Die britische Premierministerin Theresa May kommt gemeinsam mit ihrem Ehemann am Buckingham Palace an. Foto: POOL PA/AP

Die konservativen Tories von Premierministerin Theresa May haben die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus verloren. Wir begleiten die Wahl mit einem News-Blog.

London - Fast ein Jahr nach dem Brexit-Referendum waren die Briten aufgerufen, vorzeitig ein neues Parlament zu wählen. Premierministerin Theresa May hatte im April überraschend vorgezogene Neuwahlen angekündigt, um sich ein starkes Mandat für die Verhandlungen mit Brüssel über den EU-Austritt ihres Landes zu sichern.

Sehen Sie hier im Video-Überblick: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Wahl in Großbritannien.

Der Urnengang wurde von drei Anschlägen in London und Manchester überschattet, bei denen in den vergangenen drei Monaten 34 Menschen getötet wurden.

In unserem Live-Blog halten wir Sie über die Ereignisse rund um die Wahl in Großbritannien auf dem Laufenden.

* May will trotz deutlicher Verluste ihrer Tory-Partei bei der Parlamentswahl eine neue Regierung bilden.

* Mays Konservative verpassen die absolute Mehrheit

* Labour-Chef: Theresa May sollte zurücktreten

Freitag, 16.16 Uhr

Am Tag nach der Parlamentswahl in Großbritannien hat die nordirisch-unionistische Partei DUP Gespräche mit den Konservativen von Premierministerin Theresa May begonnen. Man wolle Möglichkeiten zur Stabilisierung des Landes sondieren, sagte die DUP-Chefin Arlene Foster am Freitag. Die Tories unter May hatten bei der Parlamentswahl am Donnerstag eine absolute Mehrheit der Sitze verfehlt und sind nun auf die Unterstützung der DUP-Abgeordneten angewiesen.

Freitag, 16.14 Uhr

Der Wunsch-Koalitionspartner der Konservativen hat der britischen Premierministerin Theresa May Unterstützung in Aussicht gestellt. „Die Premierministerin hat heute morgen mit mir gesprochen und wir werden Diskussionen mit den Konservativen beginnen, wie wir in diesen Zeiten großer Herausforderungen dem Land Stabilität geben können“, sagte die Vorsitzende der Democratic Unionist Party (DUP), Arlene Foster, am Freitag in Belfast.

Freitag, 16.13 Uhr

Mit einer vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung haben die Briten am Donnerstag über ein neues Parlament in Westminster abgestimmt. 68,7 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Das waren so viele wie seit 1997 nicht mehr. Ein Rekord war die Zahl von 207 weiblichen Abgeordneten, die in das britische Unterhaus gewählt wurden. Noch nie gewannen so viele Frauen ein Mandat für das britische Parlament.

Freitag, 14.57 Uhr

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat nach der britischen Parlamentswahl eine Abkehr vom Konzept des „harten Brexit“ gefordert. Das „rücksichtslose“ Verfolgen dieser Vorstellung durch die bisherige britische Regierung von Premierministerin Theresa May müsse „aufgegeben werden“, sagte die Chefin der Schottischen Nationalpartei (SNP) am Freitag vor Journalisten in Edinburgh. Mays Konservative Partei habe ihre Mehrheit im Unterhaus eingebüßt, die Premierministerin habe „jede Autorität und Glaubwürdigkeit verloren“.

Sturgeon richtete einen Appell an die Abgeordneten aller Parteien, sich für den Verbleib Großbritanniens im europäischen Binnenmarkt einzusetzen. Als die britische Bevölkerung im vergangenen Juni mit fast 52 Prozent für den Austritt aus der Europäischen Union (Brexit) stimmte, sprach sich in Schottland die Bevölkerung mehrheitlich gegen den EU-Austritt aus. Sturgeon räumte ein, dass die Parlamentswahl vom Donnerstag für die SNP „einige bittere und enttäuschende Verluste“ mit sich brachte. Von den 59 schottischen Sitzen im Londoner Unterhaus hat die SNP künftig nur noch 35, während es bei der Wahl 2015 noch 56 waren.

Die bislang von der SNP vertretene Forderung nach einem neuen Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands habe bei den Stimmenverlusten „unzweifelhaft eine Rolle gespielt“, sagte Sturgeon. Ihre Partei müsse das „bedenken“ und „sorgfältig über den besten Weg für Schottland nachdenken“. Das vergleichsweise schlechte Abschneiden der SNP kam sowohl Mays Konservativen, als auch der Labour-Partei und den Liberaldemokraten zugute. ao/jpf

Freitag, 14.09 Uhr

Großbritanniens Premierministerin Theresa May will trotz deutlicher Verluste ihrer Tory-Partei bei der Parlamentswahl eine neue Regierung bilden. „Ich habe soeben Königin Elizabeth II. getroffen und werde nun eine Regierung bilden“, sagte May am Freitag in London. Diese Regierung werde „Sicherheit“ geben und Großbritannien „in dieser für unser Land schwierigen Zeit“ vorwärts bringen. May fügte an, die neue Regierung werde Großbritannien aus der EU führen. Die Verhandlungen mit Brüssel über den Brexit sollten wie geplant in zehn Tagen beginnen. Mays Tories hatten bei der Parlamentswahl ihre absolute Mehrheit verloren: sie kamen nach Auszählung fast aller Wahlkreise auf 318 Mandate, zwölf weniger als bisher.

