Seit ihrer Kindheit begleitet das Körbchen Paula Lutum-Lenger. Foto: Lg/Leif Piechowski

Paula Lutum-Lenger ist ein Kind vom Bauernhof und dort war der Opa der ruhende Pol. Im Winter saß er in der Küche und flocht Körbe für den täglichen Gebrauch.

Stuttgart - Kalt war es im Winter auf dem großen Bauernhof im Münsterland – und feucht. Der einzig richtig gemütliche Ort war da die Küche mit den typischen Kacheln im Delfter Muster und dem großen Kachelofen mit Sitzbank. „Da bin ich als Kind oft auf dem Mäuerchen gesessen“, erinnert sich Paula Lutum-Lenger. Von da aus sah sie dem Opa zu, wie er seiner Winterbeschäftigung nachging: Er flocht Körbe aus Weidenruten. Die meisten Stücke hatten stattliche Maße und dienten in der elterlichen Landwirtschaft als Mädchen für alles. In ihnen wurde Feuerholz, Unkraut, Obst oder Gemüse transportiert. „Immer wieder ging einer kaputt“, erzählt die Ausstellungsmacherin und stellvertretende Leiterin des Hauses der Geschichte. So ging dem damals schon recht betagten Opa die Arbeit im Winter nie aus.

Geborgenheit beim Opa

Noch heute ist sie fasziniert von seiner Ruhe und Konzentration: „Er war stets ganz bei der Sache – egal was er tat“ – ob er zusammen mit ihr und ihren Geschwistern Kartoffeln schälte, Schuhe polierte, bis man sich darin spiegeln konnte oder die Ruten der Kopfweiden vom Bach zu Körben flocht. Für die Kinder war er der ruhende Pol, denn die Eltern hatten auf dem Hof alle Hände voll zu tun. „Der Opa strahlte Gelassenheit aus“, die Kinder fühlten sich bei ihm geborgen.

Das to do - Körbchen

Als sie zum Studieren in die Stadt zog, nahm Paula Lutum-Lenger das Körbchen im Kinderformat mit. „Ich bewahrte Briefe drin auf und Dinge, die erledigt werden mussten.“ Heute sieht es etwas mitgenommen aus, leistet aber immer noch treue Dienste als Behälter für Wäscheklammern.

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