Polizei findet weitere drei Waffen der 41-Jährigen - große Anteilnahme für Opferfamilie.

Lörrach - Die Polizei hat alle Waffen der Amokläuferin von Lörrach gefunden. Die drei Gewehre, die außer der Tatwaffe auf dem Waffenschein standen, seien sicher in einem Waffenschrank außerhalb von Lörrach aufbewahrt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Ein entfernter Bekannter der Frau habe diese Aufbewahrungsmöglichkeit vermittelt.

Zeugen, die von dem Aufbewahrungsort wussten, hätten sich nun bei der Polizei gemeldet. Seit Mittwochmorgen befänden sich die Waffen in der Obhut der Polizei.

Hintergrund Beziehungsprobleme

Bei dem Amoklauf der 41-jährigen Rechtsanwältin am Sonntag in Lörrach waren vier Personen ums Leben gekommen. Die Frau erschoss zunächst ihren getrennt lebenden 44-jährigen Ehemann und schlug danach vermutlich den gemeinsamen fünfjährigen Sohn bewusstlos, bevor sie die Wohnung in Brand setzte.

Danach begab sie sich in ein nahe gelegenes Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin beschoss sie mehrere Passanten, wobei sie zwei Männer traf. Im Krankenhaus ging sie zur gynäkologischen Abteilung, wo sie einen 56-jährigen Krankenpfleger mit Messerstichen und Schüssen tötete. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei wurde die Frau von 17 Kugeln getroffen und starb daraufhin.

Hintergrund der Tat sind offenbar Beziehungsprobleme, das Paar hatte sich erst im Juni getrennt. Das gemeinsame Kind lebte beim Vater in Häg-Ehrsberg, die Mutter wohnte in ihrer gleichzeitig als Anwaltskanzlei genutzten Wohnung in Lörrach. Dort war das Kind am Sonntag zu Besuch. Als der Vater es abholen wollte, ereignete sich das Drama.

Angehörige lehnen öffentliche Trauerfeier ab

Eine öffentliche Trauerfeier für die Opfer der Bluttat wird es nicht geben. Die Angehörigen des 56-jährigen Krankenpflegers wollten dies nicht, sagte ein Stadtsprecher. Wann und wo die Beisetzung des Mannes stattfinde, werde nicht bekannt gegeben.

Die Anteilnahme mit der Familie des 56-Jährigen ist indes groß. Auf dem Spendenkonto der Stadt Lörrach für die Angehörigen des Krankenpflegers sind bereits 11.000 Euro eingegangen. Im elektronischen Kondolenzbuch gebe es 252 Einträge.

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