Als möglicher Partner für May kommt die nordirische protestantische Democratic Unionist Party (DUP) in Frage, die bei zehn Sitzen lag. Die oppositionelle Labour-Partei gewann 29 Sitze hinzu und kommt auf 261 Sitze. Britischen Medienberichten zufolge strebt May eine von der DUP geduldete Minderheitsregierung an. Dies gilt nicht zuletzt wegen der anstehenden Verhandlungen über den EU-Austritt Großbritanniens als äußerst schwierig.

Freitag, 13.55 Uhr

Die britische Premierministerin Theresa May hat von Königin Elizabeth II. den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung bekommen. Sie bekräftigte ihre Absicht, den Willen des Volkes gerecht zu werden und Großbritannien aus der EU zu führen.

Freitag, 13.32

Die britische Premierministerin Theresa May ist vom Regierungssitz in der Downing Street zum Buckingham-Palast gefahren, um mit der Queen über die Bildung einer neuen Regierung zu sprechen. Die konservative Regierungschefin holt sich von Elizabeth II. formell die Erlaubnis und den Auftrag ab, nach der vorgezogenen Parlamentswahl eine neue Regierung zu bilden. Mays Konservative Partei hatte bei der Neuwahl ihre Regierungsmehrheit verloren.

Das Gespräch ist vertraulich und dürfte rund eine halbe Stunde dauern. Es gilt als wahrscheinlich, dass May eine Vereinbarung mit der nordirischen konservativen Partei DUP treffen möchte. Mays Ankunft gemeinsam mit ihrem Ehemann am Palast wurde am Freitag von Touristen beobachtet.

Freitag, 12.59 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat das Ergebnis der britischen Unterhauswahl als „schallende Ohrfeige“ für die Brexit-Befürworter bezeichnet. In dem Parlament in London gebe es nun eine Mehrheit von Brexit-Skeptikern, sagte Schulz am Freitag bei einer Diskussionsveranstaltung mit Studenten an der Universität Gießen. „Ich glaube, dass da jetzt eine große Dynamik reinkommt.“

Europa brauche Solidarität und Kooperation und nicht die „Rückkehr zum Ultranationalismus“, wie er in manchen Ländern „geradezu systematisch propagiert“ werde, sagte der SPD-Chef. Er wurde am Nachmittag und Abend zu weiteren Auftritten in Frankfurt sowie in Offenbach erwartet.

Freitag, 12.43 Uhr

Nach dem Verlust ihrer Parlamentsmehrheit können die britischen Konservativen möglicherweise mit Hilfe einer nordirischen Partei weiter regieren. Die Vorsitzende der Democratic Unionist Party (DUP), Arlene Foster, zeigte sich am Freitag in britischen Medien gesprächsbereit. Erste Kontakte seien am Wochenende möglich, sagte sie und fügte hinzu: „Ich denke es ist zu früh darüber zu sprechen, was wir tun werden.“

Die DUP hat bei der von Premierministerin Theresa May vorgezogenen Parlamentswahl am Donnerstag zehn Sitze gewonnen. Das würde zusammen mit den Konservativen zu Parlamentsmehrheit reichen.

Foster meldete allerdings Zweifel an, ob May sich nach ihrer Wahlniederlage politisch behaupten kann: Es könnte für sie „schwer werden, zu überleben“, sagte sie.

Freitag, 12.33 Uhr

Die Bundesregierung hat äußerst zurückhaltend auf den Ausgang der Parlamentswahlen in Großbritannien reagiert. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte am Freitag in Berlin, man wolle den Wahlausgang nicht kommentieren und die Regierungsbildung abwarten. Sie erinnerte daran, dass Großbritannien am 29. März seinen Antrag auf Austritt aus der EU gestellt habe. „Seither läuft eine zweijährige Frist.“ Die EU stehe für die Verhandlungen bereit. „Daran hat sich nichts geändert.“ Diese Frist sei nur einstimmig zu verlängern.

