Life-Kinetik Der VfB setzt auf Spaß und auf Köpfchen

Von Julia Rapp 

Neu Trainingsmethoden beim VfB: Seit kurzem steht auch Gehirnjogging auf dem Programm.

Stuttgart - Seit kurzem werden beim VfB nicht mehr nur die Beine trainiert. Einmal in der Woche steht auf dem Wasen Life-Kinetik auf dem Programm. Die Übungen sollen leistungsfähiger machen. Wie gut das funktionieren kann, zeigt sich am Beispiel von Borussia Dortmund.

Rennen, passen, schießen - so einfach ist Fußball schon lange nicht mehr. Der moderne Fußball ist rasant, der Druck enorm. Die Aufgaben werden immer komplexer, Entscheidungen müssen in Sekundenbruchteilen getroffen werden. Ein Spieler, der den Ball bekommt, hat keine Zeit, um zu überlegen: Wohin passe ich? Spiele ich ab, dribble ich lieber oder schieße ich gleich aufs Tor? Wer zu lange überlegt, hat schon verloren. Es muss schnell gehen in den Stadien. Nicht nur auf den Beinen, sondern auch im Kopf.

Neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen

Und deshalb trainieren die VfB-Profis seit Ende Februar nicht mehr nur ihre Körper, sondern einmal wöchentlich auch ihre Gehirne. Efthimios "Effi" Kompodietas zeigt den Spielern vom Tabellen-15., wie das geht. Der ehemalige Profi aus Bielefeld ist Life-Kinetik-Coach. "In ihm haben wir einen tollen Partner gefunden", sagt VfB-Co-Trainer Eddy Sözer.

Wenn Effi in Stuttgart ist, dann kommen die Profis nicht so sehr ins Schwitzen, dafür aber umso mehr ins Grübeln. Der Coach stellt nicht alltägliche visuelle und koordinative Aufgaben. Aus Ballartisten werden Jongleure oder Rechenkünstler. Jongleure, wenn sie mit mehreren Tennisbällen gleichzeitig auf Ansage unterschiedliche Kunststücke vollführen. Einen Ball prellen, den anderen in die Luft werfen zum Beispiel. Rechenkünstler, wenn sie während eines Sprints Aufgaben lösen sollen. Multitasking heißt das Zauberwort. Am Dienstag stand auch Teambildung auf dem Programm. Ein Spieler bekam die Augen verbunden, der andere musste ihn durch einen Parcours führen. "So wird auch das Vertrauen in den Mitspieler gestärkt", erklärt Eddy Sözer.

Lesen Sie jetzt