Schutzengel in Ruhestellung – aber nicht alle haben Flügel. Foto: dpa/Friso Gentsch

Zwei Drittel aller Deutschen glauben an Schutzengel. Unser Kolumnist KNITZ auch – und er kann sogar beweisen, dass es sie gibt.

Die Umfrage ist zwar nicht ganz neu, aber dafür repräsentativ. In einer von der Zeitschrift „Geo“ initiierten Befragung kam im Jahr 2007 heraus, dass zwei Drittel aller Deutschen an Schutzengel glauben. Ein tolles Ergebnis für die Schutzengel, findet KNITZ, die mit 66 Prozent sogar noch den Lieben Gott um zwei Prozent überflügelten.

 

Es ist gerade mal ein paar Wochen her, da war KNITZ auf die Hilfe eines irdischen Engels angewiesen. Kaum hatte er seinen Wagen auf dem Parkplatz des Pressehauses abgestellt, floss unter dem Auto ein Bächlein hervor. Wasserpumpe im Eimer. KNITZ war heilfroh, als ein Gelber Engel anrückte und die Karre zur Werkstatt brachte.

Erst neulich hielt ein Engel schützend seine Flügel über ihn

Aber auch Schutzengel müssen bei KNITZ im Laufe seines Lebens schon etliche Male ihre Schwingen schützend über ihn gehalten haben. Erst neulich hat es ihn wieder erwischt – noch nicht mal auf dem Rad. Mit nassen Schuhen ist er das Treppenhaus runtergerannt – plötzlich zog es ihm den Boden unter den Füßen weg. Alles ging so schnell, dass er nicht mal mehr „Ein guter Stolperer fällt nicht“ hätte sagen können, was ja auch nicht der Wahrheit entsprach.

Hinterher hatte KNITZ weiche Knie und der Rücken tat ihm weh. Nicht auszudenken, wenn er auf die Wirbelsäule geknallt wäre. Insofern nahm er eine Prellung an der rechten Seite gern in Kauf.

KNITZ kann das nicht belegen, aber er vermutet, dass die Schutzengelgläubigkeit bei den Menschen mit dem Alter zunimmt.

Klar, man konnte nach so einem Sturz abwinken und sagen: „KNITZ, do hosch halt oifach Dusel ghet!“ Aber so oft wie er schon Glück gehabt hat, kann das eigentlich nicht mit rechten Dingen zugehen.

Keine Drehgenehmigung bei den Bienen eingereicht

Außerdem ist er leibhaftigen Schutzengeln sogar schon mal begegnet. Im vergangenen Frühjahr erst. Sie kamen mit Sirene und Blaulicht – und das war auch gut so.

Schon öfter war KNITZ von einer Biene gestochen worden. Aber dieses Mal waren es derer drei, als er an einem Bienenstock ein kleines Video drehen wollte. Wohl hätte er bei den Tierlein besser vorher eine Drehgenehmigung einholen sollen.

Kaum daheim angekommen, bekam er Atemnot. Und gerade als die Notfallsanitäter ins Wohnzimmer traten, machte sein Kreislauf schlapp. Hinterher sagte der Notarzt zu ihm: „Lieber KNITZ, den heutigen Tag kannst Du Dir als Deinen zweiten Geburtstag im Kalender anstreichen.“

Keine Sorge, KNITZ geht es bestens, aber er ist halt in einem Alter, in dem man hin und wieder ein Krankenhaus von innen zu sehen bekommt. Und wenn es nur zur Vorsorge ist. Stets ist er dabei übrigens so freundlich aufgenommen worden, dass für ihn kein Zweifel besteht: Es gibt weit mehr Engel auf der Welt, als man gemeinhin so annimmt.

Als KNITZ die Bienenstichgeschichte ein paar Tage später, natürlich schön ausgeschmückt, seiner Hausärztin erzählte, sagte die nur grinsend: „Keine Sorge, KNITZ, die meisten holen wir wieder zurück.“ Gleichwohl würde er diese Frau zur Kategorie „Guter Engel“ zählen.

Nach so vielen Engelsgeschichten, liebe Leserinnen und Leser, kann das Christkind jetzt kommen. Frohes Fescht!