Freitag, 12.26 Uhr

Eine Verlängerung der Zwei-Jahres-Frist für die Brexit-Verhandlungen liegt aus Sicht von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach der Wahl in Großbritannien nicht auf dem Tisch. „Bevor wir uns die Frage einer Verlängerung der Verhandlungen mit unseren britischen Freunden stellen, möchte ich sie erst einmal beginnen lassen“, sagte der 62-Jährige am Freitag am Rande einer Sicherheitskonferenz in Prag. Die Kommission wäre ihrerseits schon „morgen Früh um halb neun“ bereit, mit den Gesprächen zu beginnen. Er hoffe, dass es nicht zu weiteren Verzögerungen komme. „Alle Wahlen sind wichtig“, sagte Juncker. Die Unterhauswahl vom Vortag habe aber wegen des bevorstehenden Brexits eine besondere Bedeutung.

Freitag, 12 Uhr

Nach dem Wahldebakel für die rechtspopulistische Ukip in Großbritannien ist Parteichef Paul Nuttall zurückgetreten. „Eine neue Ära muss beginnen mit einem neuen Vorsitzenden“, sagte Nuttall am Freitag. Bei der Parlamentswahl vom Donnerstag hatte die United Kingdom Independence Party (Ukip) ihren einzigen Sitz im Parlament verloren. Ihre prozentualen Verluste lagen bei mehr als zehn Prozent. Die Ukip hatte unter ihrem früheren Parteichef Nigel Farage mit dem Brexit ihr wichtigstes politisches Ziel erreicht. Die Rechtspopulisten sind aber zerstritten über den künftigen Kurs ihrer Partei.

Freitag, 11.47 Uhr

Es wird knapp in Kensington: Der Londoner Wahlkreis war am Freitag der letzte, der sein Ergebnis bei der Parlamentswahl noch nicht vorgelegt hatte. Am Vormittag stellten die Helfer das Zählen dort ohne Ergebnis vorerst ein, um „so bald wie möglich“ ausgeruht und erholt weiter zu machen, teilte der zuständige Beamte mit. Zweimal hätten sie schon alle Stimmen durchgezählt - aber weil es so knapp gewesen sei, solle es noch eine dritte Runde geben.

Offen war, ob die Helfer am Freitag schon fit genug zum Weiterzählen sein würden, oder ob es möglicherweise erst am Samstag ein Ergebnis gegen könnte. 2015 hatten die Konservativen den Wahlkreis geholt. An den Mehrheitsverhältnissen im Parlament ändert das Ergebnis nichts mehr.

Freitag, 11.19 Uhr

Die britische Premierministerin Theresa May will noch am Freitag bei Königin Elizabeth II. um die Erlaubnis für eine Regierungsbildung bitten. Das teilte ein Regierungssprecher am Mittag mit. Sie strebe eine konservative Minderheitsregierung mit Duldung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) an, hieß es in britischen Medien

Freitag, 11.16 Uhr

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wartet nach der Wahl in Großbritannien auf ein Signal der Briten für den Beginn der Brexit-Verhandlungen. „Jetzt sind die Briten am Zug“, sagte Juncker der „Süddeutschen Zeitung“. Das kann Juncker zufolge aber etwas dauern: „Der Staub in Großbritannien muss sich jetzt legen.“ Die EU könne die Gespräche sofort aufnehmen: „Wir sind seit Monaten bereit zu verhandeln. Wir können morgen früh anfangen“, sagte Juncker, der sich derzeit in Prag aufhält, nach Angaben des Blattes.

Freitag, 10.45 Uhr

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sieht den Ausgang der Wahl in Großbritannien mit Bedenken. Da die britischen Konservativen die absolute Mehrheit verpasst haben, drohe der Wirtschaft eine wohl noch längere Phase der Unsicherheit bei der Frage, wie es mit dem Brexit weitergehe, erklärte die CDU-Politikerin am Freitag in Stuttgart. „Unsere Wirtschaft braucht schnellstmöglich Perspektiven dazu, wie sich die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU gestalten werden - gerade auch im Bereich des Außenhandels und der Freizügigkeit auf dem Arbeitsmarkt.“

Freitag, 10.30 Uhr

Baden-Württembergs Europaminister Guido Wolf (CDU) kann dem Ausgang der britischen Parlamentswahl etwas Gutes abgewinnen. „Das Ergebnis ist längerfristig gut für Großbritannien, für Europa und ganz besonders für Baden-Württemberg“, sagte er am Freitag in Stuttgart. „Mit dieser Wahl haben die Menschen in Großbritannien deutlich gemacht, dass sie eben nicht auf einen harten Brexit setzen.“

Freitag, 10.20 Uhr

Die nordirische Democratic Unionist Party erwägt die Unterstützung einer Minderheitsregierung der Konservativen, wie der Fernsehsender Sky meldet.

Freitag, 10.16 Uhr

Der EU-Chefunterhändler für die Brexit-Gespräche, Michel Barnier, lässt den Zeitpunkt für den Beginn der Verhandlungen mit Großbritannien offen. Die Gespräche sollten beginnen, wenn das Vereinigte Königreich bereit dafür sei, twittert Barnier. Er fordert alle Seiten auf, an einer Einigung zu arbeiten. Die Gespräche sollten nach bisherigen Planungen am 19. Juni beginnen.

