Reunited für den großen Olympia-Abschied: Die Spice Girls Foto: AP

London setzt mit der Feier einen grandiosen Schlusspunkt der 30. Olympischen Spiele.

London - Goodbye London, oi Rio de Janeiro: Mit einer gigantischen After-Show-Party hat London einen lauten und zugleich bewegenden Schlusspunkt unter die XXX. Olympischen Spiele gesetzt. Mit dem Erlöschen der olympischen Flamme am Sonntagabend um 23.59 Uhr Ortszeit ging das 17-tägige Sportspektakel in der britischen Hauptstadt zu Ende. Mit der traditionellen Formel „Ich erkläre die Olympischen Spiele von London für beendet“ hatte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, kurz zuvor den Schluss der Spiele verkündet. Zugleich rief er die Jugend der Welt auf, sich in vier Jahren in Rio de Janeiro zu versammeln.

Athleten feiern eine große Party

Doch zuvor hieß es Abschied nehmen. Es war 21:34 Uhr, die Abschlussfeier der Olympischen Spiele gerade eine halbe Stunde im Gange, als die Hauptdarsteller der vergangenen 16 Tage schon hereindurften: die Athleten. Gut zwei Wochen lang haben die Sportler die Welt begeistert, unterhalten, gerührt und bisweilen geärgert. Jetzt war es Zeit für ihre letzte Party, für Jubel, ein wenig Wehmut und einen Ausblick ins Jahr 2016, nach Rio de Janeiro. Nach gut zwanzig Minuten waren alle drin, die sich diesen Spaß gönnen konnten oder wollten. Die meisten trugen entweder eine Medaille oder eine Kamera um den Hals, die einen bissen gern für die anderen hinein.

Die deutschen Sportler - wohl mindestens 200 von 391 gestarteten Athleten - hinter Fahnentrainer Kristof Wilke, Schlagmann des Gold-Achters, verteilten sich auf verschiedene Blöcke im Innenraum des Stadions und machten trotz der Diskussionen über ihre Leistungsbilanz einen recht vergnügten Eindruck. Oliver Korn, Besitzer einer Goldmedaille mit den Hockey-Herren, sagte: „Es war großartig, fantastische Fans, ich liebe London.“ Sportler wollen bei Abschlussfeiern aller Erfahrung nach: sich zeigen, Tanzen, Spaß haben. Weniger dürsten sie nach langen Reden und endlosen Choreografien. Die letzte Zeremonie der Londoner Spiele ist wohl einigermaßen nach ihrem Geschmack ausgefallen - wie, alles in allem, die 16 Tage von London 2012 überhaupt.

Leistungsshow britischen Entertainments

Es trifft sich gut, dass Großbritannien die übrige Welt seit rund fünfzig Jahren mit allem versorgt, was man für eine Party braucht. Die gloriose Abschlussfeier der Stadt London und eines halben Jahrhunderts britischer Popmusik gab Anlass für einige unerwartete Reunions und Comebacks: George Michael, Take That, die Spice Girls (auf dem Dach von Londoner Taxis) - es war eine Leistungsshow britischer Unterhaltungskunst. Victoria Beckham, die schon als Modeschöpferin in einem Fashion-Segment aufgetreten war, figurierte unerschrocken mit ihren kaum gealterten „Spice“-Schwestern. Später gab Eric Idle als verunglückter Raketen-Mann den „Monthy Python“-Gassenhauer „Always Look On The Bright Side Of Llife“, was unter den Athleten mehr Anklang fand als etwa diverse „Beatles“-Reprisen.

Es war ein schwungvoller Abschluss der Spiele, die schon Großbritanniens Stärken in der Organisation, als charmante Gastgeber, begeisterte Zuschauer und schließlich beim Gold-Gewinnen bewiesen hatten. Produzent der Show war Filmregisseur Stephen Daldry („Billy Elliot“), der der Eröffnungsfeier des Kollegen Danny Boyle („Slumdog Millionaire“) nicht nachstehen wollte.

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