Ein Marathonlauf ist für viele Athleten der Inbegriff der sportlichen Grenzerfahrung. Foto: AFP

Nicht selten brechen Läuferinnen und Läufer während eines Marathonlaufs zusammen und müssen das Rennen aufgeben. Doch die große Belastung kann Menschen auch zusammenschweißen, wie ein rührendes Beispiel aus England zeigt.

London/Stuttgart - Am vergangenen Sonntag ist während des traditionsreichen London-Marathons ein weiteres Kapitel in den Geschichtsbüchern des Sports geschrieben worden – wobei die nackten Zahlen und Ergebnisse dabei nur eine untergeordnete Rolle spielten. Denn während der Kenianer Daniel Wanjiru die über 42 Kilometer lange Strecke in 2:05:49 Stunden als Schnellster überwand und den Marathon gewann, rührte eine Szene die Sportwelt, die sich im hinteren Bereich des Felds abgespielt hatte.

Von Krämpfen und Schmerzen geplagt, konnte sich David Wyeth in Großbritanniens Hauptstadt kaum noch auf den Beinen halten und drohte zusammenzubrechen. Doch „Konkurrent“ Matthew Rees bemerkte die dramatische Situation und eilte seinem Mitläufer zu Hilfe. Ohne Rücksicht auf einen möglichen Zeitverlust stützten sich die beiden Sportler gegenseitig und überquerten schlussendlich gemeinsam die Ziellinie unter dem lauten Jubel und den Ovationen der zahlreichen Zuschauer am Streckenrand – darunter auch Herzogin Kate und Prinz William.

Am Tag nach den bewegenden Szenen sprachen die Protagonisten mit dem Fernsehsender BBC über das Erlebte. Dass Sport mehr ist als nur Platz eins und zwei, bewiesen diese beiden Athleten einmal mehr eindrücklich. Und welch schöneren Ort könnte es für diese neuerliche Demonstration geben als London – die Hauptstadt des Landes, das wie kein anderes für Fairplay und wahren Sportsgeist steht.

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