Freitag, 10 Uhr

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat sich besorgt über die Folgen der britischen Unterhauswahl auf die Brexit-Verhandlungen geäußert. Wann diese beginnen könnten, sei nun unsicher. „May wollte Stabilität erreichen und hat Chaos gebracht“, schrieb der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei am Freitagmorgen auf Twitter zur Rolle der britischen Regierungschefin Theresa May. Die konservative Premierministerin hatte bei der Unterhauswahl am Donnerstag ihre Mehrheit im Parlament eingebüßt.

Die Europäische Union sei vor den Verhandlungen über den EU-Austritt geeint, doch Großbritannien sei tief gespalten, erklärte Weber. Die Zeit für den Brexit laufe. „Deshalb braucht UK schnell eine handlungsfähige Regierung.“

Ska Keller, Grünen-Fraktionschefin im Europaparlament, äußerte sich ähnlich. May habe sich verzockt, erklärte sie und fügte mit Blick auf den Brexit hinzu: „Die zukünftige britische Regierung sollte die harte Linie überdenken und die Bedenken vieler Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen.“ Die Verhandlungen müssten nun endlich beginnen, damit die Ungewissheit für die EU-Bürger in Großbritannien ende.

Auch der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber beklagte „Chaos und Ungewissheit - und das zum schlechtest möglichen Zeitpunkt“. Schon in zehn Tagen sollten die Brexit-Verhandlungen beginnen. „Die EU sitzt bereits am Verhandlungstisch und wartet auf die Briten, bis es endlich losgehen kann“, meinte Ferber.

Freitag, 09.54 Uhr

Nach der Niederlage der britischen Premierministerin Theresa May bei der Parlamentswahl hat der bisherige Oppositionsführer Jeremy Corbyn selbst Führungsansprüche angemeldet. Er warte darauf, „dem Land zu dienen“, sagte der Labour-Chef am Freitagmorgen. Er wiederholte seine Forderung an May, als Regierungschefin zurückzutreten.

Freitag, 09.26 Uhr

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Freitag nach der Schlappe der britischen Konservativen bei der Parlamentswahl auf eine gütliche Einigung im Brexit-Streit gesetzt. Hinzu kamen starke Signale aus der deutschen Wirtschaft. Der Dax überwand erstmals in der laufenden Woche die Marke von 12 800 Punkten, nachdem in den Tagen vor der britischen Wahl Zurückhaltung geherrscht hatte. Das Rekordhoch des deutschen Leitindex bei 12 878 Punkten aus der Vorwoche rückt nun wieder näher.

Der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer hält eine Einigung mit Großbritannien bei den Brexit-Verhandlungen nun für wahrscheinlicher. Zwar sei völlig offen, wie die nächste britische Regierung aussehen werde und auch Neuwahlen seien möglich, sagte Krämer am Freitag. „Aber eines ist sicher: Der harte Brexit wurde gestern abgewählt“.

Zudem bleibt der deutsche Außenhandel eine Stütze für den Aufschwung. Im April waren die Exporte im Monatsvergleich stärker gestiegen als gedacht.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen kletterte um 0,58 Prozent auf 25 305,22 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,45 Prozent auf 2306,38 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,85 Prozent.

Freitag, 09.19 Uhr

Die britische Premierministerin Theresa May will Medienberichten zufolge nach dem Wahldebakel vom Donnerstag nicht zurücktreten. Das berichtete unter anderem die in Londoner Regierungskreisen gut vernetzte BBC-Journalistin Laura Kuenssberg. „Sie wird bleiben und ihre Meinung nicht ändern“, zitierte Kuenssberg am Freitag ein hochrangiges Regierungsmitglied.

Freitag, 09.16 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will sich so rasch wie möglich mit dem britischen Labour-Chef Jeremy Corbyn treffen. Er habe bereits mit dem Herausforderer von Premierministerin Theresa May telefoniert und ein schnelles Treffen vereinbart, schrieb der SPD-Chef am Freitag auf Twitter. Er beglückwünschte den Altlinken Corbyn für das Labour-Ergebnis bei der Parlamentswahl im Königreich: „Was für eine Aufholjagd! Gratulation an @jeremycorbyn und @UKLabour!“

Freitag, 09.14 Uhr

Der FTSE 100 hat am Freitag nach dem Wahldesaster für Premierministerin Theresa May deutlich zugelegt. Im frühen Handel stieg der britische Leitindex dank des schwachen Pfund um fast 1 Prozent auf 7518 Punkte.

