Durch ein Datenleck wurden Daten von Hunderten Personen veröffentlicht – darunter Politiker, Journalisten oder auch Künstler. (Symbolbild) Foto: dpa-Zentralbild

Politiker aus ganz Deutschland, Künstler und Journalisten sind vom Datenleck betroffen, das Hacker verursacht haben – persönliche Daten und Dokumente wurden von ihnen online gestellt. Lesen Sie die Entwicklungen im Liveblog.

Berlin - Persönliche Daten Hunderter deutsche Politiker sind im Internet veröffentlicht worden. Auch Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg sind von dem Datenleck massiv betroffen. Wir fassen alle Entwicklungen zum Datenleck in unserem Liveblog zusammen.

• Innenministerium: Keine Erhöhung der Gefährdungslage

Twitter sperrt Account, der Daten publik gemacht hat

• Abgeordnete aus Baden-Württemberg massiv betroffen

4. Januar 2019, 16.04 Uhr:

Dutzende Bundes-, Landes- und Europapolitiker aus Baden-Württemberg sind vom Datenleck betroffen. Das bestätigte das Innenministerium am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Zwischenzeitlich seien persönliche Daten von Bundes-, Landes- und Europapolitikern aus dem Südwesten im Internet frei abrufbar gewesen, teilte ein Sprecher mit. Konkrete Angaben zur Zahl der Betroffenen seien noch nicht möglich. Es habe sich aber keine Erhöhung der Gefährdungslage ergeben. Es gebe keine Hinweise, dass sicherheitsrelevante Daten verbreitet worden seien.

Die Veröffentlichung von „geleakten Listen“ mit personenbezogenen Daten würden insbesondere im Bereich der politisch motivierten Kriminalität seit Jahren dazu genutzt, die Betroffenen bloß zu stellen und ein mögliches Bedrohungsszenario aufzubauen. Die Polizeidienststellen im Land würden sensibilisiert, Hinweisen von Betroffenen konsequent nachzugehen und gegebenenfalls lageorientierte Schutzmaßnahmen zu treffen.

4. Januar 2019, 14.53 Uhr:

Die Grünen fordern nach der Veröffentlichung von Daten Hunderter Politiker, Prominenter und Journalisten eine Stärkung des Datenschutzes im Netz. „Wir brauchen endlich echte proaktive Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag, Britta Haßelmann, am Freitag. „Dazu gehören unter anderem ein Verzicht auf den staatlichen Handel mit Sicherheitslücken, durchgehende Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen und die Stärkung unabhängiger Aufsichtsstrukturen.“ Entsprechende Vorschläge habe die Fraktion gerade erneut in den Bundestag eingebracht.

Haßelmann sieht in dem Datenklau einen „sehr ernstzunehmenden Versuch, unsere Demokratie zu destabilisieren“. Die Grünen seien dabei, die Dokumente auszuwerten. Schon jetzt sei klar, dass es sich um einen massiven Eingriff in demokratische Grundrechte, Persönlichkeitsrechte und die Meinungsfreiheit handele. „Von diesem Angriff werden wir uns in unserer Arbeit nicht einschüchtern lassen“, sagte Haßelmann. „Wir selbst haben von dem Datenhack über soziale Netzwerke und Medien erfahren. Mit den Sicherheitsbehörden stehen wir bereits in Austausch.“

4. Januar 2019, 12.18 Uhr:

Der Twitter-Account, über den gestohlene Daten von Politikern, Parteien und Prominenten veröffentlicht wurden, ist am Freitag gesperrt worden. Von dem Unternehmen gab es zunächst keine Angaben dazu, ob es selbst aktiv geworden ist oder auf einen Hinweis hin gehandelt hat. Über das Twitter-Konto waren bereits vor Weihnachten viele Links auf persönliche Daten und Dokumente von Politikern, Künstlern und Journalisten verbreitet worden. Das massive Datenleck wurde allerdings erst am Donnerstagmorgen durch einen RBB-Bericht der weiten Öffentlichkeit bekannt.

4. Januar 2019, 12.08 Uhr:

Durch den Hackerangriff sind nach Angaben der Bundesregierung keine sensiblen Daten des Kanzleramts veröffentlicht worden. Das sagte Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz am Freitag. Das gelte auch für die Bundeskanzlerin.

4. Januar 2019, 11.12 Uhr:

Auch die Daten einiger Prominenter wie Jan Böhmermann, Til Schweiger oder Oliver Welke wurden veröffentlicht.

4. Januar 2019, 10.57 Uhr:

Die Bundesregierung prüft, ob die im Internet veröffentlichten Daten von Prominenten und Politikern durch einen Hackerangriff abgefischt wurden. Man hält es nach dpa-Informationen auch für möglich, dass jemand, der durch seine Tätigkeit Zugang zu sensiblen Daten hat, diese online gestellt haben könnte. Fest stehe bereits, dass der Datenabfluss nicht über das Regierungsnetz erfolgt sei. Ein möglicher Angriffspunkt sei das Netz des Bundestages.

4. Januar 2019, 9.52 Uhr:

Laut eines Berichts des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) sollen persönliche Daten Hunderter deutsche Politiker im Internet veröffentlicht worden sein. Auch Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg sind von dem Datenleck massiv betroffen. So lassen sich zum Beispiel die Mobilnummern von Stefan Kaufmann und Karin Maag, CDU-Bundestagsabgeordnete für die Wahlkreise Stuttgart I und II in dem Datensatz finden. Von Mitgliedern der CDU in Baden-Württemberg wurden nach erster Recherche fast alle Handynummern veröffentlicht. Auch Grünen- sowie SPD-Politiker sind betroffen. So wurden zum Beispiel von Cem Özdemir Briefe an die Bundeskanzlerin veröffentlicht.

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