Am 1. Mai rücken die Verlierer der Coronakrise in den Blick: Lohnverlust trifft besonders Geringverdiener. Die Redner auf den Kundgebungen warnen zu Recht vor Verwerfungen durch die Pandemie, kommentiert Jan Dörner.
Berlin - Zum zweiten Mal haben die Gewerkschaften den Tag der Arbeit in der Corona-Pandemie begangen. Klarer als vor einem Jahr lässt sich inzwischen absehen, welche Folgen das Virus auch für die Beschäftigten und den Arbeitsmarkt des Landes hat. Zu Recht warnten die Redner auf den abgespeckten Kundgebungen vor sozialen Verwerfungen, Jobverlust und harten Belastungen der Arbeitnehmer infolge der Pandemie. Die Lohneinbußen in den besonders betroffenen Wirtschaftszweigen sind dramatisch. Den Statistiken zufolge sind die Beschäftigten in den unteren Einkommensgruppen die großen Verlierer der Coronakrise.
Zwar hat die Bundesregierung mit Milliardenausgaben für das Kurzarbeitergeld einen Teil der Verdienstausfälle ausgeglichen und Millionen Arbeitsplätze gesichert. Und auch in der Industrie ziehen die Geschäfte inzwischen wieder an. Für die Beschäftigten in den seit Monaten weitgehend geschlossenen Bereichen wie der Gastronomie, dem Gastgewerbe oder der Kultur- und Freizeitbranche sind die Aussichten jedoch weiterhin unsicher. Für sie geht es erst bergauf, wenn sich der Alltag im Land normalisiert. Nur wenn die Impfkampagne ein Erfolg wird, können die Reden zum nächsten 1. Mai wieder positiver ausfallen.