Losverkauf für gute Zwecke: Stefan Quitsch, der Präsident der Leonberger Lions, im Leo-Center Foto: Simon Granville

Seit 29 Jahren gibt es die Tombola im Leo-Center, mit deren Einnahmen der Lions Club Leonberg Projekte finanziert. Doch das Interesse an der Aktion geht seit Jahren zurück. Was tun?

Ein Golf-Schnupperkurs, eine Eintrittskarte für ein Europa-League-Spiel des VfB Stuttgart oder eine Familienkarte für Tripsdrill – mit diesen Hauptpreisen lockt der Lions Club Leonberg bei seiner diesjährigen Weihnachtstombola. Diese findet zum 29. Mal statt. Verkauft werden die Lose nach dem Freitag noch an diesem Samstag, 13. Dezember, im Leo-Center (10 bis 18 Uhr) sowie ebenfalls am Samstag auf dem Wochenmarkt in der Steinstraße (9 bis 12 Uhr).

 

„Wir hatten dieses Jahr Glück, als wir Geschäfte und Restaurants gefragt haben, ob sie uns Preise stiften“, sagt Stefan Quitsch, der Präsident der Leonberger Lions. Für ihn ist das ein deutliches Zeichen, dass die Stimmung und die wirtschaftliche Situation in den Unternehmen wieder besser geworden ist.

Unternehmen sind wieder spendierfreudiger

Im vergangenen Jahr sei es schwieriger gewesen, an attraktive Preise zu kommen, gerade auch in den unteren Gewinnkategorien. „Wenn wir weniger Preise gestiftet bekommen, müssen wir mehr dazu kaufen. Und das geht dann von dem Geld ab, dass wir für unsere Projekte verwenden wollen“, erklärt Quitsch.

Die Chancen auf einen Gewinn sind bei einem Loskauf groß. Foto: Simon Granville

Denn über allen Aktivitäten der Lions Clubs weltweit steht der Dienst an der Gesellschaft. Der Leonberger Lions Club, der 1974 gegründet wurde und aktuell 27 Mitglieder hat, unterstützt verschiedene soziale und kulturelle Projekte wie beispielsweise „Klasse 2000“. Das Projekt zur Gesundheitsvorsorge und Suchtprävention wird über die Leonberger Lions an Grundschulen in Leonberg, Hemmingen und Gerlingen unterstützt.

Nicht mehr gibt es dagegen den Jazzbrunch in Hemmingen, die zweite große Veranstaltung der Leonberger Lions. „Nach der Coronapause hatten wir es noch einmal versucht, aber es lief einfach nicht mehr“, erzählt Stefan Quitsch.

Auch die Tombola im Leo-Center läuft im 29. Jahr nicht mehr so wie früher. Das hat laut Quitsch aber vielfältige Gründe: „Unsere Losverkäufer merken auf jeden Fall, dass die Menschen mehr aufs Geld gucken und weniger freizügig beim Kauf sind.“ Habe früher hin und wieder jemand Lose für 50 Euro erworben, sei es nun schon eine Seltenheit, wenn eine Person mal sechs Lose für zehn Euro erwirbt.

Hat die Weihnachtstombola noch eine Zukunft?

Dazu käme, dass die Losverkäufer vielen erst einmal erklären müssten, wer die Lions sind und was sie tun. „Das Publikum im Leo-Center hat sich einfach geändert, und es sind auch weniger Leute hier unterwegs als früher“, meint Stefan Quitsch. Entsprechend habe man die Tombola in den vergangenen Jahren angepasst. Mittlerweile gibt es weniger Lose insgesamt, doch damit höhere Chancen auf Gewinne – auch wenn es nur Trostpreise sind wie etwa eine Flasche Sekt oder Schokolade.

Ist dann die Tombola überhaupt noch zeitgemäß? „Die Frage stellen wir uns natürlich“, sagt der Lions-Präsident. Zumal sein Club dringend jüngere Mitglieder gebrauchen könnte. „Die könnten dann vielleicht auch andere Akzente setzen.“