Mit der aktuellen Situation eines „Hung Parliament“, eines Unterhauses ohne klare Mehrheit, habe die politische Unsicherheit in dem Vereinigten Königreich zwar spürbar zugenommen, schrieb Großbritannien-Experte Sören Hettler von der DZ Bank. Entsprechend deutlich sei auch das britischen Pfund unter Druck geraten. Dies wiederum stützte den Aktienmarkt, da eine schwache Landeswährung den Export ankurbeln könne.

Freitag, 09.12 Uhr

Das Wahlergebnis in Großbritannien ist insgesamt eine Überraschung, aber in manchen Wahlkreisen ist es eine Sensation. Canterbury, die beschauliche südenglische Stadt mit der berühmten Kathedrale, hat Labour gewählt - und zwar laut BBC erstmals, seit der Wahlkreis 1918 geschaffen wurde. Kandidatin Rosie Duffield gelang es, Julian Brazier seinen für völlig sicher gehaltenen Sitz abzunehmen, den er seit 30 Jahren innehatte. Und das auch noch ganz knapp: Gerade mal 187 Stimmen machten den Unterschied. Vorsichtshalber wurde in der Nacht zum Freitag zweimal ausgezählt, bevor um 4.23 Uhr Ortszeit das Ergebnis offiziell bekannt wurde.

Freitag, 09.05 Uhr

Der finanzpolitische Sprecher von Labour, John McDonnell, kündigt den Versuch an, eine Minderheitsregierung zu bilden. Eine Koalition schließt er aus.

Freitag, 08.57 Uhr

Der komplizierte Wahlausgang in Großbritannien könnte den Fahrplan für die Brexit-Verhandlungen zwischen London und Brüssel nach Ansicht von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger durcheinanderbringen. „Ob die andere Verhandlungsseite überhaupt beginnen kann, wird sich in den nächsten Stunden zeigen, wird sich in den nächsten wenigen Tagen zeigen müssen“, sagte er am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. „Denn ohne Regierung keine Verhandlungen.“

Die EU war eigentlich von ersten Gesprächen ab dem 19. Juni ausgegangen, also von übernächster Woche an. Nur bis Ende März 2019 läuft die Frist, ein Abkommen über die Trennung und die Eckpunkte der künftigen Beziehungen zu schließen.

Die Wahl in Großbritannien sei keine „Brexit-Wahl“ gewesen, sondern es sei zuallererst um soziale Gerechtigkeit und auch um Sicherheit gegangen, so der Deutsche. Gleichwohl betonte der CDU-Politiker: „Das Referendum steht. Niemand stellt es in Frage. Die Briten werden die Austrittsverhandlungen führen.“

Oettinger erwartet angesichts des Wahlausgangs im Vereinigten Königreich aber weitere Unsicherheiten: „Mit einem schwachen Verhandlungspartner läuft man Gefahr, dass die Verhandlungen für beide Seiten schlecht laufen.“ Die EU sei in jedem Fall gewappnet - man werde „hart, aber fair“ verhandeln. „Wir stehen bereit“, sagte Oettinger.

Freitag, 08.54 Uhr

Der Vize-Präsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, spricht von einem Desaster für May. „Es erinnert ein wenig an Monty Python: Eine Politikerin, die loszieht, eine starke und stabile Regierung zu bilden, das waren ihre Worte, von einer großen Mehrheit ausgehend, und am Ende dasteht mit einer Situation, in der sie keine eigene Mehrheit mehr hat“, sagt er NDR Info.

Freitag, 08.49 Uhr

Britische Unternehmen dringen auf die rasche Bildung einer funktionierenden Regierung. Für die Politiker müsse jetzt Priorität haben, ihre eigenen Angelegenheiten zu ordnen, die Märkte zu beruhigen und die heimische Wirtschaft zu schützen, fordert die Lobby-Gruppe CBI.

Freitag, 08.38 Uhr

Rückschlag für die schottische Unabhängigkeitsbewegung: Die Nationalisten der SNP verlieren 21 ihrer 56 Sitze, viele davon an die Konservativen.

Freitag, 08.25 Uhr

Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, fordert schnellstmögliche Brexit-Verhandlungen. „Unabhängig von der Frage, wer bildet in Großbritannien eine Regierung, läuft die Uhr“, sagt er im ZDF.

Freitag, 08.24 Uhr

Der Vorsitzende der deutsch-britischen Parlamentariergruppe, Stephan Mayer, erwartet in Großbritannien eine Zeit der Instabilität. Zwar sei May formell noch Ansprechpartnerin für die Brexit-Gespräche. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass May sich über lange Zeit hinweg als Parteivorsitzende der Konservativen und als Premierministerin halten wird“, sagt er NDR Info.

Freitag, 08.05 Uhr

Der britische Mittelstandsverband FSB fordert eine Verschiebung der Brexit-Gespräche.

