Trio mit Stuttgarter Vergangenheit: Sorg, Schneider, Löw (von links) Foto: dpa

Sie leisten wertvolle Arbeit an der Seite von Bundestrainer Joachim Löw. Wie die genau abläuft, verraten Thomas Schneider und Marcus Sorg im Interview.

Herr Schneider, Herr Sorg, steht für das Viertelfinale gegen Italien schon die Kleiderordnung auf der Trainerbank? -
Schneider: Das ist für uns keine bedeutende Frage. Das ergibt sich meistens spontan im Gespräch am Tag vor dem Spiel.
In Deutschland ist die Auswahl nicht immer gut angekommen.
Schneider: Das haben wir mitbekommen. Jogi hat sich nach dem ersten Spiel ja augenzwinkernd geäußert, dass er beim nächsten Mal wohl nicht mehr zu dem grauen T-Shirt greifen würde.
Wie werden ganz grundsätzlich vor so einem Spiel wie gegen Italien Entscheidungen im Trainerteam getroffen?
Schneider: Die letztendliche Entscheidung trifft nur einer.
Sorg: Der Bundestrainer.
Schneider: Unsere Aufgabe besteht darin, aussagekräftige Details und Inhalte zu liefern, so dass Jogi Argumente hat, mit denen er sich auseinandersetzen kann.
Sorg: Es geht darum, dass wir ihn in seiner Entscheidungsfindung unterstützen.
Klingt nach demokratischer Diktatur. Sind Sie denn auch mal anderer Meinung als Joachim Löw?
Schneider: Klar. Wir haben immer mal wieder unterschiedliche Auffassungen, aber keine grundsätzlichen. Dann wird kontrovers und hart diskutiert. Das ist wichtig für den Cheftrainer, um die bestmögliche Entscheidung treffen zu können. Es ist auch wichtig, dass wir uns selbst immer wieder hinterfragen.
Aber Sie beide sind sich schon einig? Sonst würde es doch zu kompliziert werden.
Sorg: Thomas und ich sind sicher keine Abziehbilder voneinander. Er war früher Abwehrspieler, ich war Stürmer. Auch wir sind immer wieder unterschiedlicher Meinung. Aber im Kern, was den Fußball und unsere Spielauffassung betrifft, sind wir auf einer Linie.
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