Liwa-Lauf-Cheforganisator hat wieder mal alle Hände voll zu tun. Foto: Herbert Rudel

25 Jahre Liwa-Laufevent – doch die Organisation wird zunehmend zur Herausforderung. Steigende Auflagen und höhere Kosten bringen die Veranstalter immer mehr an ihre Grenzen.

Seit dem Jahr 2002 gibt es das Liwa-Lauf-Event, heuer findet also die 25. Auflage statt. Und seit dem ersten Mal hat Armin Storz mit der Organisation der beliebten Veranstaltung mehr als genug zu tun. Wobei: Es ist immer mehr geworden – beziehungsweise immer bürokratischer.

 

Es geht immer bürokratischer zu

„Wenn das so weitergeht, kann niemand mehr so ein Ding im Ehrenamt stemmen“, ist Storz überzeugt. Ohne die Unterstützung durch Bürgermeister Ferdinand Rentschler wäre „das Liwa-Laufevent schon tot“. Der Rathauschef habe immer zusammen mit den Machern „gekämpft“, lobt Storz. Beispiele für das „Immer mehr“ gibt es einige: So wurden kurzzeitig notwendige Straßensperrungen durch die Polizei, etwa am Schlichtener Kreuz, jahrelang auf dem „kleinen Dienstweg“ veranlasst. Mittlerweile braucht es hingegen eine Komplettsperrung der Landesstraße inklusive Umleitungsbeschilderung, was laut Storz jährliche Kosten von rund 4000 Euro verursacht.

Mehr Auflagen, höhere Kosten

Verschärft haben sich auch die „Verfahren“ in Sachen Umweltschutz. Zwar führt die Laufstrecke komplett über öffentliche Wege: Forst BW und die untere Naturschutzbehörde des Esslinger Landratsamts müssen aber dennoch die eine oder andere Genehmigung erteilen. „Wir veranstalten hier oben den einzigen Marathon im gesamten Kreis und das stets auf derselben Route, doch immer wieder ändern sich irgendwelche Vorgaben, denen wir dann gerecht werden müssen“, klagt der Cheforganisator.

Ändern lässt sich daran offensichtlich nichts. Gleichwohl erklärt die Kreis-Pressestelle, „dass allen beteiligten Behörden im Landratsamt daran liegt, dass die Veranstaltung auch künftig im gewohnten Rahmen stattfinden kann und weiterhin eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten gewährleistet ist“. Darauf setzt im Übrigen auch Storz, der zumindest den schwachen Trost hat, dass sich Veranstalter in der Nachbarschaft mit den gleichen Problemen herumschlagen müssen.

Auch andere Veranstalter betroffen

So weiß Andreas Bulling vom Verein Albtraum 100, der im Kreis Göppingen den gleichnamigen Benefiz-Ultra-Trail auf dem „Albtraufgänger“ ausrichtet, ähnliches zu berichten. „Nachfragen von den unterschiedlichsten Stellen gibt es auch bei uns regelmäßig“, sagt er, „wir haben allerdings eine absolut konstruktive und sachliche Kooperation, wobei es immer hilfreich ist, wenn man die Sichtweise beider Seiten einnimmt.“ Bulling nennt indes einen anderen Punkt, „der es uns vielleicht ein wenig einfacher macht“. Albtraum 100 sei kein Sportverein, sondern ein sozialer Verein, der mit seinem Lauf bislang 250 000 Euro für wohltätige Zwecke eingesammelt hat. „Das sorgt vielleicht für eine andere Wahrnehmung und eine größere Akzeptanz bei mancher Behörde, wobei für mich feststeht, dass bei allem stets die handelnden Personen die entscheidende Rolle spielen“, betont er.