Freitag, 07.30 Uhr

EU-Kommissar Günther Oettinger erwartet nach dem Ausgang der Wahl mehr Unsicherheit bei den Brexit-Verhandlungen. Unklar sei, ob diese wie geplant beginnen könnten, sagt er dem Deutschlandfunk.

Freitag, 07.20 Uhr

May wird sich dem Hörfunksender LBC zufolge um 10.00 Uhr (Ortszeit, 11.00 Uhr MESZ) äußern.

Freitag, 07.13 Uhr

Die Großbank Citi hält es für wahrscheinlich, dass May ihren Rücktritt einreichen wird.

Freitag, 06:36 Uhr

Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat nach Angaben der BBC die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus verloren. Die Tories hatten am Freitagmorgen nach Auszählung von fast allen der 650 Wahlkreise dem Sender zufolge keine Chance mehr, die Marke von 326 Sitzen zu knacken.

Freitag, 05.50 Uhr

Nach Auszählung für die Verteilung von 600 der 650 Sitze kommen die Tories auf 287 Abgeordnete und Labour auf 249.

Freitag, 05.42 Uhr

Die konservative Abgeordnete Anna Soubry fordert May auf, „über ihre Position nachzudenken“.

Freitag, 05.33 Uhr

Nach Auszählung für die Verteilung von 550 der 650 Sitze kommen die Tories auf 256 Abgeordnete und Labour auf 231.

Freitag, 04.39 Uhr

Nach Auszählung für die Verteilung von 450 der 650 Sitze kommt Labour auf 205 Abgeordnete und die Konservativen auf 191.

Freitag, 04.33 Uhr

Premierministerin Theresa May sagt, sie wisse, dass das Land eine Periode der Stabilität brauche. Wenn die Prognosen richtig seien und ihre Konservativen die meisten Stimmen gewinnen würden, würden die Tories Stabilität liefern.

Freitag, 04.15 Uhr

Labour-Chef Jeremy Corbyn sagt, Premierministerin Theresa May habe ihr Mandat verloren. Das sollte ausreichen, um abzutreten.

Freitag, 04.12 Uhr

Nach Auszählung für die Verteilung von 351 der 650 Sitze liegen die Sozialdemokraten von Jeremy Corbyn bei 167 Abgeordneten und die Konservativen von Theresa May bei 142.

Freitag, 04.02 Uhr

Labour ist laut BBC dabei, den Tories Canterbury abzunehmen, das seit 1918 in der Hand der Konservativen war.

Freitag, 03.58 Uhr

Labour hält sich vorn: Nach der Auszählung für die Verteilung von 300 der 650 Sitze im Parlament kommen sie Sozialdemokraten auf 145 und die Tories auf 119 Abgeordnete.

Freitag, 03.38 Uhr

Auch der Sender Sky News legt sich nicht fest. Er sagt zwischen 308 und 328 Sitzen für May voraus. Für die Verteidigung der absoluten Mehrheit würde sie mindestens 326 brauchen.

Freitag, 03.36 Uhr

Der britische Brexit-Minister David Davis erklärt, es sei zu früh, um zu sagen, dass dies eine schlechte Nacht für Regierungschefin Theresa May sei.

Freitag, 03.31 Uhr

Die japanische Bank Nomura sagt auf Basis der bisherigen Auszählungen und von Nachwahlbefragungen voraus, dass Mays Konservative doch die absolute Mehrheit behalten werden und auf 332 der 650 Sitze kommen werden.

Freitag, 03.24 Uhr

Die BBC sagt den Konservativen den knappen Verlust der absoluten Mehrheit im Parlament voraus. Die Tories würden auf 322 der 650 Abgeordnete kommen, Labour auf 261, so der Sender.

Freitag, 03.20 Uhr

Nach der Auszählung für die Verteilung von 153 der 650 Sitze im Parlament kommt Labour auf 76, auf die Tories entfallen 57 Abgeordnete.

Freitag, 03.17 Uhr

Es geht hin und her. Beim Wettanbieter Betfair wird nun wieder Amtsinhaberin Theresa May als wahrscheinliche nächste Regierungschefin gehandelt.

Freitag, 02.49 Uhr

Nach der Auszählung für die Verteilung von 57 der 650 Sitze im Parlament kommen Labour auf 30, die Konservativen auf 21, die schottischen Nationalisten der SNP auf 3 und andere Parteien auf ebenfalls 3 Sitze.

Freitag, 02.48 Uhr

Labour nimmt den Tories in Vale of Clwyd in Wales den ersten Sitz in dieser Nacht ab.

Freitag, 02.38 Uhr

Das britische Pfund weitet seine Verluste wieder aus und verliert zum Dollar bis zu 1,9 Prozent. Händler begründen dies damit, dass Labour-Chef Corbyn bei Buchmachern zunehmend in der Favoritenrolle auf den Posten des Premierministers gesehen wird.

Freitag, 02.34 Uhr

Labour-Chef Jeremy Corbyn ist beim Wettanbieter Betfair Favorit für den Posten des Premierministers.

