Am 15. Februar tritt Helmut Lotti mit Orchester in der Stuttgarter Liederhalle auf. Foto: Moritz Kuenster

Der gefühlvolle Verwandlungskünstler Helmut Lotti hat sich schon viele Musikstile angeeignet. Nun kommt der belgische Entertainer am 15. Februar mit großem Orchester und jeder Menge Liebesliedern von seinem neuem Album „Soul Classics in Symphony“ in die Liederhalle.

Herr Lotti, wie kamen Sie auf die Idee, ein Soul-Album aufzunehmen?

Auf meinem Album „Comeback“ von 2016 sind einige Soul-Songs wie „Put a Little Love in Your Heart“ von Al Green oder „Higher and Higher“ von Jackie Wilson, das ich auch für das Fernsehen gesungen habe. Sie sind beim Publikum sehr gut angekommen, und deshalb habe ich jetzt ein Soul-Album aufgenommen.

Man kennt zum Beispiel den Soul des Motown-Labels aus Detroit, aber auch den Memphis Soul. Welche Art präsentieren Sie?

Es gibt den schmutzigen Soul, aber ich wollte eher den romantischen Soul, den Soft Soul, denn ich liebe schöne Melodien. Dabei habe ich versucht, den Begriff „Soul“ so weit wie möglich zu interpretieren. Es geht auch etwas Richtung Blues und Jazz, und es sind drei Songs von mir mit dabei.

Die Hochzeit des Souls war ja in den Sechzigern. Aber er ist immer wieder aufgetaucht. Aus welcher Zeit stammen Ihre Songs?

Ich singe Titel aus den Fünfzigern bis Neunzigern. Aus den Achtzigern stammt zum Beispiel „Purple Rain“ von Prince. Soul ist zeitlos und wird auch heute noch gesungen. Der jüngste Song ist aus den Neunzigern – „If I Could Turn Back the Hands of Time“ von R. Kelly.

Wie viel haben Sie an den Originalen geändert?

Ich wollte ein typisches Lotti-Album machen, und deswegen habe ich manche Titel verändert. In „I’d Rather Go Blind“ von Etta James habe ich zum Beispiel für den Refrain eine neue Melodie und für „Bring It on Home to Me“ von Sam Cooke und „What Becomes of the Brokenhearted“ von Jimmy Ruffin eine neue Brücke und ein Zwischenstück geschrieben. Es gibt außerdem ein typisches Las-Vegas-Elvis-Ende.

Im Soul geht es meistens um Liebe. Um erfüllte oder unerfüllte?

Über alle Arten von Liebe: Sie kommt, sie ist da, sie geht . . . „Beautiful Life“ ist zum Beispiel ganz euphorisch und „My Girl“ von den Temptations auch ein fröhliches, wunderbares Lied. Bei „Bring It on Home to Me“ geht es dagegen um den Wunsch, dass die Frau zurückkehrt, und er bittet sie um Verzeihung. „I’d Rather Go Blind“ ist ein Abschiedslied. „If You Don’t Know Me by Now“ von Harold Melvin and the Blue Notes dreht sich um Vertrauen. Die Lieder haben ganz unterschiedliche Stimmungen.

Worum geht es in Ihren eigenen Songs?

„Beautiful Life“ habe ich mit meiner Partnerin geschrieben, es ist ein Liebesgedicht. Bei „Down the Aisle Together“ war ein belgischer Kollege beteiligt. Dort verliebt sich ein Mann in eine Braut. Sie sieht fabelhaft aus, heiratet aber einen anderen. Nur in seinen Träumen kann er sie erreichen.

Ihre Songs unterstützt das Golden Symphonic Orchestra.

Ich bringe ein Orchester mit 22 Musikern mit – Geiger, Bläser und auch vier Backgroundsänger.

Spielen Sie auch Songs, die Sie in Ihrer Jugend gehört haben?

Ja, zum Beispiel „So You Win Again“ von Hot Chocolate. Damals habe ich in einer Diskothek gearbeitet und leere Gläser weggeräumt. Ab 2 oder 3 Uhr hatte ich dann auch mal Zeit zu tanzen; häufig wurde „So You Win Again“ gespielt.

In welchem Alter sind denn Ihre Zuschauer?

Im Schnitt sind sie zwischen 45 und 80. Aber es sind auch jüngere dabei.

Im zweiten Teil des Konzerts singen Sie auch Lieder aus den vergangenen Jahren. Welche zum Beispiel?

Ich werde afrikanische, lateinamerikanische Songs und auch Klassik singen. Und natürlich Elvis.

Sie bieten auch kleine Tanzeinlagen . . .

Einige, auch die Backgroundsänger, aber nicht zu viele, weil es sonst zu sehr ablenkt. Eine riesige Tanzshow und 20 Kostümwechsel sind Blödsinn.

Was planen Sie als Nächstes?

Dieses Jahr werde ich 50 und stehe schon seit 30 Jahren auf der Bühne. Wir werden auf jeden Fall etwas Besonderes machen, aber was genau, weiß ich noch nicht.

Helmut Lotti und das Symphonic Orchestra: 15. Februar, 20 Uhr, Liederhalle, 07 11 / 550 660 77

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