Kaum 25 Jahre ist der Violinist Emmanuel Tjeknavorian jung, bekam aber bereits 2018 den Opus-Klassik-Preis für sein Debüt-Album „Solo“. Foto: Veranstalter

Die Karriere des 24-jährigen Geigers Emmanuel Tjeknavorian geht steil Berg auf. Seine jüngste Auszeichnung: Der Opus-Klassik-Preis für sein Debüt-Album „Solo“ 2018. Doch der junge Musiker ist alles andere als abgehoben.

Emmanuel Tjeknavorian sprüht vor Energie: „Ich finde, meine Kollegen und ich, wir müssen uns die Seele aus dem Leib spielen. Wenn wir das tun, bin ich mir sicher, dass klassische Musik denselben Stellenwert haben wird wie vor 150 Jahren.“ Seine braunen Augen funkeln. Kaum 25 Jahre ist der Violinist jung, bekam aber bereits 2018 den Opus-Klassik-Preis für sein Debüt-Album „Solo“.

Schon 2015 wurde er beim alle fünf Jahre stattfindenden Jean-Sibelius-Wettbewerb in Helsinki für die beste Interpretation des Violinkonzerts von Sibelius ausgezeichnet und gewann darüber hinaus den zweiten Platz des Gesamtwettbewerbs. Dirigent Michael Sanderling, der mit dem jungen Künstler in Zürich zusammengearbeitet hat, lobt dessen „ideale Mischung aus Stilistik und Emotionalität“ und bewundert die Ernsthaftigkeit und Aussagekraft des jungen Solisten.

Emmanuel Tjeknavorian: „Ich kann nichts anderes als Violine spielen.“

Der Musiker bringt Beethovens Konzert für Violine und Orchester D-Dur (op. 61) mit – und das Orchestre Philharmonique de Strasbourg unter Leitung von Marko Letonja. Tjeknavorian spielt auf einer Violine, die Antonio Stradivari 1698 in Cremona fertigte. „Ich spiele Violine, und ich musiziere aus einer inneren Notwendigkeit“, sagt der gebürtige Wiener und Sohn zweier Musiker. „Ich kann nichts anderes als Violine spielen.“

Tatsächlich habe der Musiker bereits im Alter von fünf Jahren zu seinem Vater, ein berühmter Dirigent im Nahen Osten, gesagt, er wolle Geiger werden. Seine Eltern haben indes gehofft, das Geige spielen bleibe nur ein Hobby. Doch die Leidenschaft von Emmanuel Tjeknavorian war nicht zu bändigen. In diesem Fall trifft der Spruch „Die Musik wurde ihm in die Wiege gelegt“ mehr als einmal zu. Und seine Fans danken ihm heute seine schon so früh ausgeprägte und beeindruckende Neugierde für klassische Musik.

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