Freitag, 02.28 Uhr

Die Londoner Börse könnte bei einer Schlappe für die Tories schwächer eröffnen. Der Future-Index, der die Tendenz für die Entwicklung anzeigt, liegt am frühen Freitagmorgen 0,2 Prozent im Minus.

Freitag, 01.42 Uhr

Elmar Brok, Brexit-Beauftragter der EVP im Europaparlament, sieht erschwerte Brexit-Gespräche. „Dieses Ergebnis bedeutet, dass überhaupt keiner Kompromisse machen kann, Das wird für die Brexit-Verhandlungen sehr große Erschwernisse mitbringen“, sagte er in der ZDF-Sendung „maybrit illner“. Ab Freitag werde es zudem bei den Konservativen einen heftigen Kampf um Mays Nachfolge geben.

Freitag, 00.49 Uhr

Die Tories könnten der japanischen Bank Nomura zufolge doch ihre absolute Mehrheit verteidigen. Auf Basis der vorliegenden Ergebnisse seien 331 Sitze für die Konservativen möglich, schrieb die Bank in einer Kurzanalyse an ihre Kunden. Für eine akkurate Vorhersage sei es aber noch zu früh.

Freitag, 00.39 Uhr

Das britische Pfund grenzt seine Verluste zum Dollar ein und liegt mit 1,2800 Dollar noch rund 1,2 Prozent tiefer. Zwischenzeitlich war es bis auf 1,2705 Dollar gefallen.

Freitag, 00.34 Uhr

Der Ex-Chef der Liberaldemokraten, Nick Clegg, sieht keine Chancen für eine Unterstützung der Konservativen. Er sehe keine Umstände, unter denen dies möglich wäre.

Freitag, 00.22 Uhr

Die protestantische nordirische Partei DUP schließt eine Unterstützung der Tories nicht aus, um May zu einer Mehrheit im Parlament zu verhelfen. Beide Parteien hätten eine viele Gemeinsamkeiten, sagte ein ranghoher Vertreter der DUP, die zuletzt acht Sitze im Parlament hatte.

Donnerstag, 23.48 Uhr

Der Sender Sky News berichtet unter Berufung auf ein hochrangiges Mitglieder der Liberaldemokraten, es werde „keine Verträge, keine Abkommen, keine Koalition“ geben.

Donnerstag, 23.30 Uhr

Einer BBC-Analyse zufolge sind die Rennen um 76 der Parlamentssitze noch nicht entschieden.

Donnerstag, 23.17 Uhr

Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat nach ersten Prognosen die Parlamentswahl in Großbritannien gewonnen. Die Tories werden aber vermutlich ihre Regierungsmehrheit verlieren, wie die britische BBC nach Schließung der Wahllokale am Donnerstagabend berichtete. Den Prognosen zufolge käme Mays Partei auf 314 der 650 Sitze im Unterhaus, bisher hatte sie 330 Sitze.

Die oppositionelle Labour-Partei kommt demnach auf 266, ein Plus von 46 Sitzen. Verloren hat hingegen die Schottische Nationalpartei, die von 54 auf 34 Sitze abstürzte.

Donnerstag, 15.44 Uhr

Um ihr Kreuzchen bei der Parlamentswahl zu machen, müssen die Briten nicht unbedingt eine schnöde Schule oder Gemeindehalle aufsuchen. Als Wahllokale dienen am Donnerstag auch Bahnwaggons, Bücherbusse, ein Nagelstudio – und sogar Pubs. Im „Fox & Hounds“ in Oxfordshire war das erfrischende Bier nach Erledigen der Wählerpflicht nicht weit. Andere Bürger konnten nebenbei noch eine Maschine Wäsche waschen oder Kalorien abtrainieren: Auch eine Münzwäscherei und Fitnesscenter wurden zu Wahllokalen umfunktioniert.

Donnerstag, 13.34 Uhr

Die Konservative Partei von Premierministerin Theresa May liegt am Wahltag in den Umfragen weiter vorn, der Abstand zu Labour verringert sich aber. Dabei gehen die Daten der Umfrageinstitute deutlich auseinander.

Nach der jüngsten am Wahltag veröffentlichten Befragung von Ipsos Mori für die Abendzeitung „Evening Standard“ liegen die regierenden Tories mit 44 Prozent der Stimmen acht Punkte vor Labour mit 36 Prozent. Damit hätten die Konservativen eine komfortable, wenn auch keine überragende Mehrheit.

Laut einer Befragung der Survation-Meinungsforscher lagen die Tories zuletzt mit 41 Prozent nur noch einen Punkt vor Labour mit 40. Das Institut Kantar Public gab den Tories mit 43 Prozent einen 5-Punkte-Vorsprung vor Jeremy Corbyns Arbeiterpartei.

Bei YouGov führte Mays Partei mit 42 Prozent um 7 Punkte vor Labour mit 35. ComRes zeigte einen Abstand von 10 Punkten zwischen den Parteien mit 44 zu 34 Prozent. Bei ICM war der Unterschied mit 12 Punkten am größten. Hier führten die Konservativen mit 46 Prozent vor Labour mit 34.

Donnerstag, 12.00 Uhr:

Umfragen zufolge könnte die Konservative May ihr Ziel einer komfortablen Mehrheit im britischen Parlament verfehlen. Als May die Neuwahl ausrief, lagen die Konservativen zeitweise noch mehr als 20 Prozentpunkte vor Labour. Fehler Mays ließen den Vorsprung aber bis auf wenige Prozentpunkte schmelzen. Nach der jüngsten Befragung der Meinungsforscher des Instituts Survation liegen die Tories mit 41 Prozent gar nur noch einen Punkt vor Labour mit 40.

Donnerstag, 11.16 Uhr:

Auch der Labour-Vorsitzende und Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat seine Stimme in seinem Londoner Wahlkreis Islington North abgegeben. „Es ist ein Tag für unsere Demokratie. Ich habe gerade gewählt. Ich bin sehr stolz auf unseren Wahlkampf“, sagte Corbyn danach Reportern vor dem Wahllokal.

Mit der vorgezogenen Wahl des Unterhauses am Donnerstag wollte sich die konservative Premierministerin Theresa May Rückendeckung für die bevorstehenden EU-Austrittsverhandlungen sichern. Jüngsten Umfragen zufolge muss ihre Tory-Partei aber empfindliche Verluste befürchten. Corbyns Labour-Partei hatte in den letzten Wochen kräftig aufgeholt.

Donnerstag, 10.33 Uhr:

Premierministerin Theresa May ihre Stimme in ihrem Wahlkreis in Maidenhead westlich von London abgegeben. Mit der vorgezogenen Wahl des Unterhauses am Donnerstag wollte sich die Premierministerin Rückendeckung für die bevorstehenden EU-Austrittsverhandlungen sichern. Jüngsten Umfragen zufolge muss ihre Konservative Partei aber mit empfindlichen Verlusten rechnen.

Donnerstag, 9.54 Uhr:

Das britische Pfund hat am Tag der Parlamentswahl leicht zugelegt. Am Donnerstagvormittag kostete ein Pfund 1,2975 US-Dollar beziehungsweise 1,1525 Euro. Zu beiden Währungen konnte die britische Devise im Vergleich zum Vortag an Wert gewinnen. Auch in den vergangenen Monaten war das Pfund im Trend gestiegen, nachdem es infolge des Brexit-Votums vor etwa einem Jahr massiv an Wert verloren hatte.

Donnerstag, 8.22 Uhr:

Die britische Polizei hat in der Nacht zum Donnerstag drei Terrorverdächtige in Ost-London festgenommen. Die Festnahmen stünden aber nicht in Verbindung mit den Anschlägen auf der London Bridge und am nahe gelegenen Borough Market, teilte die Polizei am Morgen mit. Bei den Verdächtigen handle es sich um drei Männer im Alter von 33, 34 und 37 Jahren. Die Wohnungen, in denen sie festgenommen worden seien, würden noch durchsucht.

Die Hauptstadt befindet sich nach dem Anschlag vom Samstagabend noch immer unter erhöhter Polizeibeobachtung.

Donnerstag, 8.15 Uhr:

Fast ein Jahr nach dem Brexit-Referendum wählen die Briten vorzeitig ein neues Parlament. Seit 8 Uhr MESZ haben die mehr als 40.000 Wahllokale in England, Schottland, Wales und Nordirland geöffnet.

Zeitweise lagen die regierenden Konservativen in den Umfragen mehr als 20 Prozentpunkte vor der Labour-Partei. Inzwischen gehen die Wahlforscher aber von einem engen Rennen aus: In einigen Umfragen lag der Vorsprung von Premierministerin Theresa May und ihren Tories in den vergangenen Tagen nur noch im unteren einstelligen Bereich. Andere Meinungsforschungsinstitute kamen auf etwas höhere Werte.

Großbritannien hat ein reines Mehrheitswahlrecht. Das bringt meist eine absolute Mehrheit für eine Partei hervor. Kleine Parteien werden durch das Wahlsystem benachteiligt. Das Land hat 650 Wahlkreise für ebenso viele Sitze im Unterhaus. Um einen Sitz zu bekommen, müssen Politiker in ihrem Wahlkreis die meisten Stimmen holen.

In Deutschland haben Wähler eine Erststimme für Direktkandidaten und eine Zweitstimme. Die Zweitstimme ist für die Verteilung der Sitze an die im Parlament vertretenen Parteien maßgeblich. Die Briten haben hingegen nur eine Erststimme.

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