Ein Schäfer mit seiner Herde bei Bernau Foto: dapd

Zwei nette Begebenheiten schildert uns unser Leser Ewald Schüle aus Neuffen.

Aus unserem Fundus an Firmen-Geschichten veröffentlichen wir heute den Beitrag von Leser Ewald Schüle aus Neuffen: "Zu Ihrer Abhandlung ,Geschichten vom Daimler' (22. Juli) möchte ich anmerken, dass mir ein ähnlicher Fall bekannt ist - er muss ja nicht beim Daimler passiert sein. Ein Betriebsschreiner baute sich einen vierrädrigen Handwagen, wie er früher viel gebraucht wurde. Das Problem war: Wie bringt man den Wagen durch die Pforte? Eines Abends lud er ein altes leeres Ölfass auf den Handwagen und fahr damit zur Pforte. Der Pförtner hielt ihn auf und sagte: , Das geht nicht, dass man betriebseigene Sachen mit nach Hause nimmt.' Da lud der Mann das Fass ab und sagte wütend: ,Dann behaltet eben des alte Glompp' - und fuhr mit dem leeren Karren durch die Pforte."

Herr Schüle möchte "bei dieser Gelegenheit auch von einer Begebenheit berichten, die sich vor vielen Jahren in einem Ort auf der Schwäbischen Alb zugetragen hat.

Schäfer haben neben ihrem harten Beruf - wenn sie draußen bei ihrer Hecke stehen - viel Zeit, die sie sich unterschiedlich vertreiben. Der eine beobachtet die Wolken und kann das Wetter in etwa voraussagen, andere schreiben Gedichte, pfeifen oder singen Lieder. Einem älteren Schäfer schwirrte immer ein bestimmtes Lied im Kopf herum - vom Jäger und dem Rehlein, das man im Walde hüpfen sah. Doch der Liedanfang fiel ihm partout nicht ein. Da entschloss er sich, eine Bäuerin zu fragen, die in der Nähe auf ihrem Kartoffelacker arbeitete. Ob sie ihm vielleicht sagen könne, wie das Lied beginne, in dem es heiße, dass man das ,Rehlein hüpfen sah'. Die Frau besann sich und konnte dem Mann weiterhelfen. Fröhlich zog er von dannen und sang sein Liedchen. Damit hatte der Schäfer auch seinen Spitznamen weg. Wenn später im Ort vom ,Hüpfensah' die Rede war, wusste jeder sofort, wer gemeint war."

Unser schwäbischer Spruch des Tages kommt von Leser H. J. Schmid aus Bad Rippoldsau-Schapbach. Er schreibt: "Bei einer Weinwanderung im badischen Oberkirch sagte der Kamerad aus Kornwestheim zur Bedienung: ,Sie dürfe des Glas ruhig vollmachen - mir send Schwaben ond brenget des weg."'

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