Wer nachts beim Ausgehen Hunger verspürt, stillt diesen in der Innenstadt gern mit einem deftigen Imbiss beim Brunnenwirt am Leonhardsplatz. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Mitarbeiter des Stuttgarter Brunnenwirts haben Angst um ihre Arbeitsplätze und die Zukunft des Lokals. Der Stadtplaner Johannes Dörrle sucht das Gespräch und schaute auf eine Currywurst vorbei.

S-Mitte - Es hat sich schnell herumgesprochen. Johannes Dörrle vom Stadtplanungsamt schaute nach der Sitzung des Bezirksbeirats Mitte beim Brunnenwirt auf eine Currywurst vorbei. Dörrle nutzte die Gelegenheit für Gespräche mit den Mitarbeitern des Lokals am Leonhardsplatz. Der Stadtplaner hatte zuvor in der Sitzung die Pläne der Stadt für eine Verkehrsberuhigung des Leonhardsplatzes vorgestellt. Der Autoverkehr soll laut Verwaltung zunächst an der Leonhardstraße zwischen Lazarettstraße und Jakobstraße sowie an der Jakobstraße zwischen Leonhardstraße und Hauptstätter Straße unterbrochen werden.

Eine Mitarbeiterin des Brunnenwirts nutzte die für die Anliegen der Bürger vorgesehene Sitzungszeit, um die Ängste des Brunnenwirtpersonals zum Ausdruck zu bringen. „Wir haben Angst um unsere Arbeitsplätze“, sagte sie.

Kunden halten vor dem Lokal

Hintergrund ist, dass viele Kunden des Brunnenwirts vor dem Lokal halten, um einen Imbiss einzunehmen. Fehlten diese Kunden, könnte die Zukunft des bei Nachtschwärmern beliebten Lokals gefährdet sein. Dörrle will zum Inhalt seiner Gespräche mit Mitarbeitern des Brunnenwirts keine Auskunft geben. Er betont, dass es ihm ein Anliegen sei, mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen.

Der Bezirksbeirat hatte Dörrles Bericht zum Stand der Dinge bei der Planung der Verkehrsberuhigung bei der Sitzung im Rathaus mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Er gab Dörrle aber auch eine Wünsche mit auf den Weg. So wünscht sich das Gremium eine Umsetzung der Verkehrsberuhigung zur Probe. Es ist von einer „Versuchsanordnung“ die Rede. Die Auswirkungen der einzelnen Etappen bei der Verkehrsberuhigung soll auf ihre Auswirkungen evaluiert werden.

Anrainer sollen sich beteiligen

Die Bezirksbeiräte wünschen sich außerdem, dass die Pläne zur Verkehrsberuhigung in Abstimmung mit den Anrainern weiterverfolgt werden. Johannes Dörrle vom Stadtplanungsamt zeigt sich offen für die Ergänzungen des Bezirksbeirats. Eine Bürgerbeteiligung hält er etwa möglich. „Es muss eben geklärt werden, wie das organisiert werden kann“, meint er.

Brunnenwirt will Treffen nicht bewerten

Die Geschäftsleitung des Brunnenwirts bestätigt den Besuch des Stadtplaners. Mitarbeiter und Gäste seien derzeit verunsichert. „Klar ist, dass wir von Laufkundschaft allein nicht leben können. In der kalten Jahreszeit läuft nach zehn Uhr abends kein Mensch bei uns vor“, heißt es in einer Erklärung. Die Geschäftsführung will des Gesprächs mit Stadtplaner nicht bewerten. „Wir hoffen natürlich, dass er unsere Sorgen versteht“, erklärt die Geschäftsleitung. Dörrle lässt sich zumindest eine Erkenntnis des Abends beim Brunnenwirt entlocken. Die Currywurst habe dort sehr gut geschmeckt, meint er.

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