto: AP/Kirsty Wigglesworth

Das Denkmal für Kriegspremier Churchill ist aus Sicherheitsgründen verhüllt worden, Tage zuvor hatten es Demonstranten beschmiert. Nun versammeln sich im Zentrum von London erneut Protestierende - aus dem rechten Spektrum.

London - Mehrere hundert Protestierende haben sich trotz Warnungen der Polizei auf dem Platz Parliament Square in London versammelt, darunter auch rechte Aktivisten. Dutzende kamen am Samstag vor dem Denkmal des früheren Premierministers Winston Churchill und vor dem Kriegerdenkmal Cenotaph zusammen, die zuletzt beide aus Angst vor Vandalismus umhüllt worden sind. Behördenvertreter befürchteten Zusammenstöße zwischen Rechten und Rassismusgegnern.

Der Anführer der rechtsgerichteten Gruppe Britain First, Paul Golding, sagte der britischen Nachrichtenagentur PA, er sei sauer, dass die Behörden an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden Vandalismus „gegen unsere nationalen Denkmäler“ erlaubt hätten. Demonstranten hatten auf Churchills Statue geschrieben, dass er ein Rassist gewesen sei.

In Bristol wurde das Denkmal des Sklavenhändlers Colston vom Sockel gestürzt

Historische Statuen und Denkmäler haben sich weltweit zu einem Faktor bei Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt entwickelt. In Großbritannien heizen die Proteste die Debatte über das Erbe des British Empire und dessen Rolle im Sklavenhandel an. In Bristol wurde das Denkmal des Sklavenhändlers Edward Colston vom Sockel gestürzt.

Ein Auslöser der weltweiten Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai, als ein weißer Polizist in der US-Stadt Minneapolis minutenlang sein Knie auf dessen Hals drückte. Nicht nur in den USA kommt es seither zu Demonstrationen gegen Rassismus.

Vor (dem heutigen) Samstag sicherte die Polizei in London auch andere Denkmäler auf dem Parliament Square ab, etwa die von Nelson Mandela und Abraham Lincoln. Wegen der Coronavirus-Pandemie rief die Polizei Demonstranten auf, nicht auf die Straßen zu gehen. Wenn sie dies doch tun wollten, müssten sie sich an die geplanten Marschrouten halten und bis zum frühen Abend wieder runter von den Straßen sein.

Eine Gruppe der Black-Lives-Matter-Bewegung in London sagte ihren Protest für Samstag wegen der rechten Protestierenden ab.

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