Das Linden-Museum in Stuttgart Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Im Jahr 2000 hat das Land die Statue der Hindu-Göttin Durga fürs Stuttgarter Linden-Museum für 250 000 US-Dollar erworben. Später stellte sich heraus: Das Kunstwerk wurde aus einem Tempel gestohlen. Jetzt kommt die Göttin zurück nach Indien.

Stuttgart - Gut 15 Jahre konnten sich die Besucher der Dauerausstellung des Stuttgarter Linden-Museums an ihr erfreuen. Damit allerdings ist es jetzt vorbei. Das Land Baden-Württemberg gibt eine wertvolle Statue der Hindu-Göttin Durga Mahishasuramardini an die Republik Indien zurück. Kulturstaatssekretär Jürgen ­Walter (Grüne) will die 1300 Jahre alte, 80 Kilogramm schwere Skulptur am Mittwochabend bei einem Empfang in der Landesvertretung in Berlin dem indischen Botschafter überreichen.

Der Hintergrund für diese außergewöhnliche Aktion: Die achtarmige grünliche Kalkstein-Figur wurde im Jahr 2000 aus Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg für 250 000 US-Dollar (225 000 Euro) von einem Kunsthändler gekauft – einem Hehler, wie sich allerdings erst später herausstellte. An der Seriosität des Verkäufers hatte man seinerzeit in Stuttgart keine Zweifel. Die Herkunft der Statue sei „nach bestem Wissen und Gewissen geprüft“ worden, teilte das Kunstministerium der Presseagentur dpa mit. Der Kunsthändler sei in jenen Jahren allgemein anerkannt und von Fachleuten als seriös eingestuft worden. Erst später kristallisierte sich heraus, dass Durga im Jahr 1991 illegal aus einem Tempel in Tengpona im Kaschmir-Tal entwendet und illegal ausgeführt worden war. Einige Zeit danach wurde die Göttin vom Kunstschmuggler Subhash Kapoor erfolgreich der Landes-Kunstverwaltung angeboten.

Mittlerweile seien zahlreiche illegal ausgeführte Kunstobjekte wieder an Indien zurückgegeben worden. Auch auf die Göttin Durga haben die indischen Behörden vor einigen Monaten Besitzansprüche angemeldet – die das Land Baden-Württemberg nun erfüllen wird. Auf den Kosten für die Skulptur bleibt das Land sitzen. Da die Rückgabe freiwillig erfolge, solle dies nicht am guten Ruf Baden-Württembergs kratzen, sondern ihn sogar steigern, hofft der Kunststaatssekretär.

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