Der Hut mit Metallkrempe ist Norman ­Munyendos Eigenkreation. Foto: Lg/Zweygarth

Norman Kevin Kwoba Munyendo fotografiert Mode und macht auch selbst Mode: Den Prototyp seines Metallhutes trägt er selbst. Und bekam deshalb Schwierigkeiten mit der Polizei.

Stuttgart - Der Hut von Norman Kevin Kwoba Munyendoerfordert durchaus etwas Training beim Tragen. „Man spürt das Gewicht anfangs in den Schultern, aber nach zweimal Tragen hat man sich daran gewöhnt“, sagt der Modofotograf lachend. Die Kopfbedeckung ist so schwer, weil die Krempe der Filzmelone aus Bronze ist, die wiederum mit Kupfer überzogen ist. Munyendo ist gelernter Metallgürtler und weiß, wie sich aus Eisen und Stahl verschiedene Verzierungen herstellen lassen. Er selbst hat das Paradestück kreiert. „Ich habe den Filzhut früher ganz normal getragen. Jedes Mal, wenn ich aus der ­S-Bahn ausgestiegen bin, ist er davon geflogen“, erzählt er. Also überlegte Mun­yendo, wie er den Hut schwerer machen könnte. Schließlich bekam er durch „Goldfinger“ die richtige Inspiration. In dem James Bond-Film setzt der Killer Oddjob seinen Hut als Waffe ein. „Ich aber will nur Mode machen und keine Leute verletzen“, betont Munyendo.

Acht Wochen ohne Hut

Tatsächlich wurde er von Wasenbesuchern wegen der Kopfbedeckung bei der Polizei angezeigt. „Die haben gesagt, ein Schwarzer würde mit einem Metallhut Besucher bedrohen“, erzählt er. Der Hut wurde konfisziert und Munyendo angeklagt. Er musste vor Gericht erscheinen, das Verfahren wurde aber eingestellt. Nach acht Monaten bekam er die extravagante Melone zurück. Bei der Fashion Week in Berlin wussten die Besucher die Kreation zu würdigen. Dort sprach ihn eine Designerin an, die seine Hüte auf den Markt bringen will.

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