Die Stadtverwaltung Leonberg ist optimistisch, den Umbau zum barrierefreien Gymnasium bis zum kommenden Schuljahr abzuschließen. Der Bau hat einen ganz besonderen Hintergrund.
Erst klang es wie ein Schildbürgerstreich – ist am Ende aber wohl ein wenig komplexer. SALZ-Stadtrat Frank Albrecht merkte in der vergangenen Sitzung des Sozial- und Kultusausschusses an, dass ihm ein Sachverhalt zum Aufzug am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) zugetragen worden sei. Seine Worte: „Wurde dabei vergessen, den Ausstieg unten an den Biologiesälen zu planen?“ Nun, ganz so ist es wohl nicht. Auskunft zum aktuellen Stand gab’s trotzdem.
„Der Aufzug liegt dort vor Ort“, bestätigte Georg Zakrzewski, Amtsleiter und Chef der Technischen Abteilung Gebäudemanagement bei der Stadt Leonberg, noch in der Ausschusssitzung. Bis vor kurzem seien am ASG jedoch noch Abiturprüfungen abgehalten worden, sodass dort nicht ohne weiteres habe gearbeitet werden können. „Wir verschwenden aber keine Gedanken daran, dass wir dort im nächsten Schuljahr keinen Aufzug haben könnten“, so Zakrzewski weiter. Zwar sei man ein paar Wochen in Verzug, es klappe aber auf jeden Fall.
In seiner Sitzung am 3. Mai 2023 hat der Leonberger Gemeinderat den Bau des Aufzugs beschlossen. Der Hintergrund: Ein inklusiv beschultes Kind wechselte zum Schuljahr 2023/2024 ans ASG. „Aufgrund der Krankheit des Kindes wird es zukünftig sehr wahrscheinlich auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen sein“, hieß es damals in der Sitzungsvorlage. Bis auf die Räume im Erdgeschoss sind bis dato sämtliche Klassenzimmer ausschließlich über Treppen zu erreichen. Also muss ein Aufzug außen an die Schule angebaut werden. Veranschlagte Kosten: 417 000 Euro. Gefördert wird das Vorhaben über das Regierungspräsidium.
Seitliche Aussparungen für die Aufzugtüren fehlen noch
Aber wurde nun wirklich etwas vergessen? Nachgefragt bei der Stadtverwaltung, klingt die Antwort von Pressesprecher Sebastian Küster so: „Aktuell müssen in allen Stockwerken noch seitliche Aussparungen für die Aufzugtüren hergestellt werden.“ Diese Arbeiten würden von der Firma ausgeführt, die auch den Holzaufzugschacht vorgefertigt, geliefert und montiert hat. Ob es sich dabei um ein Versäumnis handelt, das nun korrigiert wird, oder ob dies der normale Fortgang des Aufzugbaus ist, dazu macht Küster keine Angaben. Nur soviel: „Die Holzbauarbeiten werden voraussichtlich in den nächsten Tagen abgeschlossen sein.“
Wenn der Aufzug fertig ist, sind sämtliche Stockwerke erreichbar.
Der Aufzugbauer hat bereits sämtliche Aufzugkomponenten auf die Baustelle geliefert und mit den Arbeiten begonnen. Wenn die Aussparungen hergestellt sind, können die Türen des Aufzugs vom Aufzugbauer in den jeweiligen Stockwerken montiert werden. In Sachen Kosten bewege man sich laut Küster derzeit knapp zwei Prozent über dem anfangs veranschlagten Betrag beim Beschluss aus dem Jahr 2023.
Für die gesamten Arbeiten waren laut Vorlage zwölf Wochen Bauzeit eingeplant. In Leonberg gibt man sich, wie gesagt, jedoch betont optimistisch, dass zu Beginn des neuen Schuljahres alles erledigt sein soll. „Mit dem Aufzug können sämtliche Flure, vom Untergeschoss, in dem sich die Biologiesäle befinden, bis zum 3. Obergeschoss, erreicht werden“, so Küster. In diesem Zusammenhang gab es auch eine de facto gute Nachricht: Den Beschluss, ein barrierefreies WC am ASG einzurichten, habe man laut Georg Zakrzewski sofort angeschoben und noch im vergangenen Jahr umgesetzt.