So soll die neue Uferpromenade am Lindenschulviertel einmal aussehen. Foto: Ramboll Studio Dreiseitl

Auf die Umgestaltung des Neckarufers werden die Untertürkheimer noch eine ganze Weile warten müssen. Die Stadt geht derzeit von einem frühestmöglichen Baubeginn Ende 2019 aus.

Untertürkheim - Auf den neuen Lindenplatz am Neckarufer werden die Untertürkheimer noch eine ganze Weile warten müssen: „Aktuell rechnen wir mit einem Baubeginn Ende 2019“, teilt Martin Thronberens, Sprecher der Stadt Stuttgart, mit. Und damit liegt das ambitionierte Projekt deutlich hinter dem ursprünglichen Zeitplan – obwohl dafür im städtischen Haushalt längst 1,41 Millionen Euro plus 530 000 Euro für Mehrkosten eingeplant sind und vom Verband Region Stuttgart weitere 320 000 Euro kommen.

Eigentlich hätten die Arbeiten in Untettürkheim als eine der ersten von mehreren Maßnahmen entlang des Flusses in Stuttgart bereits Ende 2017 beginnen sollen. Im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung verweist man jedoch darauf, dass auf Wunsch des Untertürkheimer Bezirksbeirates eine Bürgerbeteiligung durchgeführt wurde. Organisation, Durchführung (mit drei Terminen) und Einarbeitung der Ergebnisse in die Planung seien finanziell, personell und auch zeitlich aufwendig gewesen, was zu einem um ein Jahr verlängerten Planungszeitraum geführt habe. Der Baubeginn sei daraufhin offiziell auf den Zeitraum 2018/2019 datiert worden, so stehe es auch in der Broschüre „Erlebnisraum Neckar – ein Masterplan für Stuttgart als Stadt am Fluss“. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass noch mindestens ein Jahr vergehen wird, bis aus einem lange gehegten Wunsch vieler Bürger Realität werden kann. Denn mit dem Bau- und Vergabebeschluss ist nicht mehr in 2018 zu rechnen. Die Bauarbeiten müssen erst noch öffentlich ausgeschrieben werden. Das soll bis Mitte 2019 erfolgt sein. Dann stehe auch fest, ob der Finanzrahmen überhaupt ausreichen werde. Angesichts der derzeit enormen Baukostensteigerungen in Stuttgart bleibe abzuwarten, zu welchen Ergebnissen die Ausschreibung tatsächlich kommen werde, räumt die Verwaltung ein. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr.

Erlebnisort von besonderer Qualität

Ein „Erlebnisort von besonderer Qualität am Neckar“ soll den Plänen des Büros Ramboll Studio Dreiseitl zufolge entstehen: Der Lindenplatz im Kreuzungspunkt der Straße Am Ölhafen und der Lindenschulstraße erhält einen neuen Belag und wird zur Mischfläche, über die auch der Neckartalradweg führt. Der Neckardamm wird verbreitert und optisch mit dem Lindenplatz angebunden. Bänke sowie eine Liegewiese und ein Liegenetz laden zum Verweilen ein. Über eine breite Sitzstufenanlage aus Betonfertigteilen gelangen Passanten zu einem Ufersteg, der wiederum mit einem Schwimmdeck, das auch als Anlegestelle für zwei Schiffe genutzt werden kann, verbunden ist. Über integrierte Rampen wird mobilitätseingeschränkten Menschen und Eltern mit Kinderwagen der Zugang zum Wasser ermöglicht.

„Mit seiner hohen Aufenthaltsqualität und kommunikationsfördernden Gestaltung soll sich der Lindenplatz zu einem beliebten Treffpunkt und sozialen Mittelpunkt im Lindenschulviertel und darüber hinaus entwickeln“, ist das Ziel im Masterplan Stadt am Fluss formuliert. Was in der Broschüre hübsch anzuschauen ist, soll tatsächlich so realisiert werden. An den zur Genehmigung eingereichten Plänen sei nichts geändert worden, heißt es im Rathaus. Freilich seien kleinere Anpassungen noch möglich, „das wird das Gesamterscheinungsbild der Anlage aber nicht verändern“, so Thronberens.

Weiter offen bleibt, ob es künftig am Untertürkheimer Neckarufer auch eine Toilette geben wird. Um diesen Bürgerwunsch zu erfüllen, hat die Verwaltung einen zweiten Bauabschnitt zwischen Uferpromenade und Öllager vorgeschlagen. Dort könnte auch die von der freiwilligen Feuerwehr angeregte Einsatzstelle für Rettungsboote installiert werden. Die hierzu erforderlichen zusätzlichen Kosten belaufen sich geschätzt auf 1,3 Millionen Euro. Über die Investition müsste der Gemeinderat im Zuge der Beratungen über den Doppelhaushalt 2020/2021 entscheiden. Die finden Ende nächsten Jahres statt.

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