Zwar mag der Unterricht unter einem Palmendach idyllisch wirken. In der Regenzeit allerdings fällt die Schule in weiten Teilen des afrikanischen Staates Benin aus. Foto: Sonafa/privat

Ihren 20. Geburtstag feiert die Lokale Agenda Uhingen im Mai. Beschenkt werden sollen aber vor allem Kindern im afrikanischen Benin.

Uhingen - Die Lokale Agenda Uhingen feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Das Geburtstagsfest ist zwar erst am 10. und 11. Mai, die 30 Mitglieder der beiden Arbeitskreise (AK) Umwelt, Energie und Verkehr beziehungsweise Soziales, Bildung und Kultur wollen den „Runden“ aber natürlich nicht nur zum Feiern nutzen. Vielmehr soll das Agenda-Motto „Global denken – lokal handeln“ das ganze Jahr über umgesetzt werden.

Zu diesem Zweck haben sich die Agenda-Leute ein Projekt ausgesucht, das diesem Anspruch „absolut gerecht wird“, wie es Roswitha Heinemann vom AK Soziales, Bildung und Kultur ausdrückt. So möchte Uhingen dafür sorgen, dass in dem kleinen Dorf Vekpa im afrikanischen Benin drei Klassenzimmer einer Schule gebaut werden können. Sechs Klassen gibt es in der staatlichen Bildungseinrichtung, drei haben bereits ein festes Dach über dem Kopf. Die anderen werden mehr oder weniger unter freiem Himmel unterrichtet, geschützt nur durch Lehm und Palmwedel. „Vor allem während der drei Regenzeiten ist in den Hütten kein Unterricht möglich“, sagt Lothar Klering, der dem Vorstand des Vereins Sonafa angehört.

Jeder Cent fließt in Material und Bauleistungen

Die rein ehrenamtlich arbeitende Organisation, die ihren Sitz in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) hat und in Benin schon mehr als 100 entsprechende Gebäude errichten konnte, hat sich die Uhinger Agenda als Partner ins Boot geholt. „Neben dieser Erfahrung hat uns vor allem überzeugt, dass jeder Cent in Material und Bauleistungen fließt, also direkt vor Ort ankommt“, erklärt Heinemann. Klerings enger Kontakt zu dem Deutschprofessor Mensah W. Tokponto, der in der Demokratischen Republik Benin lehrt und ebenfalls dem Sonafa-Vorstand angehört, gewährleiste eine zusätzliche Transparenz, fügt sie hinzu.

Martina Bartos, die als Hauptamtliche im Uhinger Rathaus die Agenda-Tätigkeiten koordiniert, weiß natürlich, „dass unser Beitrag für die Basisbildung in Benin nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist“. Aber das Konzept, dem Sonafa folge, habe die Mitglieder letztlich überzeugt. „Es wurde durchaus auch kontrovers darüber diskutiert, ob es denn nicht in Uhingen genug zu tun gibt“, sagt Bartos. Dem Agenda-Gedanken folgend, nachhaltig zu sein, die hohe Analphabetenquote zu bekämpfen, Bildung zu ermöglichen und demokratische Prozesse zu befördern, habe zum Schluss aber große Einigkeit geherrscht.

Vernissage zum Auftakt der Aktion am Donnerstag im Rathaus

Auch, weil Lothar Klering deutlich machen konnte, dass sich die Spendenempfänger ebenfalls engagieren: So müssen sich etwa die Bewohner der Dörfer, in denen gebaut wird, bei den Arbeiten einbringen, etwa die Baugrube ausheben, den Boden stampfen und Wasser herbeitragen. Der Staat wiederum stellt die Lehrer und sorgt für die Lehrmittel.

20 000 Euro, um die Klassenzimmer zu errichten und mit Möbeln auszustatten, sollen in Uhingen gesammelt werden, und zwar mittels selbst gebastelter Spendenhäuschen und durch Aktionen, unter anderem der Schulen und Kindergärten. Bei diesen Veranstaltungen wird auch Aufklärungsarbeit geleistet. Diese sei notwendig, betont Martina Bartos. So habe zunächst geklärt werden müssen, dass es um Benin und nicht um Berlin gehe, sagt sie lachend.

Gleich an diesem Donnerstag findet der Auftakt für die große Sammelaktion statt. Von 18 Uhr an werden junge Künstlerinnen und Künstler der Haldenberg-Schule bei einer Ausstellungseröffnung im Rathaus die Besucher mit auf eine Reise in das ferne westafrikanische Land Benin nehmen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: