Ein zerbrochener Mensch: Ausschnitt des Plakatmotivs zur Paul-Celan-AusstellungFoto:Haus der Heimat Foto:  

Seine „Todesfuge“ über den Holocaust ist eines der großen Gedichte des 20. Jahrhunderts. Nun zeigt das Haus der Heimat in Stuttgart eine Ausstellung zu Leben und Werk des Lyrikers Paul Celan.

Stuttgart - Gleich zwei Jubiläen erinnern in diesem Jahr an den Lyriker Paul Celan: sein 100. Geburtstag und sein 50. Todestag. Aus diesem Anlass widmet das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg dem Wortkünstler die Ausstellung „Paul Celan - Meine Gedichte sind meine Vita“. Von 1. September 2020 bis zum 25. März 2021 informiert die Schau über Grundlinien des Lebens des Büchner-Preisträgers von 1960. Hör- und Lesestationen vermitteln Einblicke in sein Werk.

Paul Celan wurde am 23. November 1920 als Sohn einer deutschsprachigen jüdischen Familie in der Bukowina im damals rumänischen und heute ukrainischen Czernowitz geboren. Während der NS-Zeit starben seine Eltern in einem Zwangsarbeiterlager. Nach Kriegsende siedelte er über Ungarn und Wien nach Paris über.

Dichter der „Todesfuge“

Celan unterhielt zeitweise eine Liebesbeziehung zur österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, trat bei der Gruppe 47 auf und war mit dem Philosophen Martin Heidegger freundschaftlich verbunden. Am 20. April 1970 fand man seinen Leichnam in der Seine in Paris, vermutlich als Folge eines Suizids. Seine Gedichte, deren bekanntestes die „Todesfuge“ ist, verhandeln vor allem die Themen Schuld und Erfahrungen mit dem Holocaust.

Das dem Landesinnenministerium zugeordnete Haus der Heimat vermittelt über Publikationen, Veranstaltungen und Studienfahrten die Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa und ihre Verbindungen zum deutschen Südwesten. Hierzu kooperiert es mit anderen Einrichtungen in Deutschland und den östlichen Nachbarstaaten.

Info

Die Ausstellung „Paul Celan - Meine Gedichte sind meine Vita“ ist bis 25. März 2021 im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart zu sehen. Sie ist montags, dienstags und donnerstags von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr sowie mittwochs bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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